Pirmasens Mozarts erotisches Ringelspiel

Die Kammeroper München inszeniert „Così van tutte“ als Geschichte von und für junge Leute – ohne alles Kammersängerhafte.
Die Kammeroper München inszeniert »Così van tutte« als Geschichte von und für junge Leute – ohne alles Kammersängerhafte.

Die Münchner Kammeroper gilt als Kaderschmiede und Sprungbrett für junge Talente. Mit einer unterhaltsamen Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Meisterwerk „Così van tutte“ gastiert das Ensemble am morgigen Mittwoch in der Pirmasenser Festhalle.

Unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Nabil Shehata und in der Inszenierung von Beka Savic erzählen die jungen Solisten und das Orchester der Kammeroper München Mozarts Abschied von der opera buffa mit deutschen Rezitativen: Zwei Schwestern und deren Verlobte werden von einem selbsternannten Philosophen in Sachen Liebe kunstgerecht aufgeklärt, indem er die jungen Paare mithilfe einer raffinierten Haushälterin gekonnt durch die Welt der Empfindungen, Leidenschaft, Untreue und List lotst. Belehrt durch dieses Experiment bleibt das Ende trotzdem offen… Nah und unmittelbar sind die Zuschauer ins Geschehen involviert und erleben auf der Festhallen-Bühne eine rasante und frische Inszenierung mit frechen Anträgen, schmeichlerischen Liebesschwüren und vorgetäuschter Suizidversuche. Abgründige Einblicke hinter die Fassade einer nur scheinbar frivolen Verwechslungskomödie werden so federleicht und tiefgründig sichtbar, so das Versprechen der Kammeroper. Deren Chefdirigent Nabil Shehata war Erster Solokontrabassist bei den Berliner Philharmonikern und ist heute noch gefragter Kammermusikpartner. Pirmasenser Musikfreunden bleibt er in Erinnerung durch seine Mitwirkung in Schuberts „Forellenquintett“ bei der Mozartgesellschaft 2005. Und im April vergangenen Jahres geleitete er die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in der Festhalle unter anderem durch den „Slawischen Marsch“ von Tschaikowsky und die Scheherazade op. 35 von Rimski-Korsakow. Noch einmal in Pirmasens zu erleben ist er 27. Januar, wenn er wieder auf Einladung der Mozartgesellschaft das „Mozart Piano Quartet“ am Kontrabass begleitet. Nabil Shehata begann seine Laufbahn als Dirigent 2006, nachdem er Unterricht von Daniel Barenboim, Rolf Reuter, Lawrence Foster und Christian Thielemann erhielt. Nach ersten Erfahrungen mit verschiedenen Jugend- und Kammerorchestern gab er 2007 sein Dirigierdebut in Cottbus. Danach dirigierte er Orchester in der ganzen Welt, unter anderem das RSB Berlin, das Rundfunkorchester in Ljubljana, das Bilbao Symphony Orchestra, sowie das Orquestra Sinfônica de Porto Alegre, das Evermay Chamber Orchestra in Washington, das Osaka Philharmonic Orchestra, das New Japan Philharmonic Orchestra, die Kioi Sinfonietta und das Macao Philharmonic Orchestra. Nach der erfolgreichen Sommerproduktion „Der Diener zweier Herren“ mit der Kammeroper München 2011 wurde Shehata zum Chefdirigenten ernannt. Seitdem leitet er die Produktionen des Ensembles. Infos Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Eintrittskarten (inklusive Garderobengebühr) sind zu Preisen zwischen 15 und 25 (ermäßigt zwischen 7,50 bis 12,50) Euro im Pirmasenser Kulturamt, Telefon 06331/842352, E-Mail: kartenverkauf@pirmasens.de, erhältlich. Die Abendkasse ist ab 19 Uhr geöffnet.

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