Dahn RHEINPFALZ Plus Artikel Pfälzischer Blick auf Mittelmeer-Idyllen

„Sonnenuntergang im Veneto“ ist der Titel des Gemäldes von Manuela Schwarz-Thomas (Ausschnitt).
»Sonnenuntergang im Veneto« ist der Titel des Gemäldes von Manuela Schwarz-Thomas (Ausschnitt).

Die Dahner Kreisgalerie zeigt Italien-Bilder zweier pfälzischer Malerinnen.

Italienisches Flair soll die Ausstellung „La Dolce Vita“ in der Dahner Kreisgalerie ausstrahlen. Liegestühle im Raum verteilt und verspielt aufgehängte kleine Skizzen versprühen Urlaubsstimmung. An den Wänden geht es direkt nach Venedig und ans Meer.

Manuela Schwarz-Thomas aus Salzwoog und Marika Fünffinger aus dem südpfälzischen Burrweiler haben sich Italien als Dauersujet für ihre Malerei ausgesucht. Fünffinger lebt in ihren Aquarellen die Klischees des Landes, während Schwarz-Thomas mit dunklem Farbgrundton einer düstereren Seite Italiens nachspürt. In Dutzenden Aquarellen zeigt die Südpfälzerin Marika Fünffinger verschiedene Ecken Venedigs, das es ihr besonders angetan hat. Immer Kanäle und Brücken im Bild aus verschiedensten Positionen gemalt. Für Fünffinger ist Malerei eine emotionale Handlung, bei der es nicht nur um die Darstellung oder reale Wiedergabe des Motivs geht, sondern um ihre Gefühle, die sich beim Malprozess erlebt.

Komm’ ein bisschen mit ans blaue Meer

Die Gefühle scheinen viel Schwung zu haben. Die Häuser, Kanäle und Brücken bekommen auf ihren teils sehr großen Aquarellen einen Rhythmus, der durch das Bild fegt. Wobei Fünffinger die Expressivität schön im Zaum hält. Es ist auf jedem Bild immer noch klar erkennbar, ob es die Rialto-Brücke, San Barnaba oder ein Sonnenuntergang am Ledrosee ist.

Neben der Lagunenstadt hat es die Südpfälzerin mit Pinsel und Papier auch in die Toscana, nach Pisa oder Ligurien und Verona gezogen. Kaum Menschen sind auf ihren Bildern zu sehen. Fünffinger überrascht mit einer besonderen Lichtführung in den Bildern, die den Betrachter regelrecht in das Gemälde reinzieht. Auf manchen Gemälden hat sie einen Blick wie ein starkes Weitwinkelobjektiv gewählt. Oft wirkt Venedig auf den Blättern der Südpfälzerin noch morbider, als es wirklich ist.

Am liebsten dunkle Töne

Einen ganz anderen Ansatz hat Manuela Schwarz-Thomas bei der Annäherung an Italien gewählt. Die gebürtige Pirmasenserin malt prinzipiell mit sehr viel Farbe und am liebsten mit dunkleren Tönen. Schwarz-Thomas hat sich Details aus Venedig und Italien ausgesucht. Eine historische Tür an einem Kanal beispielsweise oder eine verwunschen wirkende Hausfassade erzählen vom Verfall der mittelalterlichen Architektur, dem Verschwinden der vermeintlichen Idylle am Kanal.

Schwarz-Thomas wird auf der Leinwand melancholisch, wenn sie an Italien denkt. Auffällig ist das extrem tiefe Blau in vielen Bildern. Die Künstlerin nimmt sich aber auch einfach nur mal das Licht im Veneto vor oder das Meer an sich, wie im dreiteiligen Gemälde „In uns das Meer“. Wie ein Paravent steht das 1,5 mal 1,5 Meter große Triptychon im Raum. „An den Ufern des Seins verbirgt sich die Erfüllung aller Träume“, schreibt die Künstlerin zu dem Gemälde, das gleichzeitig Plastik im Raum ist. In einer Serie sehr kleinformatiger Arbeiten, die Manuela Schwarz-Thomas scherzhaft „Kleine Italiener“ nennt, läuft die Südwestpfälzerin zur Hochform auf. Sehr dicht und sehr leuchtend hat sie hier Miniaturen geschaffen, die zu den besten Bildern der Ausstellung zählen.

Info

Die Ausstellung „La Dolce Vita“ von Marika Fünffinger und Manuela Schwarz-Thomas ist noch bis 16. November täglich außer montags von 15 bis 18 Uhr in der Dahner Kreisgalerie zu sehen.

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