Pirmasens Ruhestand ist noch keine Option

Architekt Hans-Peter Arnold: Selbst mit 70 Jahren denkt er noch nicht an den Ruhestand.
Architekt Hans-Peter Arnold: Selbst mit 70 Jahren denkt er noch nicht an den Ruhestand.

„Ein Unikat in Pirmasens und weit darüber hinaus“, schwärmt Architekt Hans-Peter Arnold noch heute vom sogenannten Banana Building, das gebogene ehemalige Kasernengebäude für amerikanische Soldaten in der Pestalozzistraße. Wenn Arnold heute, an seinem 70. Geburtstag zurückblickt, ist er immer noch der Überzeugung, dass dies „der richtige Weg war“, obwohl ihn damals alle für verrückt erklärten.

Doch die Entwicklung gab ihm recht. Denn nicht nur mit der Vermietung war die „Banana Building Immobilien GmbH & Co.KG“ erfolgreich (heutiger Vermietungsstand 85 Prozent), sondern es stand auch eine Philosophie hinter dem Erwerb des Gebäudes. „Der Eingang von der Pestalozzistraße und auf der anderen Seite hinaus in die Delaware Avenue sollte symbolisieren, dass jetzt das Konversionsgelände Husterhöhe zur Stadt hin geöffnet ist.“ Ebenfalls beteiligt war der geschäftsführende Gesellschafter von „Arnold und Partner “ mit der damaligen „Projektentwicklung Pirmasens GmbH “ bei der Erschließung von Bunker Hill, der ehemaligen amerikanischen Wohnsiedlung. Als Stichworte nennt er die Fachhochschule, das PFI, das Schuh-Kompetenzzentrum, studentisches Wohnen, die Einkaufsmärkte und einiges mehr. Zudem tragen etliche weitere Groß-Projekte in Pirmasens und Umgebung Arnolds Handschrift. Hans-Peter Arnold hat sich aus dem Tagesgeschäft schon etliche Zeit zurückgezogen. Der Modus „Ruhestand“ ist für ihn jedoch keine Option. Er ist als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Gerichte, Behörden und Privatpersonen in Rheinland-Pfalz und über die Landesgrenzen hinaus voll ausgelastet. Der Mann liebt seinen Beruf. Und er hat ihn auch von der Pike auf gelernt. „Ich war zunächst Bauzeichner mit abgeschlossener Lehre und habe dann über den zweiten Bildungsweg die Architekturschiene eingeschlagen“, berichtet er aus der Zeit vor seinem Eintritt ins väterliche Architekturbüro. Der hat 1954 das Büro gegründet und war engagiert in der Bauleitung beim Wiederaufbau der Pirminiuskirche und beim Nardinihaus. Sein Name ist auch verbunden mit dem Hausbau Schloßstraße 29 (Strumpf Fischer), mit der Metzgerei Vogt in der Hauptstraße, dem ehemaligen Roxy-Kino in der Ringstraße, dem Bau der katholischen Kirche in Petersberg und so weiter. Nach dem frühen Tod seines Vaters (42 Jahre) eröffnet Hans-Peter Arnold im Jahr 1970 nach abgeschlossenem Studium das Architekturbüro wieder. Aus der Ein-Mann-Show entwickelte sich ein erfolgreiches Unternehmen, das heute fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt und für die nächsten zwei/drei Jahre mit Aufträgen sehr gut ausgestattet ist. Arnolds Söhne Christoph (42) und Daniel (40) traten 2005/06 ins Geschäft ein. Im Jahre 2009 wurde das Einzelbüro in eine Partnergesellschaft umgewandelt und firmiert seither unter „Arnold und Partner – Architekten mbB“. Er und seine Söhne sind gleichberechtigte Geschäftsführer. Früh hat sich Arnold auch standespolitisch engagiert. So war er 18 Jahre lang Vorsitzender der regionalen Kammergruppe der Architektenkammer Rheinland-Pfalz (RLP), von 1982 bis 2001 Mitglied der Vertreterversammlung der Architektenkammer RLP, neun Jahre lang Landesvorsitzender der Vereinigung freischaffender Architekten und Mitglied im Sachverständigenausschuss der Architektenkammer. Ehrenämter hatte und hat er auch noch immer in seiner Heimatstadt Pirmasens. 15 Jahre lang war er Vorstandsmitglied beim Verein Haus und Grund, zehn Jahre lang hatte er Sitz und Stimme im Aufsichtsrat des FKP. Vorsitzender beim Verein „Kunst und Kultur“ war er von 1990 bis 2001, was zeigt, dass ihm beide Felder am Herzen liegen. Das wurde besonders deutlich, als er anlässlich seines 50. Geburtstages der Stadt eine Spende zur Restaurierung von Bürkel-Zeichnungen überreichte. Seit 25 Jahren ist Hans-Peter Arnold Mitglied des Lionsclubs, wo er zweimal Präsident war. Am Freitag, 2. März, hat Arnold Freunde und Wegbegleiter zwischen 11 und 14 Uhr zu einem Empfang in die Alte Post eingeladen. Statt persönlicher Geschenke bittet er um Spenden für den Lionsclub.

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