Sportstätten RHEINPFALZ Plus Artikel Mehrere Vereine in Region Pirmasens starten wieder mit Training auf Freiluft-Sportanlagen

Auch auf der Sportanlage der IGS Thaleischweiler-Fröschen darf ab Donnerstag wieder trainiert werden.
Auch auf der Sportanlage der IGS Thaleischweiler-Fröschen darf ab Donnerstag wieder trainiert werden.

Die Stadt Pirmasens erlaubt ab Mittwoch wieder Training im Stadion Spesbach und im Sportpark Husterhöhe, der Landkreis Südwestpfalz öffnet ab Donnerstag seine großen Freiluft-Sportanlagen. Voraussetzung: Abstands- und Hygieneregeln werden eingehalten. Mehrere Vereine wollen sehr bald wieder loslegen, der Schulsport bleibt dagegen ausgesetzt.

Auf ihren zwei großen Freiluft-Sportanlagen erlaubt die Stadtverwaltung ab heute wieder Training unter Corona-Bedingungen – also stets mindestens eineinhalb Meter Abstand zwischen Sportlern und Betreuern, Desinfektion von Sportgeräten und geschlossene Umkleide- und Duschräume. Weiterhin abgesperrt bleiben dagegen bis auf Weiteres die städtischen Bolzplätze, die Skater-Anlage, der Basketballplatz und das Volleyballfeld im Strecktalpark sowie das Bodentrampolin am Exerzierzierplatz. Der Landkreis Südwestpfalz gibt unter den gleichen Bedingungen wie die Stadt ab Donnerstag seine großen Freiluft-Sportanlagen in Hauenstein (Wasgaustadion), Thaleischweiler-Fröschen (IGS) und Dahn (Schulzentrum) wieder frei.

Keine Selbstbedienung

Für Sportheime gelten die allgemeinen Corona-Reglungen für Gaststätten. „Insbesondere dürfen Vereinsheime momentan nicht, wie vielerorts üblich, nach dem Training im Wege der Selbstbedienung betrieben werden. Es muss zwingend immer eine verantwortliche Person anwesend sein, die für die Einhaltung der Hygieneregeln sorgt“, teilt die Stadtverwaltung Pirmasens mit.

Das Stadion Spesbach und der Sportpark Husterhöhe werden fast ausschließlich für zwei Sportarten genutzt: Fußball und Leichtathletik. Der FKP will – wie berichtet – ab Montag wieder Fußballtraining anbieten, nachdem am Samstag der Hygienebeauftragte des Vereins, Mannschaftsarzt Nils Veith, alle Trainer instruiert hat.

Geräte desinfizieren

Beim Leichtathletikclub (LAC) Pirmasens sitzt man quasi schon in den Startlöchern. „Wir nehmen das Angebot an und werden Training mit den beiden Wettkampfgruppen aufnehmen“, kündigt LAC-Vorsitzender Bernd Berger an. Zur Wettkampfgruppe gehören Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahre. Trainiert werde mit je einem Übungsleiter für acht Athleten. Diese werden in Zweiergruppen aufgeteilt. Vor jedem Training können sich die Sportlerinnen und Sportler auf eigens gekennzeichneten Plätzen auf den Zuschauerrängen, also im Freien, umziehen. Dort werden sie auch ihre Pause machen. Insgesamt sind beim LAC derzeit 60 junge Leichtathleten aktiv, 24 davon sind zwölf Jahre und älter. Berger: „Die Kleinen werden erst nach den Sommerferien wieder trainieren.“ Deshalb habe der Verein auf die Zahlung des Mitgliedsbeitrags für das erste Halbjahr bei den betroffenen Kindern verzichtet. Die Trainingsgeräte gehören dem Verein und werden laut Berger nach jedem Gebrauch desinfiziert. Die Trainingszeiten bleiben wie vor Corona, also montags, dienstags und freitags von 17 bis 19 Uhr im Stadion Spesbach.

Eltern entscheiden

Auch das Leichtathletiktraining des Endurance Teams Pirmasens startet am Mittwoch wieder, informiert Götz Krämer, der zusammen mit Martin Kölsch als Übungsleiter fungiert. Wie viele von den derzeit 20 Kindern und Jugendlichen erscheinen werden, stehe zwar noch nicht fest, jedoch habe er bereits positive Rückmeldung von einigen Eltern erhalten. Krämer: „Wir überlassen die Entscheidung – Training oder nicht – den Eltern.“ Eine Beachtung der Hygiene- und Abstandsvorschriften sei obligatorisch und stelle auf der weitläufigen Sportanlage kein Problem dar – „und viele Sportgeräte benötigen wir auch nicht“, merkt Krämer an. Zunächst werde eine Bestandsaufnahme erfolgen, wie der Zuspruch auf das wieder bestehende Trainingsangebot unter diesen besonderen Bedingungen sein wird.

Läufe bleiben terminiert

Eine Neuauflage des am 3. Oktober 2019 erstmals organisierten Ruppertslaufs sei geplant: „Stand heute ist der Lauf noch nicht abgesagt“, sagt Krämer auf Anfrage der RHEINPFALZ. Sollte aufgrund Corona eine zweite Auflage in 2020 nicht möglich sein, werde dieser in 2021 neu geplant.

Die etwa 15 Kinder der Leichtathletikgruppe des TuS Winzeln starten erst in einer Woche mit dem Training. Trainer Hartmut Kling steht nach eigenen Worten in engem Austausch mit den Eltern. „Wir wollen sicherstellen, dass, wenn wir trainieren, alle notwendigen Vorschriften bezüglich Abstand und Hygiene auch umgesetzt werden können“, betont Kling. Seine Schützlinge sind im Alter von fünf bis elf Jahren. Am 25. Oktober will der TuS Winzeln zum zweiten Mal den Hochwaldlauf veranstalten.

Kimmle-Stiftung freut sich

Richtig heiß ist man bei der Pirmasenser Heinrich-Kimmle-Stiftung auf die Wiederöffnung des Sportparks Husterhöhe. „Sport ist sehr wichtig“, betont Jörg Köhler, in der Behindertenhilfe-Stiftung für arbeitsbegleitende Maßnahmen verantwortlich. Er werde Lauf- und Zirkeltraining in festen Gruppen von drei bis acht Personen anbieten. Köhler: „Normal haben wir donnerstagnachmittags unsere Zeiten im Sportpark, aber jetzt können wir da wohl auch täglich trainieren.“

Ab zwölf Jahre

Peter Fremgen, einer von vier Leichtathletik-Übungsleitern des TV Thaleischweiler, erfuhr am Dienstagnachmittag von der RHEINPFALZ, dass die IGS-Sportanlage wieder freigegeben ist. Er werde nun mit den zuständigen Mitarbeitern der Kreisverwaltung Rücksprache halten. Sobald er offiziell grünes Licht erhalte, werde vermutlich nächsten Montag beim TVT das Leichtathletiktraining wieder starten und zwar „zunächst mit der Altersgruppe ab zwölf Jahre, weil bei den Jüngeren die Abstandsregelungen schwer durchzusetzen“ seien.

„Oh gut, für mich ist die Mitteilung neu“, zeigte sich am Mittwochnachmittag auch der Leichtathletik-Übungsleiter des TV Hinterweidenthal, Peter Buchmann, überrascht, als ihn die RHEINPFALZ über die neueste Entwicklung informierte. Er werde nun mit der Vereinsführung Rücksprache halten, und er freue sich darauf, mit dem Ü12-Training kommende Woche zu beginnen. Die Hinterweidenthaler trainieren sowohl auf dem Sportgelände des Dahner Schulzentrums als auch auf dem vereinseigenen Turnplatz. Der Martinslauf des TVH bleibt für den 8. November terminiert. Die traditionsreiche Veranstaltung ist fester Bestandteil der beliebten Laufserie Wasgaucup. „Wir setzen alles dran, nachdem Spirkelbach und Hauenstein wegen Corona ihre Läufe leider absetzen mussten, diesen Lauf stattfinden zu lassen“, versicherte Buchmann.

Kein Schulsport

Die Schulen werden die freigegebenen Sportanlagen weiterhin nicht nutzen. So auch das Pirmasenser Hugo-Ball-Gymnasium, das Sport-Leistungskurse hat und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadion Spesbach liegt. „Das Ministerium erlaubt aktuell im Sport nur reinen Theorieunterricht“, betont Ball-Direktor Ulrich P. Klein, dass ihm die Hände gebunden sind, obwohl die Sportlehrer an seiner Schule „schon Ideen hätten“, wie man zumindest Individualsportangebote machen könnte.

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