Pirmasens Mieterverein: Wohnraum schaffen für sozial Schwache

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Bauhilfe und Stadt Pirmasens sieht der Pirmasenser Mieterverein in der Pflicht, Wohnraum für sozial schwache Mieter zu schaffen. Das betonte am Donnerstag der Vorsitzende des Mietervereins Westpfalz, Martin Zepp-Linse, in der Jahreshauptversammlung des 1200 Mitglieder zählenden Vereins. Die Zahl der Mieter steige, die nicht mehr in der Lage seien, ihre Miete zu zahlen.

Als Grund sieht Zepp-Linse, dass es in Pirmasens aufgrund der strengen Regeln für Hartz-IV-Empfänger praktisch kaum möglich sei, eine vernünftige Wohnung mit 50 Quadratmeter Fläche zu einem Preis von bis zu 3,58 Euro pro Quadratmeter zu bekommen. In der Realität müssten die Hartz-IV-Bezieher die Mehrkosten aus der eigenen Tasche bezahlen, was in vielen Fällen schief gehe. Die Miete dann einfach nicht mehr zu zahlen, hält Zepp-Linse für den falschen Weg, den jedoch verstärkt Mieter aus wirtschaftlichen Gründen gehen würden. Hier fordert der Mieterverein-Vorsitzende ein stärkeres Engagement von Bauhilfe und Stadt. „Pirmasens darf sich nicht auf Leuchtturmprojekten ausruhen wie dem Patio“, so Zepp-Linse. Es müsse der tatsächliche Bedarf der Pirmasenser berücksichtigt werden, die nicht über die notwendigen Mittel für eine Patio-Wohnung verfügten. Auch in diesem Bereich gebe es ansprechende Wohnungen und man brauchen keinen „Schnick-Schnack“. Probleme verursache in vielen Fällen auch die energetische Sanierung, die laut Zepp-Linse zwar gewünscht sei, aber auch über das Ziel hinausschieße. „Manchmal wird auf Teufel komm raus gedämmt.“ Der Deutsche Mieterbund fordere hier die Verteilung der Kosten: Hausbesitzer, Mieter und öffentliche Hand. Derzeit müssten meist die Mieter die Wärmedämmung bezahlen, wobei oft die Mieterhöhung über der erzielten Energieeinsparung liege. Mit Kostensteigerungen kämpft auch der Mieterverein. Dessen Rechtschutzversicherung hat einen neuen Vertrag erarbeitet, der dazu führe, dass künftig die Selbstbeteiligung der Mitglieder bei einem Rechtsstreit von 100 auf 150 Euro steigen werde. Eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrages sei nicht vor 2016 vorgesehen, sagte Zepp-Linse. (kka)

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