Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Plub: Stadtwerke nutzen Hallenbadschließung zur Sanierung

An den Becken wird die Umrandung neu gefasst, wie Plub-Betriebsleiter Peter Zimmermann erläutert.
An den Becken wird die Umrandung neu gefasst, wie Plub-Betriebsleiter Peter Zimmermann erläutert.

Weite Teile des Hallenbads und der frühere Saunaturm gleichen einer Großbaustelle. Die Stadtwerke wollen die achtwöchige Sommerschließung nutzen, um wichtige Brandschutzarbeiten zu erledigen. Die lange angekündigte Erneuerung der Umkleidekabinen wurde auf das kommende Jahr verlegt. Für die Gastronomie könnte es eine Lösung geben.

Die Baustelle beginnt schon vor dem Eingang. Links daneben wird aufwändig mit Baggern gegraben, um einen zweiten Fluchtweg zu installieren, erläutert Betriebsleiter Peter Zimmermann. Die Hauptarbeiten für den Brandschutz finden sich jedoch im Turmbau. Dort werden Trockenwände mit Blechen verstärkt oder Kabel für die Brandmeldeanlage verlegt. Die Bestimmungen waren verschärft worden und die Stadtwerke mussten nachinvestieren, begründet Zimmermann die neuen Arbeiten.

Viel gearbeitet wird aber auch im Keller. Auch dort müsse für den Brandschutz nachgerüstet werden. Hauptsächlich werden allerdings Investitionen für niedrigere Betriebskosten getätigt, wie Zimmermann am Beispiel des Blockheizkraftwerks erläutert. Das läuft in der Regel, wenn Wärme im Haus gebraucht wird und produziert nebenbei Strom, der von den Stadtwerken verkauft werden kann. Da die Strompreise auf dem Markt oft jedoch sehr hoch sind, wenn das Plub gerade keine Wärme braucht, wurde eine neue Leitung gelegt, die künftig überschüssige Wärme vom Plubkraftwerk in das Fernwärmenetz der Stadtwerke einspeisen kann. Das Kraftwerk könne damit viel länger laufen und von teuren Strompreisen profitieren.

Filter: Glasperlen statt Sand

Sparen will Zimmermann auch mit einem Komplettaustausch der Filter. Die werden aktuell noch mit Sand betrieben, der aufwändig zu spülen ist. Im Keller stapeln sich nun zig Säcke mit Glasperlen, die besser das Wasser reinigen können und einfacher zu spülen seien, wie Zimmermann erläutert. Die Wasserqualität werde damit besser, während gleichzeitig die Kosten sänken. Die Glasperlen seien allerdings in der Anschaffung teurer.

Nach und nach müssen in dem kaum zu durchschauenden Rohrgewirr die alten PVC-Rohre ausgetauscht werden. Laut Zimmermann sind im Lauf der Jahre die Weichmacher aus den Rohren ausgewaschen worden und sie drohen, brüchig zu werden. Ein Austausch gegen länger haltbare Polyethylenrohre sei nötig. Dabei zeigt der Betriebsleiter nach oben an die Decke, wo ein Blech komplett korrodiert ist. An der Stelle scheint aus dem Schwimmbecken oder einer Zuleitung Wasser ausgetreten zu sein und das ist wegen des darin enthaltenen Chlors so aggressiv, dass innerhalb weniger Wochen dicke Bleche korrodieren.

Künftig weniger Chlor im Wasser

In Zukunft wird das Plub jedoch mit deutlich weniger Chlor im Wasser auskommen. Zimmermann präsentiert beim Baustellenrundgang eine neue Ozonanlage, in der mit starkem UV-Licht das Wasser bestrahlt und damit Ozon gebildet wird, das ähnlich gut keimtötend wirkt wie das Chlor.

Die aufwändigen Brandschutzarbeiten bedingen, dass dieses Jahr im Hallenbad wieder mal acht Wochen lang nicht geschwommen werden kann. Normalerweise ist im Sommer nur sechs Wochen lang geschlossen. Im kommenden Jahr wird eine erneute achtwöchige Schließung nötig. Die seit längerem immer wieder aufgeschobene Komplettsanierung des Umkleidebereichs soll dann erledigt werden, wie Zimmermann ankündigt.

Für die nach dem Rückzug von Eric Kunz und seiner Burgerei leerstehende Gastronomie könnte sich bald eine Lösung finden, hofft Zimmermann. Aktuell gebe es zwei vielversprechende Interessenten. Das Plub wird am 26. August wieder das Hallenbad öffnen.

Das undurchsichtige Rohrengeflecht im technischen Herzen des Plub soll saniert werden. Hier ist aggressives Badewasser ausgetret
Das undurchsichtige Rohrengeflecht im technischen Herzen des Plub soll saniert werden. Hier ist aggressives Badewasser ausgetreten und hat innerhalb weniger Wochen Teile der Versorgungsanlage korrodiert.
x