Pirmasens Pfosten und Schäfer kosten FKP den Punkt
HOMBURG. An guten Wünschen wie aufmunternden Worten hat’s wahrlich nicht gefehlt: Er hoffe auf Derbys in der nächsten Saison, sagte FCH-Coach Jens Kiefer, ehe auch seine zum Zusehen verdammte Nummer eins, Florian Fromlowitz, FKP-Coach Peter Tretter Tröstendes mit auf den Heimweg gab. Es schien ja fast, als stünde dem FK Pirmasens das Wasser schon Oberkante Oberlippe. Dabei hatte die Truppe beim FC 08 Homburg lediglich ihr zweites Spiel in Folge – diesmal 0:1 (0:0) – verloren (RHEINPFALZ am Sonntag berichtete). Etwas unglücklich.
Als Fromlowitz, der zu Saisonbeginn beim FKP mittrainiert hatte, hinterm Tribünenausgang Tretter zum Abschied auf die Schulter klopfte, sagte er: „Ich hoffe, euch helfen die zwei Punkte, die ich euch im Hinspiel geschenkt habe“, spielte der bis Rundenende wegen schwer entzündeten Knies außer Gefecht gesetzte Ex-Bundesliga-Keeper auf seinen Lapsus bei seiner Regionalliga-Premiere im FCH-Tor an. Damals hatte Fromlowitz mit seinem Patzer am 2:1 für den FKP mitgestrickt. Doch nicht nur bei den Hausherren fehlte am Samstag die Nummer eins: Daniel Kläs hatte sich, gerade Vater geworden, am Freitagabend abgemeldet. Matthias Gize lief auf und ließ nichts anbrennen. Gize lenkte in Minute 31 hoch fliegend mit Übergriff einen Schuss von Steven Kröner über die Latte. Klasse, auch wenn die Partie unterbrochen war. „Dankbarer Torwartball“, wiegelte Gize Lob an. Glänzen konnte er nicht – stattdessen spielte er in den letzten Minuten Stürmer. So beteiligte sich der Keeper mit Köpfchen an der Kopfstoß-Serie, die in der Nachspielzeit ums Haar den Ausgleich beschert hätte. Die langen Kerls tobten vorne rum; Alexander Heinze sah sich von Torhüter David Buchholz gefällt, Gize köpfte nach, Marco Steil war gleich zweimal dran. Als Jaron Schäfer einen Versuch noch auf der Linie geblockt hatte, durfte Simon Maurer ausholen – bei der allerletzten Gelegenheit aber sauste die Kugel am Gebälk vorbei. „Das wär’ aber auch nicht verdient gewesen“, wollte Steil Minuten später die Niederlage nicht am späten Abschlusspech festmachen. „Wir waren nach der Pause zu passiv“, legte Steil lieber den Finger in die Wunde. Ein anderer hätte vielleicht auf Pech herumgeritten. Das sich etwa bei einem Pfostentreffer offenbart hatte. Patrick Freyer hatte ausgeholt, Felix Bürger die Vorarbeit geleistet. Bürger war bester Pirmasenser vor der Pause, musste aber seinem Tempo später Tribut zollen, verließ das Feld vorzeitig. „Man merkt schon, dass wir halt Feierabend-Fußballer sind – im Gegensatz zu den Profis hier“, begründete Bürger, warum sein Akku früher leer geworden war. Keine Akku-Probleme hatte Dennis Krob. Der Winter-Zugang aber brauste – anstelle des gelb-gesperrten Benjamin Auer an vorderster Front unterwegs – bei seiner Startelf-Premiere weitestgehend wirkungslos umher. Entsprechend enttäuscht war der Stoßstürmer mit Resultat und Leistung: „Muss es halt in Spielberg klappen.“ Auch Heinze und Steil beschworen die Bedeutung der bevorstehenden Aufgabe beim Tabellenvorletzten: Dort müssten unbedingt drei Punkte eingetütet werden. Homburgs Trainer Kiefer wünschte den Gästen dafür mehr Fortune als gegen seine Truppe. Tretter sprach in der Pressekonferenz noch nicht speziell über Spielberg, meinte aber, seine Elf müsse ihre Punkte anderswo holen als ausgerechnet in Homburg. Möglich wäre das aber durchaus gewesen. FCH-Phantom Patrick Schmitt – nach Verletzung als Joker in einem Rausch – war gegen Pirmasens im rechten Moment zur Stelle. Schade für Manuel Grünnagel: Der hatte den schnellen Marc Gallego praktisch abgemeldet, ließ ihm nur in der 66. Minute etwas zu viel Platz. Der Ball landete bei Schmitt, den Marco Steil gewähren ließ – 1:0. Der Weckruf nach 20 verschlafenen Minuten. Zeit genug blieb dem FKP. Doch Schäfer stand dem Teilerfolg im Weg.