Pirmasens Stadt hilft TVP bei Realisierung der neuen Halle

91-93130508.jpg

Pirmasens ist eine Stadt des Sports. An der Spitze der Stadtverwaltung steht mit Oberbürgermeister Bernhard Matheis ein ehemaliger Leichtathlet. Er antwortete auf Fragen von RHEINPFALZ-Redakteur Peter Brandstetter zu sportlichen Großereignissen im Jahr 2016, aber auch zu seinen Erwartungen für 2017.

Herr Matheis, das Turnfest Rheinland-Pfalz war für eine Stadt wie Pirmasens eine sehr, sehr große Veranstaltung. Würden Sie im Nachhinein noch einmal die Hand heben, wenn eine Turnfest-Ausrichterstadt gesucht wird – der organisatorische Aufwand war ja riesig? Wie fällt eigentlich die finanzielle Turnfest-Bilanz aus?

Die Abrechnung des Turnerbundes liegt noch nicht vor, weshalb noch nicht bekannt ist, wie hoch die Abschlusszahlung der Stadt ausfallen wird. Es zeichnet sich jedoch ab, dass gut gewirtschaftet wurde und nicht das volle angesetzte Budget abgerufen werden muss. Die Aufgaben, die durch die Stadt selbst erledigt werden mussten, bewegen sich alle im oder unter dem veranschlagten Budget. Wie groß schätzen Sie den touristischen Werbewert solch einer Veranstaltung ein? Pirmasens hat sich in den letzten Jahren den Ruf erarbeitet, als Ausrichterstadt auch für Großereignisse eine gute Adresse zu sein. Dies bestätigen uns regelmäßig auch die Verantwortlichen, mit denen wir zu solchen Anlässen kooperieren. Diese positiven Erfahrungen bleiben bei diesen Personen sicher in Erinnerung und können im Einzelfall auch andere Entscheidungen im Kontext der Stadt positiv beeinflussen. Diese müssen nicht nur touristischer Art sein. Über langfristige Wirkungen im touristischen Verhalten von Besuchern und Teilnehmern gibt es keine belastbaren empirischen Ergebnisse für Pirmasens. Wir sind aber überzeugt, dass Menschen, die unsere Stadt aus Anlass eines solchen Festes kennen gelernt und hierbei positive Erfahrungen gemacht haben, diese auch in Erinnerung behalten. Dies ist im Übrigen auch das Fazit vieler Turnfestbesucher aus ganz Rheinland-Pfalz. Dies führt unweigerlich dazu, dass es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch zu Folgebesuchen und/oder auch zu positiver Mund-zu-Mund-Propaganda kommt. Die Verantwortlichen von Seiten des Turnerbundes, viele Ehrenamtliche, aber auch die Mitarbeiter aus den beteiligten städtischen Ämtern berichten unisono über eine Vielzahl von Rückmeldungen von Teilnehmern und Besuchern, die die herzliche Betreuung herausstellen, die gute Organisation loben und auch die Veranstaltungskonzeption als absolut gelungen wahrgenommen haben. Da wir auch unsere städtischen Highlights wie Strecktalpark, Alte Post und auch das Dynamikum in das Programm eingebunden haben, sind wir absolut sicher, dass viele der Besucher nicht zum letzten Mal in Pirmasens gewesen sein werden. Wird es 2017 und 2018 neben dem Pfälzerwald-Marathon größere Sport-Events in Pirmasens geben? Spontan fallen mir die beiden Disc-Golf-Turniere im Stecktalpark am 4. März und dem Pfingstwochenende am 3. und 4. Juni ein. Weitere sportliche Höhepunkte sind der Schlabbeflicker-Radmarathon am 15. Juni sowie der Pirmasenser Triathlon, der am 19. und 20. August ausgetragen wird. Außerdem steht die Anfrage des südwestdeutschen Fußballverbands nach der Ausrichtung des Verbandspokalendspieles am 25. Mai an. Will der Deutsche Fußballbund wieder Länderspiele im städtischen Stadion Husterhöhe austragen? Zurzeit gibt es keine konkreten Anfragen. Allerdings hat der Deutsche Fußballbund immer die hervorragenden Rahmenbedingungen gelobt und nach jeder Veranstaltung betont, dass Pirmasens immer wieder eine Alternative für ein Länderspiel oder ein Länderturnier sein kann. So ist es dann bisher auch immer wieder zu Folgeveranstaltungen gekommen. Wir sind jedenfalls bereit, wenn der DFB bei uns anfragen würde, und hoffen, dann den Nimbus weiter verteidigen zu können, dass in Pirmasens bisher jedes Länderspiel gewonnen werden konnte! Wie stehen die Chancen, dass der vom FKP erhoffte Bau eines zweiten Kunstrasens im Sportpark Husterhöhe realisiert wird? Eine Landesförderung ist abgelehnt worden. Deshalb ist die Finanzierung zum Bau eines zweiten Kunstrasenplatzes offen. Während der FKP mit seinen vielen Mannschaften Probleme hat, den Trainingsbetrieb zu organisieren, liegt das Sportgelände des aufgelösten FC Niedersimten brach; auch auf dem Platz des Fußballklubs Windsberg wird nicht mehr Fußball gespielt. Kenner befürchten, dass noch ein, zwei Vereine folgen werden. Wie sehen Sie diese Entwicklung? In der Vergangenheit haben viele Vereine auf schrumpfende Jugendabteilungen ja schon mit Kooperationen auf Zeit oder Fusionen reagiert. Leider ist durch den demografischen Wandel nicht zu erwarten, dass sich an dieser Entwicklung der Aktivenzahlen eine Trendumkehr abzeichnen wird. Die Turnfest-Organisatorin und Vize-Präsidentin des Pfälzer Turnerbunds, Inge Hollerith, beklagt große Probleme für die Sportvereine durch die Ganztagsschulen – Sporthallen stünden nachmittags nicht für den Vereinssport zur Verfügung, Kinder und Jugendliche seien nach einem sehr langen Schultag zu geschafft, um danach noch ins Vereinstraining zu gehen. Wie ist Ihre Position dazu? Ganztagsbetreuung in Schulen ist auf der einen Seite eine wichtige Grundlage dafür, dass junge Familien, die auf zwei Einkommen angewiesen sind, auch in ländlichen Regionen ihren Lebensmittelpunkt halten können. Aus diesem Grund begrüße ich die verstärkten Angebote der Schulen in diesem Bereich. Auf der anderen Seite ist klar, dass Kinder, die erst am späten Nachmittag aus der Schule kommen, oft keine Zeit mehr haben für Training oder andere Freizeitaktivitäten. Eine Antwort hierzu könnten verstärkte Kooperationen zwischen Vereinen und Schulen sein mit dem Ziel, die Kompetenzen, die in den Vereinen zur Verfügung stehen, sinnvoll in der Ganztagsbetreuung einzubinden. Hier könnten Win-Win-Situationen entstehen. Wird 2017 mit dem Bau der neuen TVP-Halle begonnen? Es ist mittlerweile mit dem Vorstand des TVP besprochen, dass 2017 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben wird. Mitarbeiter des städtischen Hochbauamtes werden dabei den Vorstand des TVP fachlich unterstützen. Nach Beendigung des Wettbewerbs und nach der Feststellung der Kosten muss aufgrund dieser konkreten Unterlagen durch den TVP ein Zuschussantrag beim Land eingereicht werden. Auch dabei wird der TVP von der Stadt (Finanzabteilung) unterstützt. Erst wenn eine Förderzusage des Landes vorliegt und die Finanzierung geklärt ist, kann über den weiteren Bauablauf- und Zeitplan eine Aussage getroffen werden.

91-93130506.jpg
x