Pirmasens Pirmasens: Führung der Feuerwehr ist komplett
Pirmasens spielt in der Champions League − fußballerisch zwar nicht, aber wenn es um die Ausstattung der Feuerwehr geht. „Wir können uns nicht beschweren, wir sind sehr gut ausgestattet“, sagt Michael Füßgus. Wie Tobias Roscher ist er seit Montagabend Stellvertreter von Stadtfeuerwehrinspekteur Karl-Heinz Bär. Demnächst will das Trio festlegen, wer welche Aufgaben übernimmt.
Mit Bär hat die Pirmasenser Feuerwehr seit Juli erstmals einen hauptamtlichen Chef. Er wurde nicht von den Wehrleuten gewählt, sondern von der Stadt ernannt, was für Unruhe in der Wehr gesorgt hatte (wir berichteten mehrfach). Laut Gesetz ist ein Stellvertreter an Bärs Seite vorgesehen. Man habe sich jedoch bewusst für einen weiteren Stellvertreterposten entschieden, sagte Dezernent Jürgen Stilgenbauer gestern im Pressegespräch, „um die Wehr zu kräftigen und die Kameradschaft zu stärken“. Laut Stilgenbauer wählten 85 Wehrleute am Montag Tobias Roscher (40) zu Bärs erstem Stellvertreter. Zweiter Stellvertreter ist Michael Füßgus (39). Roscher, der in Fehrbach wohnt und bei der Saarbrücker Berufsfeuerwehr arbeitet, setzte sich mit 57 zu 16 Stimmen gegen einen Gegenkandidaten durch. Füßgus, der in Petersberg wohnt und bei der Berufsfeuerwehr der Bundeswehr in Baumholder arbeitet, hatte ebenfalls einen Gegenkandidaten, entschied die Wahl jedoch mit 37 zu 32 Stimmen für sich. Beide sind auf zehn Jahre gewählt.
Laut Bär 111 Mitglieder
Mit der Wahl sieht Stilgenbauer die Umstrukturierung der freiwilligen Wehr als abgeschlossen. Nun werde das Trio seine Arbeit aufnehmen. Ein Stellvertreter soll sich um das Thema Ausbildung kümmern, der andere organisatorische Aufgaben übernehmen, neue Wehrleute gewinnen und „die vorhandenen Kräfte erhalten“, wie Bär es formuliert. Denn das sei die große Herausforderung: in Zeiten, in denen sich immer weniger Menschen ehrenamtlich engagieren, Leute dazu zu bringen, sich für andere einzusetzen. Die Führungskräfte der Wehr müssen laut Stilgenbauer viel Arbeit aufwenden, „um die Leute motiviert zu halten“. Laut Bär zählt die Wehr 111 Mitglieder, darunter 14 Frauen. Von den 111 arbeiten 20 im Hauptberuf für die Wehr, 18 davon im Schichtdienst auf der Wache. Wünschenswert wären laut Bär 150 Freiwillige, „aber das ist nicht realistisch“. Die Jugendfeuerwehr hat knapp 45 Mitglieder.
Roscher will "Abläufe optimieren"
„Wenn man etwas verändern will, muss man sich aktiv beteiligen“, erklärt Roscher seine Motivation für das Ehrenamt des ersten Stellvertreters. Er möchte „Abläufe optimieren“, beispielsweise bei der Alarmierung. Da die Wehr nun von drei Standorten − Gasstraße, Lemberger Straße und Gersbach − ausrückt, müsse geregelt werden, wie viele Leute bei welchem Szenario von welchem Standort aus in den Einsatz fahren. „Ziel muss eine moderne, schlagkräftige Wehr sein mit moderner Ausbildung und Ausrüstung.“ Wie Füßgus betont er die Bedeutung der Kameradschaft. „Es ist wichtig, dass die Feuerwehr zusammenhält, weil man sich im Ernstfall auf den anderen verlassen muss.“ Für Stilgenbauer und Bär ist es ein klarer Vorteil, dass sich nun zwei Männer stärker einbringen, die auch im Hauptberuf bei einer Feuerwehr arbeiten und von dort Wissen und Erfahrung mitbringen. Oder wie Stilgenbauer es mit Blick auf die Wehrleute und deren Engagement formuliert: „Das sind alles Verrückte − aber im positiven Sinn.“