Pirmasens Platz für Entdeckungen

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Spannend ist die Reise durch 20 südwestpfälzische Ateliers, die der Dahner Kunstverein mit seiner Mitgliederausstellung im Alten Rathaus bietet. Künstler von Rodalben bis Vorderweidenthal zeigen Malerei, Skulpturen und Fotografie auf einem Niveau, das frühere Mitgliederausstellungen vermissen ließen. „Mal was Neues“ lautet doppeldeutig der Titel der Ausstellung.

In früheren Mitgliederausstellungen - nicht nur in der Dahner Galerie N - wurden tatsächlich Jahr für Jahr von manchen Künstlern die selben Bilder gezeigt, weil vielleicht im Laufe des Jahres nichts neues Zeigenswertes entstanden ist. Deshalb war die Vorgabe in diesem Jahr, dass nur Arbeiten ausgestellt werden, die nicht älter als zwei Jahre alt sind. Eine Vorgabe, die sich gelohnt hat, wie die aktuelle Ausstellung zeigt. Die Qualität der Ausstellung ist deutlich gestiegen. Es finden sich zwar immer noch die für einen Verein in der Region wohl unerlässlichen Blumenstilleben, Porträts und Wasgaulandschaften mit Winterimpressionen. Die haben aber auch ihr Publikum und damit ihre Berechtigung. Viele der 20 zu sehenden Künstler malen den gleichen Stil wie immer, was kein Nachteil ist. Der Hinterweidenthaler Peter Padubrin-Thomys beispielsweise tobt sich inzwischen auf metergroßen Leinwänden mit seinen expressiven und energiegeladenen Figuren aus, die fast schon auf den Bilduntergrund mit Acryl, Sand und Strukturmasse modelliert wurden, was hervorragend zu der wohl impulsiven Malweise des Künstlers passt. Davon kann der Betrachter eigentlich immer mal gerne etwas sehen. Oder die Bundenthalerin Annet Kuska, die ihren surreal wirkenden Vögel treu geblieben ist und damit subtile Geschichten erzählt. „True Love“ ist eines der Werke, das von einem Vogelpärchen erzählt, welches im Liebesspiel gegen eine Scheibe knallte und dann gleich im Tod vereint blieb. Eine Entdeckung kann mit dem Dahner Frank G. Claudius gemacht werden, der sich als Minimal-Künstler präsentiert. Kreuze und Quadrate wurden in bester konkreter Kunstmanier mit Farbverläufen zu einem ruhigen, aber dennoch dynamischen Bild zusammengefügt. Eine andere Entdeckung ist der auch aus Dahn kommende Bernd Koch, der mit drei kleinen, aber großzügig gerahmten Mischtechniken auf Papier überzeugt. Die wohl in der Technik der Monotypie gefertigten Bilder sind ganz in Schwarzweiß gehalten und wirken auf den ersten Blick wie Fotos von Strukturen, wurden aber ganz klar mit schnellem Pinselstrich auf einer Glasplatte gemalt, um anschließend auf das Papier abgeklatscht zu werden. Ganz aus dem Rahmen des Üblichen fällt die Busenbergerin Nicole Gimber mit ihren „Spuren des Menschen“. Bei ihren Wanderungen im Dahner Tal hat Gimber Fundstücke als Ready-Made im Rahmen zur Kunst erhoben. Ein Stück Lehm, das von einem Traktorreifen besonders geformt und dann aus dem Profil geschleudert wurde, wirkt wie ein Überrest einer alten Zivilisation. Oder die total verrostete Dose, von der nicht mal mehr zu erahnen ist, welches Getränk dereinst drinnen war. Das Ausstellungsmotto wörtlich genommen hat die Kunstvereinsvorsitzende Kristin Korz und zeigt ganz neue Baumgemälde, bei denen die Dahnerin mehr auf die grobe Form Wert legte und diese mit einer unnatürlichen Farbgebung aus dem gewohnten Zusammenhang reißt. Ebenfalls neue Wege geht die Rodalberin Heide Chini, die ihre sehr dunklen Acrylbilder durch das Wechselspiel zwischen geometrischen Formen und fließendem Untergrund dynamisiert hat. Stilistisch hat sie sich dabei dem Anschein nach von einem anderen großen Rodalber Künstler inspirieren lassen. Die weiteren hier noch nicht erwähnten Künstler sind Lilo Kreft-Hirschinger, Elvira Bertram, Bernd Burkhart, Friederike Claudius, Maria Glaser, Dagmar Grieve, Edda Henssler, Heidi Hielscher, Evelyn Klein, Andreas Korz, Gabriele Leidner, Sigrid Mayer, Brigitte Peifer, Dorothea Rausch, Lydia Schmitt, Brigitte Veith-Schneider und Ute Weigel. öffnungszeiten Bis 21. August mittwochs, donnerstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr.

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