Pirmasens Montagsumfrage: Warum der Frühjahrsputz ausgedient hat
Schon die Römer der Antike nutzten den Frühling, um ihre Häuser und ihren Geist zu reinigen. Der klassische Frühjahrsputz, wie wir ihn auch noch von unseren Großmüttern kennen, hat im Jahr 2025 offenbar ausgedient, wie unsere Umfrage in der Fußgängerzone gezeigt hat.
„Meine Mutter und meine Oma haben das Haus früher von oben bis unten geputzt, wenn sich der Frühling angekündigt hat“, erzählt Bärbel Jahreiß. Auch heute lebe noch eine Tante von ihr, die das Reinigen der eigenen Wohnung genau so handhabe, aber auch täglich kurz durchwische. „Ich selbst putze, wenn es dreckig ist und habe trotzdem immer ein sauberes Haus. Ich teile mir meine Arbeit auf und reinige Zimmer nach Zimmer“, sagt Jahreiß.
Heike Krauch hält gar nichts davon, ihr Haus nur zu bestimmten Jahreszeiten komplett zu putzen. „Ein Zuhause ist ein Rückzugsort, der immer sauber und gepflegt sein sollte. Ich halte jeden Tag Ordnung und putze das ganze Jahr über gründlich. Dann brauche ich meistens auch nicht so lange“, sagt sie.
Christine Müller putzt jeden Tag das Badezimmer und die Küche – Orte, die durch die Art der täglichen Nutzung zuerst schmutzig werden. „Ich arbeite dabei von oben nach unten. Ich wische auch zuerst Staub, danach wird gesaugt. Böden wische ich zum Schluss, meistens brauche ich dazu etwa zwei Stunden“, berichtet Müller. Was sie ebenfalls regelmäßig im Haushalt mache, sei Schränke auszumisten oder das Mobiliar umzustellen, damit sich weniger Dreck dahinter sammele. Das Prinzip „Aufräumen macht glücklich“ passe vollends zu ihr.
„Frühjahrsputz im eigentlichen Sinn gibt es bei uns zuhause so nicht“, berichtet Patric Pöhle. Worauf er großen Wert lege, sei ein sauberes und ordentliches Badezimmer, gerade nach der täglichen Rasur am Morgen. „Das Waschbecken säubere ich täglich und den Boden im Badezimmer halte ich auch immer sauber. Gleiches gilt für den Rest“, sagt Pöhle.
Sabine Sturm putzt dann, wenn es dreckig ist, wie sie erzählt. Sie hält sich dabei an die alte Hausfrauen-Regel, dass Bad und Küche täglich gereinigt werden müssen. „Die Fenster putze ich gelegentlich, die Vorhänge wache ich vielleicht zwei bis dreimal im Jahr“, so Sturm. Als „typisch Deutsch“ bezeichnet sie es, dass sie ihre Wohnung auch im Winter mehrfach lüftet. „Wir Deutschen lieben ja frische Luft, da kann es bei mir auch ruhig mal kalt werden“, erzählt sie amüsiert.
Jens Kroll putzt regelmäßig mit seiner Frau, ein waschechter Frühjahrsputz stehe ebenfalls jedes Jahr auf ihrer Agenda. „Dann putzen wir die Fenster gründlich und holen den Staub aus den Ecken. Leider haben wir viele Fenster, sodass das schon einige Zeit dauert“, sagt er. Darauf, dass er nicht dem Klischee entspricht, dass Männer sich wenig für Hausarbeit interessieren, legt Kroll viel Wert. „Putzen habe ich während meiner Zivildienst-Zeit gelernt und das hat mir persönlich sehr gut getan“, meint er.