Spiel der Woche
Rot-Weiß Pirmasens: Das erste Kerwespiel in der „Fremde“
Weil der große, von den Gegnern meist ungeliebte Hartplatz der Sommerwäldler in ein schmuckes Rasenfeld verwandelt worden ist, aber noch nicht bespielt werden darf, zog der SV Rot-Weiß zum Stadtderby der B-Klasse Ost gegen den SV Erlenbrunn rund drei Kilometer weiter und kickte auf dem Kunstrasen im Sportpark Husterhöhe. „Ein Heimspiel auf neuem Rasen wäre schön gewesen“, sagte Ex-Vorsitzender Wolfgang Alt, der das Platzgelder kassierte. Der aktuelle Vorsitzende, der selbst noch mitspielende Steffen Sauer, bedauerte ebenfalls den Verzicht auf ein Match vor dem eigenen Sportheim, zumal dadurch wirtschaftliche und finanzielle Nachteile entstanden seien. „Aber es ist nun mal nicht zu ändern“, nahm er den Ausfall eines echten Kerwespiels noch gelassen hin.
Nach den Worten von Spielertrainer Steven Zimmermann wird wohl am 20. September gegen den TuS Rumbach erstmals ein Herrenspiel auf dem neuen Grün ausgetragen werden können. Am Samstag durften E-Jugendliche in einem Turnier schon mal den Rasen testen.
Viele Ballverluste, viele Unterbrechungen
Das Kunstrasenderby gegen Erlenbrunn endete mit einem 2:2. Es war geprägt von überdurchschnittlich vielen Zweikämpfen, vielen Ballverlusten und zahlreichen Verletzungspausen. Erlenbrunn dominierte vor allem im ersten Abschnitt, versäumte es allerdings, seine zahlreichen guten Möglichkeiten zu Toren zu nutzen. Nur der das Spiel des SVE prägende Kai Hildebrandt traf per Freistoß zum 1:1 (22.). Simon Keim (31.) und Martin Grünwald (35.) donnerten danach den Ball an die Torlatte. Zuvor hatte Zimmermann mit einem Schuss aus rund 35 Metern für die 1:0-Führung (7.) der Rot-Weißen gesorgt.
Mitten in die nach dem Seitenwechsel anhaltende Erlenbrunner Dominanz sorgte Alexander Herrlich mit einem Kopfball-Torpedo für die überraschende 2:1-Führung der Gastgeber (60.). Dann ging die Kapitänsbinde der Erlenbrunner auf Reisen. Kapitän Sven Forster übergab diese nach seiner Auswechslung (66.) an Martin Grünwald, der unmittelbar danach einer Zeitstrafe kassierte und die Binde an den gerade in der Nähe stehenden Elias Theisinger weitergab. Den wiederum schien das neue Amt zu motivieren. Mit einem fulminanten Distanzschuss zum 2:2 (77.) rettete er gegen nur noch zehn Rot-Weiße – Jeremy Müller hatte den Schiri verbal attackiert und deshalb Rot (62.) gesehen – einen Punkt.
Die Kerwe im Mittelkreis gestartet
„Wir haben viel richtig und gut gemacht, aber zu viele Chancen liegenlassen“, befand Hildebrandt später. SVE-Sportvorstand Bernd Metzmann zeigte sich mit dem einen Punkt ebenso zufrieden wie Rot-Weiß-Coach Zimmermann. Seine Mitspieler hätten bislang kaum auf einem Sportfeld trainieren können, weshalb das spielerische Potenzial noch nicht ausgeschöpft werden konnte. Ziel sei es, möglichst frühzeitig nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.
Direkt nach dem Abpfiff starteten die Rot-Weiß-Akteure auf dem Kunstrasen in einem Spielerkreis die Kerwe. „Hoch soll se läwe“, donnerte es aus 20 Kehlen. So laut, dass man es im Sommerwald gehört haben könnte.