Pirmasens / Mainz „Pirmasenser Weg“ mit Integrationspreis ausgezeichnet
Integrationsministerin Katharina Binz (Grüne) hat am Montag im Festsaal der Mainzer Staatskanzlei den Integrationspreis des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. Mit dem Preis werden herausragende Projekte geehrt, die Menschen mit Migrationsgeschichte besonders erfolgreich unterstützen und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen. Zu den Preisträgern zählt die Stadt Pirmasens.
In der Kategorie „Gut ankommen – besser starten“ ist das Projekt „Pirmasenser Weg“ ausgezeichnet worden. „Die Stadt setzt ein in sich schlüssiges und umfassendes vierstufiges Konzept zur Integration von Menschen im Asylverfahren um, mit dem sie Geflüchteten praktisch vom ersten Tag an den Weg in die hiesige Gesellschaft ebnet. Das beginnt beim Spracherwerb und reicht bis hin zur Vermittlung in eine Berufstätigkeit“, betonte Ministerin Binz.
Kurse direkt nach Zuweisung
Das Projekt „Pirmasenser Weg“ läuft bereits seit Mai 2023. „Nach der Zuweisung kommen die Migranten in Sprach- und Integrationskurse. Danach organisieren wir gemeinnützige Tätigkeiten oder vermitteln sie direkt in den Arbeitsmarkt“, schildert der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick. Von diesem Vorgehen profitieren vor allem die Geflüchteten selbst, wie Zwick ergänzt: „Die Leute wollen arbeiten, wollen sich integrieren, und wir helfen ihnen dabei.“
Um diese Unterstützung langfristig aufrechtzuerhalten, gilt in Pirmasens seit Anfang des Jahres erneut eine Zuzugssperre für Geflüchtete. Zwick erinnert daran, dass der Horebstadt überproportional viele Geflüchtete zugewiesen wurden. „Das war auch für die Migranten nicht gut – die Integration war gefährdet“, sagt der OB.
Mehr Akzeptanz
Erst vor wenigen Tagen bekräftige Zwick gegenüber der RHEINPFALZ anlässlich der bundesweiten „Stadtbild“-Debatte, die Wichtigkeit des Pirmasenser Wegs. Er trage zu einer höheren Akzeptanz von Geflüchteten in der Stadt bei.
Zwar erntet Zwick für seinen Pirmasenser Weg laut eigener Aussage auch durchaus Kritik. Überzeugt ist er davon trotzdem: „Bei uns funktioniert es.“ Die Nachfrage zum Vorgehen in der Horebstadt nehme zu – auch Landes- und Bundesministerien zeigen reges Interesse. Die Auszeichnung mit dem Integrationspreis des Landes, der alles fünf Jahre vergeben wird, unterstreicht das.