Pirmasens Remondis stoppt Gewerbemüll
Der Remondis-Standort am Staffelhof nimmt keinen Gewerbemüll mehr an. Grund des Annahmestopps: „Es gibt keine Verbrennungskapazitäten“, sagt Remondis-Sprecher Michael Schneider. Besonders betroffen sind Gewerbemüllarten wie behandelte Hölzer, die Spezialverbrennungsanlagen benötigen.
Betroffen sind unter anderem Handwerker wie ein Pirmasenser Fensterbauer, der nach eigener Aussage mehrfach bei Remondis am Staffelhof abgewiesen worden sei. Das Lager sei voll, sei ihm gesagt worden, schildert er gegenüber der RHEINPFALZ. Jetzt steht er in Verhandlungen mit Südmüll in Zweibrücken, um dort seinen Müll loszuwerden, was jedoch mit mehr Aufwand verbunden ist. „Wir sind branchenweit derzeit in einer schwierigen Situation“, erklärt Michael Schneider, Sprecher der im westfälischen Lünen sitzenden Remondiszentrale. In Deutschland gebe es generell nicht ausreichend Verbrennungskapazitäten. Dazu komme momentan die eklatante Unterversorgung mit Müllverbrennungsanlagen im europäischen Ausland, was zu Müllimporten nach Deutschland und einer weiteren Verknappung führe. Unter anderem werde im großen Stil aus Großbritannien Müll nach Deutschland gebracht. Wenn dann noch eine Revision wie derzeit in einer Mannheimer Müllverbrennungsanlage dazukomme, seien die Kapazitäten schnell voll. Remondis betreibe am Staffelhof kein Mülllager, weshalb die Anlieferer abgewiesen werden müssten. „Wir suchen verzweifelt nach Alternativen“, so Schneider, der auf eine baldige Wiederinbetriebnahme der Mannheimer Anlage hofft. Aber selbst dann werde sich die Situation nicht grundlegend entspannen. „Es ist nicht absehbar, wann das besser wird.“ Der Engpass betreffe derzeit vor allem durchmischten Bauschutt und so genannte A 4-Hölzer, worunter beispielsweise Fensterholz fällt, da es lackiert ist. Für diese Müllarten brauche es besondere Müllverbrennungsanlagen – womit die benachbarte MVA ausfällt. Dort dürfen nur Hausmüll und hausmüllähnlicher Gewerbemüll angeliefert werden. Auch bei der Fehrbacher MVA ist der Ofen gut gefüllt. „Wir sind zur Zeit sehr voll“, meint der neue Geschäftsführer des Zweckverbands Abfallverwertung Südwestpfalz (ZAS), Thomas Linnert, der eine Zunahme von Direktanlieferungen Gewerbetreibender feststellt. Wer normalen Restmüll habe, könne den auf jeden Fall bei der MVA direkt anliefern, müsse vielleicht aber auch mal etwas länger warten, so Linnert. Lackierte Hölzer und andere besondere Müllarten dürften aber nicht in Fehrbach verheizt werden. „Dafür haben wir keine Genehmigung.“ Besagter Fensterbauer wollte auch einen Teil seines Mülls an der MVA loswerden. „Da habe ich aber schnell wieder umgedreht, als ich die Preise gesehen habe. Die wollen ja fast das Vierfache von dem, was ich bei Remondis zahlen würde.“ Direktanlieferer zahlen einen ähnlichen Tarif wie die Mitglieder des ZAS, der deutlich höher liegt als der Preis, der auf dem freien Markt für Gewerbemüll üblich ist – ein seit Inbetriebnahme der Fehrbacher MVA bekanntes Problem. |kka