Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Quasimodo und Sportsbar bereiten ihren Inhabern derzeit keine Freude

Raphael Wagenblatt am Ausschank in der Sportsbar.
Raphael Wagenblatt am Ausschank in der Sportsbar.

Raphael Wagenblatt und sein Partner Daniel Schneider nehmen die Corona-Krise locker. „Wir versuchen positiv durch diese Zeit hindurch zu gehen“, sagt Wagenblatt im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Wir sind solide aufgestellt, so dass wir uns keine Sorgen machen müssen, dass bei uns alles zusammenbricht.“

Wagenblatt und Schneider vertreten die Software-Schmiede Dara Innovations GmbH und die Dara Event GmbH, Betreiberin der „Sportsbar“ und des Musikclubs „Quasimodo“. „Hand aufs Herz“, sagt Wagenblatt, geschäftsführender Gesellschafter der beiden Unternehmen, „wir sind 23 Jahre alt und bei allem Negativen: Uns tut das jetzt nicht so arg weh, weil wir noch ein paar Jahre haben, um die coronabedingten Ausfälle wieder aufzuholen. Wir wussten ja, dass die Investitionen ins Quasimodo sich nicht sofort amortisieren. Wenn nicht Corona gekommen wäre, hätte uns vielleicht etwas anderes getroffen. Das ist meistens so und gehört zum unternehmerischen Risiko dazu.“

Es geht um richtig viel Geld

Ein dreiviertel Jahr, nachdem die beiden Geschäftsführer den Musikclub auf der Husterhöhe von Jürgen Kölsch übernommen und grundsaniert hatten, wollten Schneider und Wagenblatt groß einsteigen. Zum Beispiel war die 3. Summer-Break-Party mit Public Viewing geplant. „Da hatten wir bereits Partner mit im Boot“, sagt Wagenblatt. „Die ersten Aufträge waren verteilt, die wir Gott sei Dank wieder zurücknehmen konnten. Aber im Endeffekt sprechen wir durch den Ausfall dieses Events von richtig viel Geld. Von Umsatz, der verloren ging und den wir dieses Jahr wohl nicht mehr aufholen.“

Großer Biergarten mit Strandfeeling geplant

Das Quasimodo ist für die beiden Betreiber ein Langzeitprojekt. Geplant sei in diesem Jahr noch die Erweiterung des Raucherbereichs. Zum zweiten arbeitet die Dara Event an einem Konzept, das den Arbeitstitel „Ferien in Pirmasens“ trage. Hier seien noch Abstimmungen mit der Stadt nötig. Die Macher planen einen großen Biergarten mit Strandfeeling, um „ein bisschen Flair in die Stadt zu bringen. Das soll keine Konkurrenz werden zur städtischen Beach-Party auf dem unteren Schlossplatz, sondern ein Biergarten mit Bänken, Flammkuchen, Pizzen und Bedienung am Tisch“.

Apropos Bedienung: Die drei Festangestellten des „Quasi“ befinden sich derzeit in Kurzarbeit, die 450-Euro-Kräfte trifft’s schwerer, weil sie keinen Lohnersatz erhalten. „Das ist hart für die Leute, aber wir können es leider nicht anders regeln.“

450-Euro-Kräfte besonders betroffen

Bei der „1875 Sportsbar“ im Bahnhof waren ebenfalls 450-Euro-Kräfte im Einsatz. Auch für sie gibt es aktuell keine Arbeit und somit kein Geld. Momentan knirsche noch der Sand im Getriebe. „Derzeit sind wir froh, wenn wir kostendeckend arbeiten können. Wir schauen uns das noch eine Zeit lang an und müssen dann eventuell eine andere Strategie fahren; denn wir leben nun mal nicht vom Drauflegen.“ Aktuell halten die Köchin und zwei Servicekräfte die Fahne der Sportsbar aufrecht. Die Lokalität sei geöffnet. Lediglich der Mittagstisch fällt aus, weil noch viele Leute in Kurzarbeit seien und außerdem der klassische Mittagstisch, bei dem drei oder vier Leute zusammen essen gehen, in dieser Form nicht erlaubt sei.

An der Theke geht gar nichts

Wenn jemand die Sportsbar besuchen wolle, gelte folgendes Prozedere: „Die Leute können sich bei uns anmelden, dann werden wir versuchen, den Gästen einen Platz zu ermöglichen“. An der Theke gehe grundsätzlich gar nichts. „Gerade in solch einer Location tut das besonders weh“, sagt Wagenblatt. Lediglich einen Tisch habe die Sportsbar im Inneren der Gaststätte opfern müssen. Somit könne den Gästen genügend Platz geboten werden. Zumal draußen innerhalb eines abgesperrten Areals eine komplette Bestuhlung zur Verfügung stehe. Unterm Strich kommen rund 100 bis 120 Plätze heraus. Trotzdem: Der bisherige Umsatzausfall sei enorm. „Ich bin mir sicher, dass wir allein in der Sportsbar von einem hoch-fünfstelligen Betrag reden müssen. Das holen wir dieses Jahr nicht mehr auf. Fußball ist ausgefallen.“

Alle drei Bereiche leiden

„Beim Hauptstandbein, der Dara Innovations GmbH, wo wir ebenfalls nur mit einer Kernmannschaft arbeiten, haben wir die Delle später gemerkt“, sagt Wagenblatt. Werbe-, Marketing- oder auch Entwicklungsaufträge seien aktuell zurückgestellt. Auch mit Investitionen in Business-Software seien Unternehmen vorsichtiger geworden. „Gleichzeitig haben wir die Herausforderung, dass unsere Plattform, über die wir Veranstaltungstickets verkaufen oder auch Tickets für Indoorspielplätze, momentan ebenfalls keinen Umsatz generiert. Ich hätte niemals gedacht, dass wir von irgendetwas so getroffen werden, dass wirklich alle drei Bereiche darunter leiden.“

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