Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Pächter und neuer Name für die Gastronomie im Pirmasenser Bahnhof

In der Unicorn Sports Bar im Hauptbahnhof vollzieht sich ein Pächterwechsel: Die Dara Event GmbH betreibt künftig die Gastronomi
In der Unicorn Sports Bar im Hauptbahnhof vollzieht sich ein Pächterwechsel: Die Dara Event GmbH betreibt künftig die Gastronomie unter dem neuen Namen »1875 Sportsbar Pirmasens«, wie auf dem Schild zu lesen ist, das Raphael Wagenblatt und Philipp Jung von Dara in den Händen halten. Foto: Thiessen

Die Heinrich Kimmle Stiftung steigt aus der „Unicorn Sports Bar“ im Hauptbahnhof aus. Neuer Pächter der Räumlichkeiten (die Immobilie gehört der Stadt) ist die „Dara Event GmbH“, die zum 20. Januar übernimmt und nach kurzem Rebranding (anderes Markenimage) am 24. Januar wiedereröffnet. Darüber informierten gestern der städtische Beigeordnete Denis Clauer, der Vorstand der Kimmle-Stiftung, Marco Dobrani und der geschäftsführende Gesellschafter der Dara Event GmbH, Raphael Wagenblatt.

Das Engagement der Kimmle-Stiftung hat vier Jahre gedauert. Deren Tochterunternehmen, die gemeinnützige Pirminius-Werk GmbH, hatte die Sports Bar seit 1. März als Integrationsbetrieb geführt. „Es war unser Ziel, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen zu schaffen“, sagte Dobrani. „Aber wir haben es wirtschaftlich nicht hinbekommen, den Betrieb so zu gestalten, dass er dauerhaft am Markt erfolgreich ist.“ Dies sei auf eine gewisse Starrheit bei Integrationsbetrieben zurückzuführen, was die Personalausstattung anbelangt. In solchen Betrieben arbeiten Menschen mit Behinderung zusammen mit Menschen ohne Behinderung, im Verhältnis 50 zu 50. Im Beispiel Sports Bar waren drei Mitarbeiter (Mindestanzahl) mit Behinderungen beschäftigt und drei ohne. „So hatten wir immer einen Personalstand von sechs Mitarbeitern zu führen. Wenn viel los war in der Sports Bar braucht man dieses Personal, an anderen Tagen eben nicht. Wir hatten aber diese Flexibilität nicht und das war für uns ein Problem“, begründete Dobrani den Ausstieg aus dem Projekt.

„Kleine Veränderungen“ angekündigt

Der Nachmieter Dara Event GmbH, Besitzer des Musikclubs Quasimodo auf der Husterhöhe, kündigte bei der gestrigen Pressekonferenz „kleine Veränderungen“ an. Raphael Wagenblatt und Geschäftsführer Philipp Jung wollen den sportlich Interessierten in Pirmasens und der Region nicht nur Fußball „servieren“, sondern auch andere Sportarten. Als Beispiel nannte er American Football mit einer großen Superbowl-Party (demnächst) in der Sportsbar, Handball (aktuell läuft die EM) und die Olympischen Spiele dieses Jahr. Auch E-Sport sei ein großes Thema. „Der Reiz der Sportsbar rührt nicht daher, dass ich dort ein Fußballspiel schauen kann, sondern daher, dass ich dort künftig verschiedene Sportarten gleichzeitig verfolgen kann“, so Wagenblatt. Um dies zu gewährleisten soll die Zahl der TV-Geräte von derzeit elf auf 17 erhöht werden, wobei die Bildschirmfläche ungefähr gleich bleibe.

Viel Sport – nicht nur Fußball

Mit dem neuen Pächter kommt auch ein neuer Auftritt nach außen. Künftig wird sich die Gaststätte unter dem Namen 1875 Sportsbar Pirmasens präsentieren, wobei sich die Zahlen auf die Eröffnung des Hauptbahnhofs im Jahre 1875 bezieht. „Wir wollten einen neutralen Namen wählen, um klar zu machen, dass es hier nicht nur um Fußball geht, sondern vor allem um das Thema Sport“, so Wagenblatt.

Die Sportsbar bietet 80 Sitzplätze, dazu kommen noch zwischen 20 und 40 Stehplätze. Das heißt, die Räumlichkeit fasst 100 bis 120 Leute. Im Servicebereich planen Wagenblatt und Philipp Jung mit vier bis fünf sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen; im Bedarfsfall können noch Aushilfskräfte eingesetzt werden. Essen werde auch weiterhin angeboten, so gibt es beispielsweise einen Mittagstisch, allerdings mit kleiner Karte. Für spezielle Sport-Events sollen auch spezielle Gericht aufgetischt werden. „Wir wollen nicht nur in die Richtung ,American Diner’ gehen, sondern wir wollen uns breit aufstellen, so dass etwas dabei ist für jeden“, bekräftigte Wagenblatt. Täglich wird ab 11 Uhr geöffnet sein.

Beigeordneter Clauer freute sich über den nahtlosen Übergang vom einen auf den anderen Pächter. Das sei in dem schwierigen Markt der Gastronomie nicht selbstverständlich. Deshalb sei er auch froh, dass die Kimmle-Stiftung vier Jahre durchgehalten habe. Dies führt Clauer auf eine Partnerschaft zurück, „die wir in vielen Facetten tagtäglich leben.“

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