Pirmasens Plötzlich Neustadt

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Nach einem langen, stressigen Arbeitstag sitzt Alexander Backschadt im Zug und möchte nach Hause, endlich entspannen. Er sitzt im letzten Wagen des Regionalzuges von Karlsruhe nach Neustadt, der normalerweise in Landau abgekoppelt wird und Richtung Pirmasens weiterfährt. Doch am Montag, dem 11. Juli, läuft alles schief. Der Zug fährt zur Überraschung der Fahrgäste und der Zugbegleiterin einfach nach Neustadt durch.

„Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl, deswegen habe ich die Zugbegleiterin gefragt“, erinnert sich Backschadt. „Diese hat mir und anderen Fahrgästen versichert, dass alles normal verläuft.“ Erst im Nachhinein fällt ihm auf, dass der Lokführer, der in Landau zusteigt, um den Zug nach Pirmasens zu fahren, diesmal nicht eingestiegen ist. Am Bahnhof habe es keine Anzeige oder Durchsage zu dieser Änderung gegeben. Von der Abweichung war nicht nur er betroffen, sondern auch die geschätzt 20 bis 25 anderen Fahrgäste, die eigentlich lieber nach Hause gefahren wären. „Mich hat es nur eine Stunde mehr gekostet, aber es festigt das Bild der Deutschen Bahn als Unternehmen, dem seine Kunden herzlich gleichgültig sind“, kritisiert Backschadt. Auch in der App der Bahn sei der Zug um 18.41 Uhr nach Pirmasens angezeigt worden. Es habe keinen Hinweis auf eine Streckensperrung oder einen Ausfall des Zuges gegeben. Die Bahn entschuldigt sich für die „misslichen Umstände“ und die verlorene Zeit bei ihren Kunden. Es habe an dem fraglichen Tag gleich zwei Störfälle auf der Strecke Landau – Pirmasens gegeben, teilt die Pressestelle der Bahn mit: Zum einen gab es einen Getriebeschaden an einem Fahrzeug und zum anderen einen Notarzteinsatz an der Strecke. Wegen dieser beiden Vorkommnisse sei die Strecke gesperrt worden. Normalerweise fahre die Bahn ab Karlsruhe mit drei Fahrzeugen, das dritte werde abgekoppelt und reise gen Pirmasens, heißt es in der Stellungnahme des Unternehmens. Dieses dritte Fahrzeug sei aber aufgrund der Streckensperrung nicht verfügbar gewesen. Den Angaben der Bahn zufolge seien alle Beteiligten darüber elektronisch informiert worden. Anscheinend war aber die in Landau zusteigende Zugbegleiterin nicht unterrichtet. Die Bahn bittet die Reisenden, sich an den Kundendialog Südwest zu wenden. Dieser würde den betroffenen Kunden als „Wiedergutmachungsversuch“ einen Reisegutschein zusenden. Statt auf die Kommunikation der Bahn zu vertrauen, können sich die Fahrgäste in Zukunft selbst helfen. Denn es gilt: Fahren keine drei Wagen in Karlsruhe ab, geht die Reise nicht nach Pirmasens. Info E-Mail: kundendialog.suedwest@deutschebahn.com |fare

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