Pirmasens Schmerzhafte Lektion in Sachen Geduld

Jan Böhr
Jan Böhr

Nein, FKP-Kicker Jan Böhr hat wahrlich keine guten Erinnerungen an sein letztes Spiel in Alzey. Gegen RWO zog er sich – damals noch im Trikot des SV Herschberg – einen Achillessehnenriss zu. Der Auftakt einer langen Leidenszeit. Wenn die Pirmasenser heute (19.30 Uhr) im Verbandsligaspiel im Wartbergstadion antreten, ist Böhr zwar dabei, aber nur als Zuschauer.

Die Pirmasenser, derzeit Tabellenachte, treten mit einer ausgeglichenen Bilanz bei den abstiegsbedrohten Alzeyern an. RWO hat in 24 Spielen erst vier Siege geholt. Einen davon in der Spesbach mit einem 3:1 (1:0) gegen die Elf von FKP-II-Trainer Patrick Fischer. Wenn es nur die Niederlage wäre, die Jan Böhr mit dem heutigen Gegner in Verbindung bringen würde, er könnte es wohl verschmerzen. Doch die Verletzung hatte Einfluss auf das komplette vergangene Jahr. „Ich hatte samstags beim FK Pirmasens für die U23 unterschrieben, und am folgenden Dienstag beim Nachholspiel in Alzey passierte es. Die Achillessehne riss.“ Für den heute 28-jährigen Reifenberger begann eine lange Leidenszeit. „Da konnte ich schon die Vorbereitung nicht mitmachen. Was natürlich denkbar schlecht war“, sagt Böhr, der nur zu sechs Einsätzen im Team von FKP-Trainer Fischer kam, nachdem er wieder fit war. Zwei Mal war er von Anfang an auf dem Platz, vier Mal wurde er eingewechselt. „Ich habe noch kein Tor geschossen für den FKP“, macht der Offensivspieler deutlich, was ihn zusätzlich wurmt. „Ich hatte mich so gefreut auf diese neue Herausforderung, auf das andere Umfeld, auf die hier gebotene Perspektive.“ Natürlich würde er gerne mal zum Kader der Regionalliga-Mannschaft von „de Klub“ gehören. Aber es kam anders. Der 28-Jährige schlitterte von einer Verletzung in die nächste. „Ein bisschen ärgere ich mich über mich selbst. Ich bin ehrgeizig und dazu halt noch ungeduldig.“ Kaum, dass er schmerzfrei war, habe er wieder mit dem Training begonnen. „Heute weiß ich: Das war zu früh.“ Böhr hat gelernt, ist selbstkritisch. Erst war es ein Muskelfaserriss, dann bescherte ihm seine Ungeduld einen Muskelbündelriss. „Realistisch gesehen, ist die Saison für mich gelaufen“, sagt er. Jetzt sei Geduld angesagt. Um so mehr freut es ihn, dass der Verein ihn nicht hängen ließ, seinen Vertrag um eine weitere Saison verlängert hat. Dann will er unter dem kommenden FKP-II-Trainer Martin Gries richtig Gas geben und „zeigen, was ich kann“. „Ganz wichtig wird für mich sein, dass ich die Vorbereitung voll mitmachen kann und mir da die Fitness hole, die ich brauche, um verletzungsfrei in der Verbandsliga spielen zu können“, ist Böhr voll des Lobes für die Trainingsgestaltung von Fischer und die Betreuung der Spieler durch Mannschaftsarzt Nils Veith und den Physiotherapeuten der Body Lounge. FKP II bekommt Sieg aberkannt Einen Tag vorm Gastspiel in Alzey erreichte die Pirmasenser schlechte Kunde von der Spruchkammer des Südwestdeutschen Fußballverbandes. Die hat dem FKP II den 4:1-Sieg gegen den ASV Fußgönheim aberkannt und das Spiel mit 2:0 und drei Punkten für den ASV gewertet. Wie berichtet, hatte der FKP aus Spielermangel Benjamin Peters eingesetzt. Der gehörte vergangene Saison noch als Vertragsamateur zum Kader, beendete dann seine Spielerlaufbahn und ließ sich nicht in die Online-Spielberechtigungsliste einfügen. Der FKP erkundigte sich daher vor der Partie gegen Fußgönheim bei Verbandsliga-Leiter Lothar Renz, ob Peters dennoch eingesetzt werden darf, was Renz bejahte, wenn man dem Schiedsrichter den Spielerpass zeigen könne. Die Spruchkammer urteilte nun aber, Peters sei nicht spielberechtigt gewesen. FKP-II-Coach Patrick Fischer ärgerte sich gestern, dass er durch die RHEINPFALZ von der Entscheidung erfuhr und nicht vom Verband. Und auch das Urteil selbst kann er schwerlich nachvollziehen. Der Spieler wäre nie zum Einsatz gekommen, wenn Renz die geringsten Zweifel an der Rechtmäßigkeit geäußert hätte. Man habe schließlich nichts Illegales tun wollen. Ob der FKP nun Einspruch gegen das Urteil einlegt, konnte Fischer am Donnerstag noch nicht sagen. Das müsse er zunächst mit dem Vorstand besprechen.

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