Pirmasens Schliff für schlechte Schüler
Der IB arbeitet seit 1987 in Pirmasens und dem Landkreis Südwestpfalz und ist auf der Husterhöhe angesiedelt. „In diesem Zeitraum haben wir zahlreiche Aktivitäten von der offenen Jugendarbeit über Sprachkurse und unterschiedliche berufliche Qualifizierungsmaßnahmen, berufliche Erstausbildung, Berufsvorbereitung, Umschulung, Arbeitsvermittlung und vieles mehr durchgeführt“, erklärt Nicole Koch-Landau, die das Pirmasenser Bildungszentrum seit sechs Jahren leitet. Die Aufgaben und Ziele des IB in Pirmasens lassen sich laut der Leiterin mit den Schlagworten „Betreuen“, „Bilden“ und „Brücken bauen“ zusammenfassen. Ein Schwerpunkt in Pirmasens ist die berufliche Bildung sozial schwacher Jugendlicher. „Wir haben Kooperationen mit der Matzenbergschule und der Kirchbergschule. Schlechtere Schüler, die kurz vor dem Abschluss stehen und in ihrer Berufswahl noch unsicher sind, kommen für ein Jahr zu uns und nehmen an verschiedenen Maßnahmen teil, darunter Bewerbertraining oder Praktika bei Firmen vor Ort“, so Koch-Landau. Oftmals stehen die Jugendlichen inklusive deren Familien bereits im Leistungsbezug des hiesigen Jobcenters. Auch von dort werden Jugendliche unter 25 Jahren an den IB vermittelt. „Vielen fehlt es an einer Tagesstruktur, oft wissen sie nicht, wie sie ihren Alltag bewältigen können. Einige von ihnen brauchen gleich mehrere Anläufe, bis sie in eine Ausbildung gehen können“, erklärt Koch-Landau. Solchen jungen Menschen eine Perspektive zu bieten, sei eine der Hauptaufgaben des Bildungszentrums. Neben der Teilnahme an verschiedenen Programmen, die unter anderem dazu dienen, schulische Leistungen und damit die Chancen in Sachen Jobsuche zu verbessern, arbeiten die Jugendlichen in Pirmasens in verschiedenen Werkstätten des Bildungszentrums, etwa in der Holz-, der Bau-, oder der Metallwerkstatt. Die Themen Hauswirtschaft, Wirtschaft und Verwaltung, Lager und Logistik sowie Gesundheit und Soziales gehören ebenfalls zum Angebot des Bildungszentrums. Derzeit werden in Pirmasens 120 Jugendliche von 53 Festangestellten und 15 Honorarkräften, darunter zahlreiche Sozialpädagogen und Lehrer, betreut. Hinzu kommen etwa 30 Flüchtlingsfamilien mit jugendlichen Kindern, die ebenfalls im Leistungsbezug des Jobcenters stehen. Für diese Gruppe ist ab Mai ein zusätzliches Programm geplant. „Wir haben einen jährlichen Durchlauf von etwa 200 Jugendlichen. Die Vermittlungsquote ist je nach Projekt recht groß. Über 80 Prozent können wir in eine Ausbildung vermitteln, wenn sie an unseren Maßnahmen teilgenommen haben“, freut sich Koch-Landau. Finanziert werden solche Maßnahmen aus Landesmitteln und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Zusätzlich beteiligen sich das Jobcenter Pirmasens und der Landkreis Südwestpfalz an der Förderung. Aber nicht nur arbeitslose Jugendliche gehören zum Klientel des Bildungszentrums auf der Husterhöhe. Auch Erwachsenenbildung ist ein Thema. So werden für Arbeitnehmer auch zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa Seminare zum Thema Pflege oder Computerkurse angeboten. Die Kosten trägt in diesem Fall der Arbeitgeber.