Pirmasens Pirmasenser Schachzüge allesamt aufgegangen
PIRMASENS. Beifall auf offener Szene, prasselnder Applaus beim Verlassen des Feldes: „Hat echt Spaß gemacht heute“, sagte Kevin Rose. Der Stürmer war beim 3:0 (1:0)-Sieg des FK Pirmasens II einer der Matchwinner. Der in Abstiegsnöten schwebende Fußball-Oberligist ließ dem Tabellendritten Borussia Neunkirchen gestern Abend keine Chance.
Als Rose in der 31. Minute ausgeholt hatte, stöhnten einige Zuschauer hörbar. Tatsächlich schien es von der Tribüne, als sollte die Kugel am Tor vorbei eiern. Der Ball aber zappelte im Netz – und Rose bedankte sich artig bei Vorarbeiter Jemal Mohamedadem Kassa. Jener 18-Jährige feierte gestern einen Einstand, wie er ihn sich nur hat erträumen können. Lautstarker Beifall begleitete ihn, als ihm Trainer Sebastian Reich fünf Minuten vorm Ende einen schönen Abgang gönnte. Auf Pass von Yannick Drews hatte der A-Junior Rose in Szene gesetzt (31.). Eine Koproduktion des offensiven Mittelfeldmanns mit Stürmer Rose war auch das 2:0: Der Treffer, drei Minuten nach der Pause zum besten Zeitpunkt gefallen, war einem Zuckerpass des Eritreers in die Spitze entsprungen, Rose scheiterte an Keeper Malcolm Little, der aber traf seinen Innenverteidiger Alexandro Gallace am Knie, der Ball sprang ins Tor. Als neun Minuten vor dem Ende der aufgerückte Innenverteidiger Frederik Eitel den Schlusspunkt setzte, war der Drops schon gelutscht. Die Borussen waren nur noch zu zehnt, nachdem Giuseppe Vituzzi zunächst am Strafraum Hand gespielt und Gelb gesehen, dann im Mittelfeld die Sense ausgepackt hatte. Spielentscheidend war das schon nicht mehr: Auch zu elft hatte es das Team von Trainer Michael Petry in keiner Phase verstanden, die gut stehende, mit Verve verteidigende Pirmasenser Defensivabteilung allzu ernsthaft zu gefährden. Allerdings hätten die Gäste ums Haar noch kurz vor der Pause ausgeglichen: Nur einmal schien die Abwehr nicht im Bilde, Moussa Manuel Dansoko setzte sich über rechts im Strafraum durch und knallte den Ball an den Pfosten. Einmal war zudem der wieder ins Tor gerückte, sicher agierende Matthias Gize Endstation. „Die taktischen Schachzüge dürfen ja gerne auch mal aufgehen“, sagte kurz nach Schlusspfiff Sebastian Reiche, der sich über eine klasse Leistung seiner Mannschaft freute. „Das war heute hochverdient, wir haben die Neunkircher ja überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen“, sagte Reich, der auf fünf A-Jugend-Spieler im Kader verwies. Mit Yannick Osee und eben Mohamedadem Kassa hatte er gestern zwei Trumpfkarten gezogen, die stachen. Auch Osee agierte stark. Kurz vor Schluss herrschte auf der Bank schon beste Laune: „Kaum bin ich draußen, läuft’s“, sagte Kapitän Jannik Nagel. „Klar, heute wird ja auch Fußball gespielt“, frotzelte Reichs Trainerpartner Patrick Hildebrandt. Nun, spielerisch hat der FKP tatsächlich überzeugt. Bericht im überregionalen Sportteil