Pirmasens Neuer Pikopark entsteht auf Brandgrundstück am Stadteingang

Auf diesem Gelände soll der Pikopark angelegt werden.
Auf diesem Gelände soll der Pikopark angelegt werden.

Eine Brandruine wird zum Pikopark. An der Ecke Gas- und Güterbahnhofstraße soll es künftig grünen und blühen. Mehr als elf Jahre lang war diese Ecke ein Schandfleck.

In dem Haus hatte es im Jahr 2014 im Dachstuhl gebrannt. Die Polizei fand nie eine Ursache. Das Haus stand in der Folge leer, da niemand das schadhafte Dach reparierte. Dann kam noch ein Sturm, der in das offene Dach hineinwehen und weitere Schäden verursachen konnte. Im Jahr 2020 musste die Stadtverwaltung aktiv werden, da sonst gedroht hätte, dass Teile des Daches auf die Straße fallen und vielleicht sogar Fußgänger verletzen. Eine Außenwand habe sich bedrohlich geneigt, schilderte der Pirmasenser Bürgermeister, Michael Maas. Das Haus wurde abgerissen, und seitdem klaffte eine tiefe Baugrube mit Absperrgittern an der Stelle, die direkt am Stadteingang wenig werbewirksam für Pirmasens gewesen sein dürfte.

Das soll sich jetzt radikal ändern. Das Grundstück konnte inzwischen in den Besitz der Stadt übergehen, die viel Geld in den Abriss investiert hatte. Der Eigentümer sei irgendwann in Eppenbrunn aufgetaucht. Es sei gelungen, ihn zu überzeugen, den Besitz an die Stadt zu übertragen, erzählte Maas. Das Gartenbauamt hat einen Pikopark auf der Fläche geplant. Das ist ein neuer Grünflächentyp für den urbanen Bereich: ein kleiner Park mit heimischen Pflanzen und natürlichen Strukturen. Für eine neue Bebauung sei das Grundstück zu klein gewesen, meinte Maas.

Drei Parkplätze entstehen

Die Stadt wollte zunächst die Baugrube wieder auffüllen, was jedoch wegen der Fassade der angrenzenden Bäckerei nicht möglich war. Diese war nicht als Außenfassade konstruiert worden, weshalb es ein statisches Problem wäre, wenn plötzlich viel Erdreich gegen die Wand drückt, erläuterte Maas. Mit Betonteilen will die Stadt eine Stützmauer bauen, die zumindest eine Teilauffüllung ermöglichen soll. Die wenig ansehnliche Fassade zur Bäckerei hin soll mit Bäumen verdeckt werden. Sieben Bäume sollen auf dem kleinen Platz gepflanzt werden. Dazu kommt eine Böschung mit Stauden und eine Blühwiese. Da an der Ecke offenbar Bedarf besteht, wurden gleich noch drei Parkplätze und eine Zufahrt eingeplant, wo künftig Kunden der Bäckerei schnell ihr Auto abstellen können.

Die Parkplätze seien jedoch nicht der vorrangige Zweck des Pikoparks, betonte Maas. Dem Bürgermeister geht es um Klimaanpassung. Auf der Fläche werde künftig Wasser gespeichert, und die Bäume trügen zur Abkühlung des gesamten Quartiers bei.

Weitere Pikoparks sollen folgen

Die Kosten von 42.000 Euro wurden über Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau zu 90 Prozent gefördert. Die Arbeiten vor Ort sollen von Auszubildenden des Wirtschafts- und Servicebetriebs der Stadt ausgeführt werden.

Maas kündigte an, dass weitere Pikoparks folgen werden. An der Kaffeetreppe werde sogar ein größerer Pikopark entstehen. Für das Eckgrundstück an der Berg- und Friedhofstraße stehen die Stadtgärtner ebenfalls in den Startlöchern. Dort dauert jedoch noch die Übertragung des Grundstücks an die Stadt an. Das Haus dort war ebenfalls abgebrannt und nach Einsturzgefahr auf Kosten der Stadt abgerissen worden.

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