Pirmasens
Sneaker für Braut und Bräutigam: Gautsche-Schuhe in der Erfolgsspur
Der heutige Firmensitz auf der Husterhöhe in der Nähe von Convar ist gleichzeitig Fabrikverkauf, Entwicklung und Lager. Gautsche-Schuhe waren nie ganz vom Markt, erzählt Alexander Gautsche. Das Unternehmen hatte sich schon früh nach der Phase einer Massenproduktion von modischen Damenschuhen auf Trachtenschuhe spezialisiert. 2014 stieg Alexander Gautsche nach seinem Studium der Betriebswirtschaft in das Geschäft ein. Kunden waren und sind immer noch Vereine, Trachten- und Musikgruppen, die einen klassischen Haferlschuh suchen. Die hohe Qualität mit zwiegenähter Sohle werde von den Vereinen sehr geschätzt. Ein Jahr später kamen die Brautschuhe dazu. Gautsche konnte ein Unternehmen übernehmen, in dem sich kein Nachfolger gefunden hatte. Das brachte auch Herren- und Abendschuhe in das Sortiment. Produziert wird heute in Portugal, Bosnien-Herzegowina und für die Damenbrautschuhe reist Gautsche bis nach Thailand, da hier das Know-how für Satin-Lederschuhe vorhanden sei. Und die werden immer im Set mit der passenden Tasche angeboten. Für die Herren gibt es den passenden Gürtel.
Alexander Gautsche und seine Frau Aline sind richtige Experten für Brautschuhe. Die sollen schließlich nicht einfach nur schick für den großen Tag sein, sondern auch von morgens bis in den späten Abend tragbar. Die Decksohle und das Futter sind gepolstert. Die Absatzhöhe ist niedrig bis mittel. Sehr hohe Absätze gibt es nur bei den reinen Abendschuhen. „Die Braut muss den ganzen Tag drin stehen“, zeigt Alexander Gautsche Einfühlungsvermögen in die Füße der Damenwelt.
Wobei nicht nur die Braut beliefert wird. Für Mädchen gibt es Kommunionschuhe. Die Brautmutter kann bei Gautsche mit überbreiten Schuhen fündig werden. Weit über 100 Modelle gibt es im Firmensitz auf der Husterhöhe, der 2017 bezogen wurde. Neuerdings werden dort auch Sneaker für den großen Tag verkauft. „Die Brautsneaker sind der Renner. Damit hätte ich nie gerechnet“, erzählt Gautsche.
Nach Corona geht es wieder bergauf
Viele der Modelle können in exakt dem gewünschten Farbton geliefert werden. Die Schuhe werden direkt am Firmensitz in Pirmasens eingefärbt. Und das auch für die Herrenschuhe, die mit der Marke „Romeo“ nicht nur für Hochzeiten im Programm sind, sondern ebenso als Businessschuh Verwendung finden. Auch hier zählt die gute Passform und der Schuh müsse zum Tanzen geeignet sein, betont Aline Gautsche, die für die Entwicklung zuständig ist. Sie ist gelernte Schuhtechnikerin, und hat auf der Pirmasenser Schuhfachschule ihr Handwerk gelernt. Für den Herrn werde inzwischen auch ein Sneaker als Bräutigamschuh gefertigt. Alexander Gautsches Favorit ist jedoch der im so genannten Howlcut gefertigte Schuh, bei dem das Obermaterial aus einem Stück Leder gemacht wird.
Die Corona-Pandemie sorgte für einen massiven Umsatzeinbruch bei Gautsche. Hochzeiten wurden reihenweise abgesagt, auf das Standesamt beschränkt oder verschoben. „Da war gar nix mehr“, sagt der Unternehmer. Der Betrieb sei weiter offen gewesen, während alle Kunden geschlossen hatten. Veranstaltungen für die Trachtenvereine waren verboten. Nur in der Schweiz sei noch ein gewisser Umsatz möglich gewesen, da dort die Bestimmungen nicht ganz so streng waren. Das änderte sich schlagartig nach Corona. „Wir können gar nicht so viel liefern, wie bestellt wird.“
Outletverkauf in der Firmenzentrale
Der aktuelle Firmensitz auf der Husterhöhe mit seinen sechs Mitarbeitern ist noch ausreichend dimensioniert und biete auch Raum für Expansion. Hauptlieferländer seien momentan Deutschland, Österreich und die Schweiz. Dazu kommen Spanien, Frankreich und Irland. An Endkunden werde wenig geliefert. Einen Onlineshop gibt es über Otto-Marktplatz. Die meisten Schuhe gehen an Geschäfte und hier an Brautmodenläden, die auf die schnelle Lieferung bei Gautsche vertrauen. „Die rufen an und es geht gleich raus“, versichert Alexander Gautsche. In einem Teil des Firmensitzes gibt es inzwischen auch einen Outletverkauf, der von Montag bis Freitag geöffnet ist.
