Pirmasens Soziale Projekte aus Projekttopf bezahlt
„Mit dem Restbetrag versuchen wir Vereine zu erreichen, die sich an ,Demokratie leben’ noch nicht herangetraut haben“, sagte Oberbürgermeister Markus Zwick am Dienstag bei der Vorstellung der neuen Projekte.
Gleich zwei Projekte beziehen sich auf den Brennpunkt Wedebrunnen. Dort habe sich – seitdem zahlreiche Projekte vor Ort umgesetzt wurden – das Klientel des Parks zum Positiven hin verändert, berichtet Antragstellerin Tina Sanio vom Bienen Plus-Projekt der Heinrich-Kimmle-Stiftung. Diesmal möchte die Sozialpädagogin die 22 Grundrechte von der juristischen in leichte, englische und arabische Sprache übersetzen. „Grundrechte kreativ“ will die Botschaften in gemalte Bilder integrieren, die an den Parkhausbalkonen angebracht werden, erklärt Sanio. 4655 Euro stehen für das Projekt zur Verfügung, mit denen die Übersetzer, ein Fotograf und das Personal von Bienen Plus entlohnt werden. Profine habe sich bereit erklärt, die Werke auf Platten zu drucken, berichtet sie: „Das hat die Kostenkalkulation niedrig gehalten.“
Über Demokratie sprechen
Eingeklinkt in das kreative Schaffen von Bienen Plus hat sich der Pfälzische Verein für soziale Rechtspflege mit dem Projekt „Demokratie schützen – jetzt!“. Die bewilligten knapp 11.700 Euro sollen laut Geschäftsführer Stefan Hellmann verwendet werden, um auf die Menschen am Wedebrunnen zuzugehen. Gemeinsam mit ihnen sollen die Platten aus dem Projekt „Grundrechte kreativ“ aufgehängt werden. Dies sei ein passender Anlass, um mit den circa 25 Personen über Demokratie zu sprechen. Durch die sogenannten Montagsspaziergänge hätten sich „antidemokratische Strömungen“ in der Stadt etabliert, findet er. Und manche der Menschen am Wedebrunnen würden eben auch mit rechtsradikalen Tendenzen sympathisieren, erklärt Hellmann.
Pfarrer Wolfdietrich Rasp gefallen die genannten Projekte gut, weil ihn selbst das Thema „Gefährdung der Demokratie“ umtreibt. Nur die Sprachauswahl erscheint ihm reduziert. Er fände es gut, wenigstens das persische Farsi in die Übersetzungen miteinzubeziehen. Sein Vorschlag kommt an. Selbst möchte er mit seinem Projekt „Protestanten ohne Protest“ eine in der Lutherkirche geplante Ausstellung über das Nazi-Regime ergänzen und mit drei Veranstaltungen Impulse setzen, die zum Gespräch anregen sollen. Auch eine musikalische Umrahmung soll es geben, für die Maurice Croissant zuständig sein wird. Für das Projekt bekommt er 600 Euro.
Bewilligt wurden auch die Projekte „Incusion Cheer“ vom Turnverein Pirmasens mit 11.060 Euro, „Jugendraum Respekt“ des Caritas-Zentrums Pirmasens mit 4417 Euro sowie ein weiteres Projekt der Heinrich-Kimmle-Stiftung mit 6345 Euro. Frauenbeauftragte Bettina Mistler will mit „Frauen machen sich stark“ das Selbstbewusstsein der Frauen mit Beeinträchtigung stärken und Zivilcourage fördern. Außerdem bekommt der Förderverein der Ökumenischen Kindertagesstätte im Regenbogenland eine Summe von 1140 Euro bewilligt, um das Projekt „Ich finde mich gut und habe Mut!“ umzusetzen, durch das Kinder autonomer werden sollen.