Pirmasens Pflegekräfte von den Philippinen: So sieht der Alltag im Pirmasenser Krankenhaus aus
Es ist ein ganz normaler Arbeitstag auf den Stationen im Pirmasenser Krankenhaus. In den Fluren und in den Zimmern herrscht reger Betrieb, dennoch finden Tiffany Mallari und Peter Paul Dabu, die schon seit Stunden auf den Beinen sind, die Zeit, sich mit der RHEINPFALZ zu unterhalten. Trotz der vielen Arbeit strahlen beide und sind gut gelaunt. Mallari ist 34 Jahre alt und lebt seit drei Jahren in Deutschland, Dabu ist 46 Jahre alt und lebt inzwischen seit vier Jahren hier. Beide haben über 10.000 Kilometer zurückgelegt, um in Deutschland ihr berufliches Glück zu suchen. In Pirmasens haben sie es gefunden und es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis sie ihr Heimatland und ihre Familie wieder besuchen können.
Über eine Agentur als Stellenvermittlung ist das Städtische Krankenhaus auf die beiden qualifizierten Pflegekräfte aufmerksam geworden, die Sprachqualifizierung auf dem Niveau B2 haben sie nach ihrer erfolgreichen Bewerbung bereits hinter sich. „Als wir das Angebot aus der Pirmasenser Klinik bekommen haben, waren wir sehr glücklich. Das Krankenhaus hat uns von Beginn an unterstützt, vom Flughafen abgeholt und uns einen Platz im Wohnheim besorgt. Auch mit der Ausländerbehörde wurde alles geklärt. Der Neuanfang in Deutschland wurde uns so einfach wie möglich gemacht“, erzählt Mallari sichtlich glücklich. Sowohl sie als auch ihr Kollege Peter Paul Dabu sind die Arbeit im Ausland schon länger gewohnt, denn bevor sie nach Deutschland gekommen sind, hat Mallari in Saudi-Arabien gearbeitet, Dabu wiederum in Dubai, weil auch dort der Verdienst im Vergleich zu ihrem Heimatland etwas besser war.
Strenge in Saudi-Arabien, Hitze in Dubai
Doch nicht alles war in den arabischen Ländern einfach. „Saudi-Arabien ist für Frauen ein sehr strenges Land. Ich wollte nach einer Zeit wieder mehr Freiheiten haben, weswegen ich mich um eine Stelle in Europa bemüht habe“, sagt die 34-jährige Filipina. Dabu wiederum hat in Dubai über zehn Jahre die Hitze zu schaffen gemacht. „Hinzu kam, dass ich nicht mehr allzu jung bin und eine Art Torschusspanik bekommen habe. Ich wollte einfach ein sicheres Arbeitsverhältnis“, sagt er. Wie Mallari erzählt, bekommt eine Pflegekraft auf den Philippinen trotz abgeschlossener Ausbildung gerade einmal umgerechnet 300 Euro. „Im Allgemeinen werden philippinische Arbeitnehmer wie wir hier in Deutschland gleich entlohnt wie Pflegepersonal des eigenen Landes. Auch erhalten wir die Chance, uns beruflich zu verbessern, indem wir einfach Weiterbildungsmöglichkeiten bekommen“, erzählt Dabu. Gerne würde er in naher Zukunft als Fachkraft in der Psychiatrie arbeiten – ein Bereich, der ihn sehr interessiert, wie er sagt.
Wie beide weiter berichten, gibt es in Deutschland mehrere Unterschiede in der pflegerischen Ausbildung. Hier in Deutschland sei vieles theoretischer. Zuhause auf den Philippinen dauere eine Ausbildung zur Pflegekraft länger – vier statt drei Jahre. So mussten Mallari und Dabu Zusatzprüfungen ablegen, um in Deutschland arbeiten zu dürfen, darunter eine mündliche Prüfung in der Landessprache. „Mit der deutschen Sprache kommen wir mittlerweile gut zurecht, nur am Anfang war es sehr, sehr schwierig, den Pirmasenser Dialekt zu verstehen“, sagt Dabu lachend. Aber nicht nur die Sprache und die Ausbildung seien hierzulande anders als in ihrem Heimatland, auch das ganze System sei in beiden Ländern unterschiedlich. „Auf den Philippinen müssen sowohl die Patienten als auch das Personal in einem Krankenhaus alles selbst zahlen. Wenn ein Patient gewaschen werden muss, kostet das Geld. Wenn das Personal Arbeitskleidung oder nur ein paar neue Handschuhe braucht, muss das alles sofort in bar gezahlt werden. Dass es hier in Deutschland anders ist, ist ebenfalls ein großes Plus“, sagt der Filipino.