Pirmasens Stadt reagiert auf fehlende Plätze
Die Stadt Pirmasens hat zum 1. Juni im Nardinihaus das Pilotprojekt „Tagespflege in anderen geeigneten Räumen“ gestartet – ein Konzept, das in Zukunft weiter ausgebaut werden soll. Bis zu fünf Kinder vom Säuglingsalter bis zu 14 Jahren können nun am Standort in der Klosterstraße betreut werden. Da in der zentralen Innenstadt momentan Betreuungsplätze in dreistelliger Zahl fehlen und die Wartelisten in Kindertagesstätten lang sind, soll damit die Betreuungssituation in der Stadt verbessert werden.
Was Betreuungsplätze für Kinder im Kindergartenalter angeht, ist Pirmasens an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Trotz mehrerer neuer Einrichtungen, die in den vergangenen Jahren gebaut wurden, wie die Kindertagesstätte in der Maria-Theresien-Straße oder das Haus des Kindes auf der Husterhöhe, reichen die Betreuungsplätze derzeit nicht aus. Um die Kindertagespflege als Betreuungsform weiter auszubauen, sucht die Stadt nach geeigneten Räumen und wurde kürzlich im Nardinihaus fündig. „Mit dem enormen Zuzug nach Pirmasens hat sich auch die Betreuungssituation von Kindern geändert“, erläutert Bürgermeister Markus Zwick. Es seien viele Familien mit zum Teil kleinen Kindern nach Pirmasens gekommen, die betreut werden müssten. „Das führt dazu, dass Kindergärten in der Innenstadt teils sehr lange Wartelisten haben. Neben den kirchlichen und städtischen Kitas ist die Kindertagespflege ein wichtiger Baustein zum Ausbau flexibler und bedarfsgerechter Kinderbetreuung in der Stadt geworden“, sagt Zwick. In der familiennahen Betreuungsform könnten nun am Standort in der Klosterstraße bis zu fünf Kinder von einer Tagesmutter „zuverlässig, flexibel und entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen“ betreut werden. Aktuelle Planungen sehen allerdings auch zwei neue Gruppen im Luther-Kindergarten sowie weitere Gruppen im Banana Building vor. Was die Kindertagespflege angeht, habe man im Nardinihaus für monatlich 120 Euro „tolle“ Räume mit Wohnungscharakter angemietet, die neben einem Spielraum über einen Ruheraum, sanitäre Anlagen und eine Wohnküche verfügen. Dort betreut die aus Syrien stammende Tagesmutter Zelal Dakhel derzeit zwei Kinder im U6-Bereich, drei weitere Tageskinder sollen folgen. „Unsere Tagesmütter absolvieren einen mehrmonatigen Kurs bei der katholischen Familienbildungsstätte und sind nebenberuflich selbstständig“, erläutert Zwick die Organisationsform. Um ihnen finanzielle Sicherheit zu gewährleisten, bekämen sie ihr Geld vom Jugendamt. „Da bei uns viele Flüchtlingskinder betreut werden müssen, ist es von Vorteil, dass Zelal Dakhel Arabisch spricht, um eventuelle Sprachbarrieren auszuklammern“, so Zwick weiter.