Pirmasens Ruppertsweilerer Märchen

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RUPPERTSWEILER. Wenn in einem Dorf oder einer Stadt des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken ein Fußballmärchen geschrieben wurde, dann fallen einem drei Namen ein: Pirmasens, Großsteinhausen und Ruppertsweiler.

Der FK Pirmasens schaffte den Verbleib in der Regionalliga und qualifizierte sich für den DFB-Pokal. Der SV Großsteinhausen holte mit seinen beiden Teams im aktiven Bereich die Titel in der C-Klasse West und der A-Klasse. Und der FC Ruppertsweiler feierte zwei Titel hintereinander, stieg von der C- in die A-Klasse auf. „Ja, wir haben schon ein Märchen geschrieben“, ist denn auch Mario Heid (44), neben Patrick Betz Trainer des A-Klassenaufsteigers, glücklich. Es war denn einmal – so fangen wohl die meisten Märchen an – ein FC Ruppertsweiler, der vor Beginn der Saison 2012/13 zwölf Spielerabgänge zu verkraften hatte. Wäre da nicht Mario Heid mit 17 Neuen vom SV Lemberg gekommen, der FCR hätte wohl zuschließen können. Doch es kam anders. Der zusammengewürfelte Haufen schlug sich recht wacker und erreichte Platz drei in der Endabrechnung. Vor der Saison 13/14 mehrte Ruppertsweiler seine Quantität und Qualität und marschierte ohne Niederlage durch die Saison direkt in die B-Klasse Ost. Kicker mit hochwertigem Fußballgen fanden Gefallen am FCR und letztlich reichte es für die nie verzagenden Ruppertsweilerer zum nächsten Titel. „So etwas hat es in Ruppertsweiler noch nie gegeben. Da wird man in hundert Jahren noch davon reden“, befindet Heid. Eine Welle der Euphorie packte den FCR. „Es hat sich vieles positiv verändert“, erklärt Heid. Statt sieben Ausschussmitglieder, wie in den Jahren zuvor, seien nun 16 Funktionäre zu zählen. Es gibt einen Förderverein und der Rasen des FCR wurde mit einer Finanzspritze von 8500 Euro saniert. Gleich zwei Spielleiter (Florian Schmidt und Horst-Dieter Burkhart) kümmern sich um die sportlichen Belange. Heid spricht von einer sukzessiven Entwicklung und dass „einfach alles gut miteinander harmoniert“. Dabei sei alles auf den Weg gebracht worden, „ohne Geld“ an Spieler zu zahlen. Gleichwohl sei man realistisch genug um zu wissen, dass sich Märchen nicht unendlich fortschreiben lassen. Die A-Klasse sei sehr gut und ausgeglichen besetzt. Um die notwendigen Punkte zum Verbleib in der A-Klasse einzufahren, müssten die Akteure in schwarz-weiß in jedem Spiel an ihr Limit gehen. Und mehr als den Verbleib in der Klasse zu erwarten sei unrealistisch. „Wir genießen das Ganze“, erzählt Heid, der einst im Tor des SV Ruhbank (unter Trainer Horst Brill) A-Klassenluft geschnuppert hat. Zwar habe der FCR mit Mike Dauth ihren Führungsspieler verloren (er wechselte zum Landesligisten SG Eppenbrunn), doch der vom SV Obersimten gekommene Tobias Münch habe sich „noch einmal mächtig reingekniet und kann die Führungsrolle von Dauth übernehmen“, so Heid. In der Offensive habe der vom PSV Pirmasens gekommene Özgür Sümer gezeigt, dass er auch in der A-Klasse „wirbeln“ könne. Dem ebenfalls vom PSV nach Ruppertsweiler gekommene Zehir Bekerida fehle derzeit noch „die Luft“. Zum Saisonstart beim FC/VfB Münchweiler, gegen dessen zweite Mannschaft vor zwei Jahren nur mit Ach und Krach gewonnen werden konnte, könnte der FCR wegen der geringen Entfernung fast joggend anreisen. „Da geht am Sonntag die Post ab“, ist sich Heid sicher. Mit Sascha Müller (Urlaub) und Christopher Gampfer (verletzt) fehlen Ruppertsweiler zwei wichtige Spieler. (ig) Das Programm A-Klasse Pirmasens/Zweibrücken: FC Knopp - SpVgg Battweiler-Reifenberg, MTV Pirmasens - SV Palatia Contwig, FK Petersberg - SV Hochstellerhof, SV Bottenbach - SV Hermersberg II, FC/VfB Münchweiler - FC Ruppertsweiler, TuS Leimen - SV Ixheim (alle So, 15), SC Weselberg - FC Dahn, SG Waldfischbach - FC Fischbach (beide So, 15.15). A-Klasse Südpfalz: u.a. SV Wernersberg/Spirkelbach - FSV Freimersheim (So, 17).

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