Pirmasens
Modehaus Masser: Kontinuität an unüblichem Standort
Wer auf der Suche nach den neuesten Modetrends ist, verirrt sich im Zweifel meist in eine Fußgängerzone oder auf die Webseite eines Online-Händlers. Die Lemberger Straße in Pirmasens gilt hingegen nicht unbedingt als Shopping-Meile. Dass das aber nicht zwingend ein K.O.-Kriterium sein muss, beweist das Modehaus Masser. Denn dort hält sich das Geschäft – entgegen jeden Trends – seit inzwischen 74 Jahren.
Inhaberin Birgit Helfrich hat den Laden von ihrer Mutter Emmi Masser übernommen, die das Modehaus 1950 gegründet hatte. Auf die Frage, was ihr Erfolgsrezept sei, hat Helfrich eine klare Antwort parat. „Kundenkontakt, fachliche Beratung und gute Kollektionen – eben alles, was ein Fachgeschäft auszeichnet“, sagt die Chefin mit einem Lachen. Zwar mache sich das Zweibrücker Outlet durchaus bemerkbar, aber das sei zu verkraften, sagt Helfrich. „Schließlich gibt es dort nur Ware, die mindestens eine Saison alt ist.“
„Standort ist gar kein Problem“
Birgit Helfrich gesteht, dass die Lemberger Straße nicht die typische Lage für ein Modehaus sei, aber über einen Umzug, etwa in die Fußgängerzone, habe sie nie nachgedacht: „Das ist unser Haus, wir waren nie unzufrieden. Es ist eine stark befahrene Straße – wir werden gesehen.“ Zudem gebe es reichlich Parkmöglichkeiten sowie eine Bushaltestelle gegenüber. „Der Standort ist gar kein Problem“, ergänzt die Inhaberin.
Ganz allein kann Helfrich den Laden allerdings nicht schmeißen. Seit mittlerweile 20 Jahren steht ihr ihre Namensvetterin Birgit Heintz zur Seite. Zuvor arbeitete Heintz im Modegeschäft André in der Schlossstraße. Schon vor dessen Schließung wurde Helfrich auf ihre heutige Mitarbeiterin aufmerksam. „Ich habe von Kunden gehört, dass sie eine tolle Verkäuferin sei“, erinnert sie sich. Nachdem das Modegeschäft André geschlossen hatte, gelang es ihr, Heintz für das Modehaus Masser zu gewinnen.
Gutes Vertrauensverhältnis
„Wir hatten von Anfang an eine gute Chemie. Ich hatte natürlich gehofft, dass ich sehr lange hier arbeiten werde“, blickt Heintz zurück. Seit 2004 pendelt sie jeden Tag von Waldfischbach-Burgalben aus in die Lemberger Straße 280. Dass dadurch einige Kilometer im Jahr zusammenkommen, mache ihr nichts aus: „Wenn man gerne arbeitet, fährt man auch gerne ein bisschen mehr.“
Birgit Helfrich schätzt an ihrer langjährigen Mitarbeiterin besonders den guten Kundenkontakt: „Mode ist ein sensibler Bereich. Wer nicht beraten wird, kann sich schnell verloren fühlen. Sie hat über die Jahre zu unseren Stammkunden ein sehr gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut.“ Besonders wegen der vielen Stammkunden sei Kontinuität extrem wichtig, betont Helfrich. Aber ebenso das Teamwork: „Wenn man zu zweit ist, muss alles passen. Die Kunden würden es merken, wenn es keine Harmonie zwischen uns geben würde. Aber wir sind ein eingespieltes Team.“