Pirmasens
So hat sich das ehemalige Helmitin-Gelände entwickelt
Ganz glatt ist die Wiederbelebung des 65.000 Quadratmeter großen Geländes nicht gelaufen. Ein von Investor Salvatore Federico geplanter Neubau auf der Fläche der Hallen entlang der Zweibrücker Straße für ein neues Verteilzentrum der Post kam nicht zustande. Das Filetstück des Geländes werde aber nicht lange leer bleiben, zeigt sich Federico zuversichtlich.
Dutzende Bauarbeiter sind schwer beschäftigt im früheren Verwaltungsbau, der komplett entkernt wird. Im Untergeschoss sind schon zwei Firmen: ein Autoaufbereiter und ein Sattler. In den Geschossen darüber werden gleich im Januar weitere Firmen einziehen. Elf Einheiten werden in dem Bürobau zu vermieten sein. Fünf seien schon fest gebucht, unter anderem von einem Informatikbetrieb und einem Ausstatter für Medizintechnik.
Das Freigelände wird aktuell von den Autos der Beschäftigten von Profine dominiert. Nach dem Unfall an der Fußgängerbrücke zum Profine-Parkplatz hinter der B 10 hat Federico über das Wochenende flugs hunderte Parkplätze abmarkiert. „Wir haben da geschwind mal ausgeholfen“, so Federico. Immerhin ist Profine auch einer der Mieter auf dem früheren Helmitin-Gelände.
Die Profine-Beschäftigten können ab Herbst beim Abholen ihres Wagens noch schnell in den neuen Biergarten einkehren, der direkt an der Zweibrücker Straße neben dem früheren Pförtnerhaus entstehen wird. Federico wird das Pförtnerhaus abreißen lassen und der neue Mieter stellt dort ein Blockhaus auf, von dem aus der 200 Plätze fassende Biergarten betrieben werden soll.
Der Rundgang über das Gelände führt vorbei an einer Kampfsportschule, Hallen für die Spedition Weidler und den Kartonagenhersteller Preißer zu einer Neugründung im Bereich Maschinenbau. Das Schweizer Unternehmen Lucrin hat sich mit dem Pirmasenser Steffen Ross zusammen getan und entwickelt in einer der Hallen die Produktion von Werkzeugen für die Lederverarbeitung. Die drei Werke von Lucrin sollen dann von Pirmasens aus die Werkzeuge für die Herstellung von Handyhüllen, Schlüsselanhängern oder ganz exklusiven Lederaufbewahrungsteilen für Schmuck bekommen. Drei Mitarbeiter sind aktuell in dem Unternehmen beschäftigt. Ross will auf mindestens sechs Mitarbeiter wachsen und sucht Personal.
Das sucht auch Federico. Von Hause aus betreibt der im Schwäbischen sitzende Unternehmer einen Elektroinstallationsbetrieb und möchte gerne in Pirmasens eine Zweigstelle gründen. Dafür suche er noch einen Elektromeister. Aktuell beschäftigt er zehn feste Mitarbeiter für den Umbau des Geländes in Pirmasens.
„Es entwickelt sich richtig gut“, hat Federico die Investition bisher nicht bereut. Rund 200.000 Euro stecke er jeden Monat in das Gelände. In spätestens zwei Jahren will er damit fertig sein. Neu bauen will Federico auch. Drei Baufelder für neue Gewerbehallen seien vorhanden, die er passend zum Mieter errichten will.
Heute wird das Gelände einen großen Flohmarkt beherbergen. Andreas Seibert und Helmut Gieseler organisieren den Flohmarkt, zu dem sich 70 Aussteller angemeldet haben. Start ist um 6 Uhr. Bis 15 Uhr dürfen maximal 450 Besucher gleichzeitig auf das Gelände. Im Oktober soll gleich der nächste Flohmarkt folgen und im kommenden Jahr ein Oldtimermarkt, wie Seibert ankündigt.