Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Pirmasens: Für Kanal 500 Kubikmeter Fels rausgebohrt

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Foto: Buchholz

Eines der ambitioniertesten Kanalbauwerke der Stadt nähert sich der Vollendung. Am Finkengarten wird derzeit letzte Hand an ein Drosselbauwerk gelegt, mit dem Regenwasser und Abwasser in großen Mengen aus großen Teilen der Stadt sicher abgeleitet werden kann. 6,3 Millionen Euro kostet der Bau, der auch ein „Energieumwandlungsbauwerk“ beinhaltet.

Wobei mit Energieumwandlung kein Wasserkraftwerk gemeint ist. Die Energie, der von der Husterhöhe kommenden Wassermassen, soll mit Beton nur gebremst werden, damit keine Springflut in den Blümelsbach und die Blümelstal-Kläranlage schießt, wenn es mal heftig regnet. Bis zu 2900 Liter pro Sekunde können im Ernstfall von der Husterhöhe vorbei am Autohaus Reinhard ins Tal schießen. Das sind 174 Kubikmeter Wasser pro Minute, was die bisherigen Entwässerungsanlagen deutlich überfordern würde.

Zwischen Finkengarten und Husterhöhe war ein Höhenunterschied von 140 Metern auf einer Länge von 300 Metern zu überwinden. Der Tunnel wurde nicht in einer offenen Grube verlegt, wozu auch der Bahnverkehr betroffen gewesen wäre. Im bergmännischen Verfahren bohrte sich ein saarländisches Spezialunternehmen vom Finkengarten bis zum Autohaus Reinhard quer durch die Erde und den Fels. 500 Kubikmeter Fels wurden dabei rausgebohrt. Anschließend wurden die Rohre hochgeschoben. Eine Abweichung von nur zwei Zentimetern habe der Bohrtrupp aus dem Saarland geschafft, meinte Schubert, was sehr gering sei. Unter der Bahnlinie liege der Tunnel in elf Metern Tiefe. Die Steilheit sei für das Unternehmen sehr anspruchsvoll gewesen, so Schubert weiter. Ein positiver Nebeneffekt dieser Bauweise sei die Schonung der Natur über dem Kanal.

Die Arbeiten haben 2016 begonnen

2016 war mit dem Bau der neuen Entwässerung begonnen worden. Parallel zu dem Mischwasserkanal wurde ein Schmutzwasserkanal im Trennsystem gelegt, der künftig einen Teil des Abwassers aus dem Bereich der Pestalozzistraße ohne Regenwasser in die Kläranlage bringen werde. Mit dem Projekt werde somit auch der Blümelsbach künftig ein Stück sauberer, verspricht Schubert. Im Sommer 2020 soll das gesamte Bauwerk in Betrieb gehen.

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