Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Musik für die Gänsehaut in Herschberg

Peter Orloff (Mitte) und seine Schwarzmeer-Kosaken in der Herschberger Pfarrkirche.
Peter Orloff (Mitte) und seine Schwarzmeer-Kosaken in der Herschberger Pfarrkirche. Foto: uwa

Die Schwarzmeer-Kosaken wurden von Orloffs Vater Nikolai mitbegründet, der die Leidenschaft für die Musik der russisch-orthodoxen Kirche und der Kosaken an seinen Sohn weitergab. So kam es, dass Peter Orloff mit erst 14 Jahren damals als jüngstes Mitglied eines Kosakenchores weltweit in das Ensemble aufgenommen wurde. Gesungen hat er in dieser Zeit übrigens mit dem später bekannten Ivan Rebroff.

Die Auflösung des Chores 1967 hatte für Orloff zur Folge, dass seine Karriere einen anderen Verlauf nahm und er als gefeierter Schlagerstar die Charts stürmte und insgesamt zwölf Goldene und zwei Platin-Schallplatten erringen konnte. 1993 kehrte der erfolgreiche Interpret der Hitparaden dann wieder zu den Wurzeln seiner Musik zurück und übernahm die Leitung des neuformierten „Schwarzmeer Kosaken Chores“, die er bis heute innehat.

Ein glockenheller Sopran

Neun Sänger gehören dazu, die mit hellen Tenören und tiefdunklen Bässen zusammen mit Baritonstimmen die Zuhörer entweder andächtig lauschen oder auch rhythmisch mitklatschen ließen. Als Besonderheit ist ein ukrainischer Sänger mit glockenheller Sopranstimme beim Chor, dessen Solo des Schubert-Liedes „Leise flehen meine Lieder“ ausgesprochenes Gänsehaut-Feeling bei den Besuchern erzeugte. Zum Gelingen des Konzertes trugen auch die beiden Musiker mit Balalaika und Bajan, dem russisches Akkordeon, sowie die einzige Frau im Ensemble mit ihrer Domra bei, einem speziell in der russischen Musik gespielten Zupfinstrument. Alle drei haben schon Ivan Rebroff zu dessen Lebzeiten musikalisch begleitet.

Zum ersten Teil des Konzertes, das mit dem gesungenen „Vater unser“ begann, gehörten klassische Melodien aus dem alten Russland und geistliche Lieder, wobei an- und abschwellender Gesang die großartigen Solopartien untermalte. Bei Titeln wie „Abendglocken“, „Ave Maria“ oder dem getragenen „Gefangenenchor“ aus der Oper „Nabucco“ kam das einmalige Stimmvolumen der Schwarzmeer-Kosaken voll zum Ausdruck.

Solo für Orloff im „Wolgalied“

Beim weltbekannten „Wolgalied“ übernahm Peter Orloff als Bariton selbst die Solopartie und moderierte dann die einzelnen Darbietungen. Fehlen durften dabei auch nicht Klassiker und Evergreens wie „Kalinka“, die von den routinierten Interpreten teilweise auch humorvoll dargeboten wurden. Als Referenz an die Vorweihnachtszeit sangen die Schwarzmeer- Kosaken – teilweise gemeinsam mit den ergriffenen Zuhörern – „Stille Nacht“ und „Alle Jahre wieder“ in ihrer ganz eigenen Interpretation . Als „Chor, der singend betet und betend singt“, hatte sie Pfarrerin Petra Armbrust-Stepponat in ihrer Kirche begrüßt und diesem Anspruch sind sie mit großer Stimmgewalt durchaus gerecht geworden.

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