Pirmasens Nicht ganz über die Zeit gebracht
VÖLKLINGEN. Irgendwie konnten es die Verantwortlichen des 1. FC Saarbrücken auch mit einigem Abstand noch nicht fassen, dass ihre Regionalliga-Profifußballer gegen den FK Pirmasens nur ein 1:1 (0:1) erreicht hatten – RHEINPFALZ am SONNTAG informierte kurz.
„Was wir an Chancen liegengelassen haben, muss eigentlich für zwei bis drei Spiele reichen“, sagte FCS-Vizepräsident Dieter Ferner. Und Trainer Dirk Lottner stellte resigniert fest: „Wir haben in der ersten Halbzeit sechs, sieben 100-prozentige Chancen, in der zweiten Halbzeit noch mal drei, vier. Wir haben zwei Punkte verloren.“ Nun, damit hat der ehemalige Kapitän des 1. FC Köln zweifelsohne recht. Andererseits mussten die Saarländer am Ende sogar froh sein, wenigstens einen Punkt gerettet zu haben. Denn bis zur 79. Spielminute führte der FKP im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion, wo der FCS derzeit wegen der Baustelle im Ludwigspark seine Heimspiele austrägt. Can Özer hatte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gezeigt, wieso er in den beiden vergangenen Oberligasaisons zusammen stolze 50 Tore für Schott Mainz erzielt hatte. Nachdem Sekunden zuvor die Schüsse von Manuel Grünnagel und Dominik Rohracker geblockt worden waren, nutzte Özer den vierten Versuch ganz souverän. Und in Minute 71 hätte der eingewechselte Felix Bürger nach einem 50-Meter-Solo gar fast das 2:0 für Pirmasens erzielt – FCS-Keeper David Salfeld lenkte den Ball gerade so um den Pfosten. „Letztendlich war es traurig, dass wir das nicht über die Zeit gebracht haben“, sagte Rohracker, der Saarbrücker im FKP-Trikot. In besagter 79. Minute, als wohl so mancher der 2789 Zuschauer nicht mehr an einen Saarbrücker Treffer glaubte, bugsierte FCS-Angreifer Kevin Behrens doch noch den Ball in die Maschen, nachdem zuvor noch Salif Cissé gegen Markus Mendler geklärt hatte. Dass seine Mannschaft in der ersten Halbzeit und zu Beginn der zweiten vom FCS regelrecht auseinandergenommen wurde, begründete nicht nur Rohracker mit der „hohen Qualität des Gegners, die man einfach anerkennen muss“. Es war schon klasse, wie Alexandre Mendy auf der linken Saarbrücker Seite wirbelte, FKP-Rechtsverteidiger Cissé einige Male einfach stehenließ. Ähnlich sah es auf der anderen Seite aus, wo Marwin Studtrucker (übrigens der Sohn des ehemaligen Bielefelder Bundesligastürmers Stefan Studtrucker) Grünnagel die Hacken zeigte. Und das Sturmduo Patrick Schmidt/Kevin Behrens wird noch so manch andere Regionalliga-Abwehr aufmischen. Aber: Sie ließen am Samstag Chance um Chance aus, nutzten nicht, dass es so manchem FKP-Spieler bei hochsommerlichen Temperaturen „an der Frische mangelte“, wie Innenverteidiger Alexander Heinze anmerkte. Kapitän Sebastian Reinert erklärte dies damit, dass sein Team am Dienstag im Match bei den Offenbacher Kickers „viele Körner gelassen habe“. So habe der FKP „zu viel zugelassen“, aber letztlich „mit Kampf und Laufbereitschaft“ einen Punkt ergattert. Co-Trainer Jens Schaufler fasste das Match so zusammen: „Ich bin zufrieden mit dem Punkt. Dass wir ein bisschen Glück hatten, war offensichtlich. In der ersten Halbzeit waren die Abstände zwischen Innen- und Außenverteidigern zu groß, so dass wir die Außen nicht zumachen konnten.“