Pirmasens Spät enttäuschte Truppe auf einem gutem Weg

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Homburg. So trüb können Oktobertage knapp jenseits der saar-pfälzischen Landesgrenze sein. Gewaltig eingetrübt hatte sich auch der Blick von Matthias Gize, als es – spät, plötzlich und eher unerwartet – hinter ihm eingeschlagen hatte. Als sich der Torhüter des FK Pirmasens II aber kurz geschüttelt hatte, fiel sein Resümee klar und punktgenau aus: „Wenn man das ganze Spiel nimmt, haben die sich das verdient“, kommentierte Gize das 2:2 (0:1) seines Teams im Fußball-Oberligaspiel beim FSV Jägersburg (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete).

An Gize lag es nicht, dass sich die beiden Meister vom Mai im ersten Oberliga-Duell doch noch remis trennten. Länger konnte sich der Keeper nicht mehr machen, als Daniel Ruschmann mit dem linken Außenrist von der Strafraumkante abgezogen hatte. Der Ball rauschte flach in Gizes linke Ecke. Den Ball quer zur halblinken Scharfschützen-Position transportiert hatte übrigens Ex-FKPler Florian Steinhauer, dem wieder nur ein gut 25-minütiger Auftritt vergönnt war. Der erneute Jägersburger Ausgleich in der zweiten Nachspiel-Minute traf die Gäste hart, doch Ärger darüber verkrümelte sich rasch. „Das war richtig gut – Klassen besser als gegen Elversberg“, freute sich FKP-Coach Sebastian Reich trotz des spät tröpfelnden Wermuts. „Am Sonntag hätte ich selbst noch mitspielen können, da hätte ich nix schlimmer machen können“, schauderte es Reich noch etwas, als er an die jüngste Heimdarbietung dachte. Zwar ist der Gedanke eher müßig, aber: Reich stand auf dem Spielerbogen. Und er hätte mit seiner Routine beim Halali der Hausherren vielleicht die Sache zum Guten biegen können für seine Elf. Die stand im Mittelfeld reichlich unsortiert, als der FSV noch mal Kräfte mobilisierte. Der in die Anfangsformation gerückte Rechtsverteidiger Christian Schubert etwa stand vier Meter vom Schützen entfernt beim 2:2 Pate. Reich: „Das haben wir schlecht verteidigt.“ Mit dem unermüdlich rackernden Florian Opitz hatte der beste FKPler das Feld bereits geräumt – kurz nach dem Treffer von Christopher Ludy, der elf Minuten vorm regulären Ende auf den ersten Dreierpack seit dem 6. September hoffen ließ. Doch der triste Oktobersamstag brachte das erhoffte Erfolgserlebnis nicht. Trotz der Vorstellung, die echt gut war – „bis auf die zwei Szenen“, wie Reich sagte. Auch beim 1:1 wankte seine Defensive ob Mangels an Erfahrung wie Biss: Bei Daniel Dahls Lattenknaller schauten alle Christopher Dahl hinterher, der ungestört einlochen konnte. Es blieb der Trost, „eine der spielstärksten Mannschaften der Liga“, wie Reich sagte, ums Haar geschlagen zu haben. „Die haben wirklich eine klasse Spielanlage“, zollte auch Benjamin Peters dem Mit-Aufsteiger dickes Lob. „Insofern war’s okay mit dem Punkt.“ Den aber habe sein Ex-Team „mit so zwei Stümpertoren“ geholt, sagte Florian Hasemann kopfschüttelnd. Das Ei zum 0:1 hatte sich der FSV selbst ins Netz gelegt, als Daniel Schommer der Ball über den Scheitel rutschte. „Ich bin hinter ihm“, erinnerte Ludy. „Du kommst aber da nie an den Ball“, entgegnete Hasemann, als die Kameraden der Meistersaison die Szene Revue passieren ließen. Das 2:2 fand auch FSV-Trainer Marco Emich verdient. „Der FKP war stark – die Jungs haben uns heute alles abverlangt.“

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