Pirmasens Nicht weit von der Realität entfernt

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Eigentlich freut sie sich ja auf den Ruhestand ihres Mannes, aber irgendwie hat sie auch einen gehörigen Bammel davor. So jedenfalls beschreibt es Susann Carius in ihrer Erzählung „Papa geht in Rente“, aus der sie im Gasthaus Juner in Herschberg vorgetragen hat.

Fast 40 Frauen meist mittleren Alters waren zur Lesung gekommen und haben sich offensichtlich köstlich amüsiert, was sie mit häufigen kollektiven Lachern auch bekundeten. Die vier anwesenden Männer ertrugen die kleinen Seitenhiebe der Autorin aus Zweibrücken gelassen, jedenfalls haben sie keinen hörbaren Einspruch erhoben. Schon rund 30 Jahre ist die 52-jährige neben ihrem Job im Krankenhaus schriftstellerisch tätig, sie schreibt flott und unterhaltsam und hat deshalb auch schon eine regelrechte Fan-Gemeinde. Der Inhalt des vorgetragenen Stückes ist eigentlich schnell erzählt. Emmas Gatte Andreas arbeitet seit langem bei einer auswärtigen Firma und bewohnt dort ein Appartement. Daraus ergab sich für Emma über die Woche ein stressfreies Leben und die „Wochenend-Ehe“ funktio-nierte perfekt. Auch in den wenigen Urlaubstagen war das Schnarchen von Andreas oder seine Vorliebe für Dosensuppen zu ertragen. Das waren eben nur wenige Tage – aber bald? Vorsorglich hat sie schon mal ein „Rentnerzimmer“ mit eigenem Fernseher eingerichtet, damit es nicht zur Entscheidung zwischen Formel 1 und Billard gegen Rosamunde Pilcher beim Fernsehabend kommen muss. Allein die Tatsache, dass Andreas gerne im Supermarkt einkaufen geht wäre ja positiv zu bewerten – wenn es nicht gewisse Schwierigkeiten mit dem Einkaufszettel gäbe. Dass die zwar erfundene Geschichte nicht weit vom wirklichen Leben entfernt ist, haben sicherlich eine ganze Reihe von Zuhörerinnen festgestellt. Susann Carius hat bereits ihren ersten Roman „Ich bin keine Pfarrersfrau, oder doch“ veröffentlicht, der als E-Book über Amazon erhältlich ist. Ein zweites Buch hat sie mittlerweile beendet und ein drittes wurde bereits begonnen. Auch Gedichte von ihr wurden schon in einigen Frauenzeitschriften und der lokalen Presse veröffentlicht. Aus ihrer Feder stammt auch ein Dialog mit dem Titel „Zwei Frauen“, wobei sich - sicherlich nicht ganz üblich – Ehefrau und Geliebte des gleichen Mannes in einem Café zum Gespräch treffen. Früher hat Susann Carius eher dafür gesorgt, dass Ehepartner zusammen kamen, in dem sie für Freundinnen und Bekannte Liebesbriefe verfasst hat, von denen eine ganze Reihe auch „gewirkt“ haben. Darüber hat sie sich ebenso gefreut wie über den Erfolg ihrer Romane. (uwa)

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