Pirmasens Prätorianer geben sich geschlagen
«PIRMASENS.»Nach einer 14:0-Führung haben die Pirmasens Praetorians am Samstag ihr erstes Landesliga-Heimspiel gegen die Rhein Main Rockets Offenbach noch mit 27:36 (7:0/14:14/0:14/6:8) verloren. Das Passspiel der Hessen machte dem Aufsteiger gewaltig zu schaffen. So gab’s nach acht Siegen hintereinander die erste Niederlage überhaupt seit Gründung der American-Football-Abteilung des FKP.
Dabei schien es zunächst so, als könnten die Offenbacher den Gastgeber nicht ernsthaft in Gefahr bringen. Immer wieder prallten ihre Angriffsversuche ab. Auch gab es einige Unzulänglichkeiten bei den Snaps. Der erste offensive Spielzug der Praetorians war sinnbildlich für die Anfangsphase. Quarterback Kevin Johnston nahm sich den Ball und erlief gleich einen Raumgewinn von 15 Yard. Kurz vor der Endzone jedoch verlor die Mannschaft um Headcoach Andreas Baur den Ball. Hier war kaum daran zu denken, dass sich dieser Ballverlust später noch rächen sollte. Zu überlegen waren die Praetorians. Schon vor Ablauf des ersten Viertels gelang Michael Bobrowski der erste Touchdown. Für den Extrapunkt sorgte Timo Hoffmann. Im zweiten Viertel lief vor 350 Zuschauern im Stadion Spesbach erst mal alles weiter nach Plan. Maurice Laufer narrte die gesamte Defensive der Gäste und legte den Ball in der Endzone ab. Auch der fällige Extrapunkt war ein Leichtes für Hoffmann. Nach dem 14:0 folgte jedoch der Bruch. „Wir konnten die Pässe der Offenbacher nicht mehr stoppen“, stellte Defensive-Coach Patrick Niedenzu fest. Er löste den Headcoach an der Seitenlinie ab. Dieser konnte – wie bereits vor der Partie bekannt war– ab dem zweiten Viertel das Spiel aus privaten Gründen nicht mehr weiter verfolgen. Niedenzu versuchte in der Folge alles, um die immer zwingender werdenden Offenbacher zu stoppen. Vergeblich. Nach drei Strafen in Serie für die Pirmasenser, unter anderem wegen Facemask (Griff in eine Öffnung des Helms), die zu 25 Yards Raumverlust führten, dann der erste Touchdown der Rockets. Diesen erzielte Enis Basol. Der Versuch einer Two-Point-Conversion (Alternative zum Extrapunktversuch, die zwei Punkte einbringt) misslang, sodass die Hessen nur sechs Punkte auf der Habenseite hatten. „Heute hat sich das bezahlt gemacht, was wir in der Vorbereitung geleistet haben“, freute sich Offenbachs Trainer Tim Kleinschrot und sah den ersten Touchdown als entscheidenden Faktor für den Auswärtssieg. Noch vor der Pause gelang seiner Mannschaft nach einer Interception der Anschluss und mit einer geglückten Two Point Conversion der Ausgleich. Doch noch hielten die Praetorians erfolgreich dagegen. Trevor Ross schaffte mit einem spektakulären Hechtsprung den dritten Touchdown noch vor der Halbzeit. „Uns hat dann das Momentum gefehlt. Die Mannschaft ist mit dem Rückstand nicht zurechtgekommen, es war eine völlig neue Situation“, analysierte Niedenzu die Phase direkt nach der Pause. Denn bereits zum Ende des dritten Viertels führten die Offenbacher mit 28:21. Gerade der Wide Receiver der Gäste, Finn Burschyk, machte den Pirmasensern gehörig zu schaffen. Immer wieder befreite er sein Team aus brenzligen Situationen, sorgte für große Raumgewinne. „Wir müssen nun mit mehr Variationen im Training vorgehen, damit wir solche Spielzüge stoppen können“, folgerte der Defensive-Coach der die erste Niederlage der Abteilungsgeschichte auch als Lernmöglichkeit für das Team ansieht. Mehr als ein Touchdown gelang in der Folge nicht mehr. Die folgende Möglichkeit zum Extrapunkt vergab Hoffmann, was die Pirmasenser beim Stand von 27:28 mächtig unter Druck setzte. Nach einem weiteren erfolgreich gefangenen Pass in der Endzone des Heimteams war die Partie beim Stand von 36:27 zugunsten der Rockets entschieden. Zwar hatten die Praetorians den Gegner immer wieder am Rande eines Ballverlusts, aber gleich vier mal befreiten sich die Gäste im dritten Versuch. „Wir müssen einfach das abrufen, was wir im Training üben, dann reicht es auch gegen den Meisterschaftsfavoriten“, freute sich Kleinschrot über den Überraschungserfolg. „Die Offenbacher haben gnadenlos unsere Schwachstellen ausgenutzt“, bilanzierte Niedenzu, der am kommenden Sonntag (Beginn: 14 Uhr) im zweiten Heimspiel gegen die Fulda Saints wieder einen Sieg einfahren will.