Fußball
Selbst ein Ex-Bayern-Profi ist von Münchweiler begeistert
„Sag amoi, habt ihr noch nie Mannschaftsfotos gemacht?“, fragt Thomas Kastenmaier, Inhaber von „Kastes Fußballschule“, mit bayerischem Dialekt beim Aufstellen fürs Pressefoto. „Doch, aber noch nie mit so vielen Leuten“, antwortet schlagfertig einer der Teilnehmer am Fußball-Sommercamp auf dem Sportplatz am Langenberg in Münchweiler. Gelächter macht sich breit.
Am Rande des Geschehens beobachten der Vorsitzende der Fußballvereinigung Münchweiler, Andreas Bischoff, und FVM-Spielleiter Wolfgang Göller das Getümmel auf dem Rasen. Sie sind ebenso wie die Nachwuchskicker begeistert von der Art und Weise, wie der 59-jährige Kastenmaier (einst deutscher Meister mit Bayern München und DFB-Pokal-Sieger mit Borussia Mönchengladbach) und sein Trainerstab mit den jungen Leuten kommunizieren.
Salou hilft gerne beim Schnüren
Während der Trainingseinheiten rollen Dutzende von Bällen. Der Rasenplatz ist aufgeteilt in unterschiedliche Segmente. Während die einen Torschussübungen machen, werden die anderen im Zweikampfverhalten geschult. „Da geht’s mitunter schon mal zur Sache“, stellt Göller fest.
Neben Kastenmaier gestalten der ehemalige Gladbacher Mittelstürmer Bachirou Salou, Jörg Dittwar (von 1987 bis 1993 150 Bundesligaspiele für den 1. FC Nürnberg) und der frühere Kölner Zweitligaprofi Adam Cichon das Training. „Die Profis geben so viele Tipps, die weit über das Fußballerische hinausgehen“, merkt Göller an. Besonders Bachirou Salou steht hoch im Kurs bei einigen Mädels, die auch schon mal quasi vorsätzlich die Schnürsenkel ihrer Fußballschuhe öffnen, weil sie wissen, dass Bachirou beim Binden hilft.
Fußball im Sommer macht durstig
Der 15-jährige Jonathan Schulz und Samira Strobel (14) gehören zu den ältesten Camp-Teilnehmern; beide waren schon im Vorjahres-Camp in Münchweiler dabei. Der B-Jugend-Rechtsverteidiger übt den Torschuss. Es sind Übungen dabei, die er bis dato noch nicht kannte. Mein Vorbild ist Lionel Messi“, sagt er. Samira Strobel kickt bei den C-Junioren-Jungs und im Frauenteam der SG Thaleischweiler-Fröschen. „Es macht einfach Spaß“, erzählt die FCK-Anhängerin und merkt an: „Profifußballerin wär schon toll.“
„Überragende Kinder, toller Sportplatz, einmaliger Verein, super Verpflegung“ – so bringt Kastenmaier das zweite Camp bei der Fußballvereinigung Münchweiler auf einen Nenner Bleibt noch zu klären, was es mit dem Durst auf sich hat: Göller erläuterte eine besondere Statistik. Im vergangenen Jahr wurden während des Camps 450 Liter Wasser getrunken, dieses Jahr waren es rund 500 Liter. Sport macht eben durstig. Und Fußball im Hochsommer ganz besonders.