Kita Niedersimten RHEINPFALZ Plus Artikel Schimmelbefall in Pirmasenser Kindergarten sorgt für Ärger bei Eltern

Kindergarten Niedersimten
Kindergarten Niedersimten

Schimmelsporen können zu schlimmen Atemwegserkrankungen führen. Die Stadt hat deshalb die Kita in Niedersimten vorübergehend geschlossen. Ein Vater ist aber unzufrieden mit der Übergangslösung. Außerdem erhebt er Vorwürfe gegenüber der Stadtverwaltung.

Aufgrund Schimmelbefalls musste die städtische Kindertagesstätte „Pusteblume“ in Niedersimten kurzfristig umziehen. Der Kindergartenbetrieb findet seit Mitte Februar für voraussichtlich acht Wochen in den Räumen des Banana Building auf der Husterhöhe statt. Die Kita-Leitung hatte dieses Vorgehen gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadt beschlossen. Im Sinne der Kinder sollten sie so als Gruppe zusammenbleiben und nicht auf unterschiedliche Einrichtungen verteilt werden. Die Vorgehensweise der Stadt wegen des Schimmelbefalls und die mit dem kurzfristigen Kita-Umzug verbundenen Unannehmlichkeiten gefallen einigen Eltern nicht. Ein Vater hat sich bei der RHEINPFALZ beklagt, namentlich genannt werden möchte er nicht.

Der Schimmel ist seit zwei Jahren bekannt

„Die Schimmelproblematik ist schon seit mindestens zwei Jahren bekannt und wurde von den Eltern bei der Kita-Leitung mehrfach vorgebracht“, erzählt er. Mehrere Kinder seien an Atembeschwerden erkrankt. Er wisse, dass eine vor zwei Jahren aus dem Ruheraum ausgetauschte Couch schwarz vor Schimmel gewesen sei. „Die wurde einfach durch eine neue ersetzt“, moniert er. Vor einem Jahr sei der Raum dann neu verputzt worden. Darüber habe er sich mit einem Fachmann beraten. Der habe ihm erklärt, es sei dabei der falsche Putz verwendet worden. Zudem seien die nun durchgeführten Abklebeproben nicht aussagekräftig, um den Schimmelbefall genau zu bestimmen. Vielmehr müsse dafür das Mauerwerk untersucht werden.

Dass es in der Vergangenheit in der „Kita Pusteblume“ mehrfach zu Feuchtigkeitsproblemen kam, sei unbestritten, sagte Talea Meenken von der Pressestelle der Stadt Pirmasens. Alle bisherigen Vorfälle seien von der Kita-Leitung gemeldet und sofort an das Bauamt zur Behebung weitergeleitet worden. So etwa sei das Dach undicht gewesen. Die undichte Stelle sei umgehend repariert und die betroffenen Bauteile getrocknet, ausgebessert oder ersetzt worden. Im Ruheraum sei der betroffene Putz durch mineralischen Putz ersetzt und zusätzlich seien Heizkörper installiert worden. Dass der Schimmel nun erneut aufgetreten sei, habe die Stadt zu einer neuen Herangehensweise veranlasst, sagte Meenken.

Eine Raumluftmessung steht an

In den nächsten Wochen werden der Pressesprecherin zufolge die betroffenen Bauteile entsprechend behandelt, das Oberflächenwasser wird abgefangen und vom Gebäude weg geleitet und das Mauerwerk durch ein Elektroosmoseverfahren trockengelegt. Eine spezielle fungizide Innendämmung solle das Raumklima weiter verbessern. Der Erfolg werde durch eine weitere Raumluftmessung überprüft, bevor der Kindergarten wieder einzieht kann.

Der Vater kritisiert die Übergangsmöglichkeit

Den Vater stören aber nicht nur die Bauarbeiten, sondern auch der Umzug nach Pirmasens und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten für die Eltern. Die Busfahren seien für Eltern ohne Führerschein nicht zumutbar, denn die Strecke könne nur mit einem Umstieg bewältigt werden. Auch hält er die Ausstattung mit Toiletten im Banana-Building für unzureichend. Dort stehen lediglich eine Kinder- und eine Erwachsenentoilette zur Verfügung.

Der Toilettengang werde von den verantwortlichen Erzieherinnen organisiert und bislang gebe es dabei keinerlei Probleme. Das habe die Nachfrage in der Kita ergeben, sagte Meenken dazu. Was den Transport betreffe, seien nach einem Gerichtsurteil alle Einrichtungen zumutbar, die in 30 Minuten zu erreichen sind. Zudem wurde den Eltern ohne Führerschein angeboten, eine kostenlose Busfahrkarte beim Jugendamt zu beantragen. Nach Rücksprache mit der Kita funktioniere der Transport aber wohl gut. Alle Kinder seien regelmäßig und rechtzeitig in der Einrichtung. In solch einer „Ausnahmesituation“ wie sie momentan gegeben sei, sollte im Sinne der gegenseitigen Unterstützung die Bildung von Fahrgemeinschaften angedacht oder zwischen den Eltern abgesprochen werden, schlägt Meenken vor.

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