FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Meckle-Cup in Pirmasens: Super Turnier mit besonderem Team

Riesenchance für Noah Stilb (in Weiß): Wäre der von Altin Mulaki attackierte FKP-B-Junior in dieser Achtelfinal-Szene nicht an H
Riesenchance für Noah Stilb (in Weiß): Wäre der von Altin Mulaki attackierte FKP-B-Junior in dieser Achtelfinal-Szene nicht an Hennefs Torhüter Jakob Hecker gescheitert, hätte es kein Neunmeterschießen gegeben. Keeper Hecker parierte dort dreimal, und die Pirmasenser verpassten ein Viertelfinalmatch gegen Borussia Mönchengladbach.

Schalke 04 vor Wattenscheid 09 und Dynamo Kiew, der FKP mit sehr achtbaren Ergebnissen im Achtelfinale, gut besetzte Ränge und ein hohes Niveau: So lässt sich der zweitägige, mit 60 Mannschaften besetzte Pirmasenser Meckle-Cup für B-Junioren zusammenfassen.

„Das ist einfach bombig! Das ist der geilste Meckle-Cup, den wir bisher hatten.“ Jörg Henrich, der Cheforganisator dieses hochkarätig besetzten U17-Fußballturniers in Pirmasens, schwärmte von der Qualität der Spiele, der Fairness der Akteure und besonders vom herausragenden Publikumsinteresse an beiden Turniertagen. Henrich: „Die Zuschauer waren genau so wie die Spieler heiß auf Budenzauber.“

Der ganz besondere Turnierteilnehmer war Dynamo Kiew. Wie die Betreuerin des Teams aus der Ukraine der RHEINPFALZ berichtete, sind die U17-Spieler des zweimaligen Europapokal-Gewinners wegen des Krieges in ihrer Heimat zusammen mit dem Trainerstab seit August in Köln untergebracht. Sie können dort trainieren und freuen sich über alle Klubs, die gegen sie Freundschaftsspiele austragen wollen, da ihnen ein regulärer Spielbetrieb nicht möglich ist.

„Hier in Sicherheit“

Die Anreise aus der Domstadt nach Pirmasens erfolgte zusammen mit den Teams von Borussia Mönchengladbach und Wattenscheid im Bus. „Die Jungs sind hier in Sicherheit und können ihren Traum, Profifußballer zu werden, weiter verfolgen. Zu Hause wäre das nicht möglich. Das größte Problem besteht darin, dass sie von ihren Familien getrennt sind“, umriss die Betreuerin die Situation und fügte hinzu: „Über Weihnachten reisen wir aber alle nach Hause, nach Kiew.“

Trainer dieser U17 ist Yurii Dmytrulin, der früher mit Dynamo in der Champions League spielte und auch fürs ukrainische Nationalteam auflief. Insbesondere nach dem starken Auftritt gegen den 1. FC Kaiserslautern im Viertelfinale (3:2) vollführte das Team wahre Freudentänze. Andrejev wurde als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet.

Top-Torjäger vom 1. FC Köln

Die größte Konkurrenz in dieser Sonderwertung hatte er im Schalker Maxime Ndeng-Penga, der immer wieder mit tollen Dribblings, elegantem Zweikampfverhalten und einem unaufgeregten, sauberen Abschluss auffiel. Den besten Keeper des Turniers stellte mit Nick Bodon der FC Schalke 04, der den Meckle-Cup verdient gewann. Alessandro Pezzo vom 1. FC Köln wurde nach 13 Treffern als bester Torschütze ausgezeichnet.

Die U17 des FK Pirmasens erreichte in ihrer acht Teams starken Vorrundengruppe als Zweiter hinter Borussia Mönchengladbach und vor Fortuna Düsseldorf das Achtelfinale und traf dort auf den späteren Turniervierten, den FC Hennef. Beide Teams neutralisierten sich weitestgehend. Die größte Chance, den Pirmasenser Siegtreffer zu erzielen, ließ Noah Stilb in der vierten Minute liegen. Nach dem 0:0 musste ein Neunmeterschießen entscheiden, und dort scheiterte „die Klub“ dreimal am Keeper von Hennef, das mit der U16 in der Mittelrhein-Liga und mit der U17 in der B-Junioren-Bundesliga antritt.

„Total heiß“

„Die Jungs haben ein super Turnier gespielt, Fortuna Düsseldorf mit 2:1 geschlagen und beim 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach ein klasse Spiel abgeliefert. Die Jungs waren total heiß auf dieses Turnier. Wir haben unseren Spaß gehabt – was wollen wir mehr?“, zog FKP-Trainer Patrick Müller sein Fazit. Er bot folgendes Hallenteam auf: Junghans - Groß, Schmidt, Stilb, Ayers, Welter, Selgrad, Kettenring, Jung.

„Das ist ein super Turnier mit starken Mannschaften und toller Stimmung in der Halle. Einen besseren Jahresabschluss hätten wir nicht kriegen können“, betonte der Trainer des FC Hennef, Cagdas Sahinoglu, dessen Team auf Maria Rosenberg untergebracht war.

Felix Galli, hauptberuflicher U17-Trainer von Borussia Mönchengladbach, sagte: „Wir sind im Hotel Kupper in Eppenbrunn untergebracht und bekamen zwei Kleinbusse zur Verfügung gestellt, um zur Halle zu fahren. Ich wusste gar nicht, dass es hier so schön ist.“

Abenteuerliche Anreise

Apropos Anreise: Das Team der FT Gern München war am Freitag mit dem Zug angereist. „Wegen des heftigen Schneetreibens mussten alle ICE in Stuttgart erst mal stehenbleiben. Als dann noch auf der Strecke nach Karlsruhe ein Fels auf den Gleisen lag, ging es – natürlich wieder später – über Kaiserslautern nach Pirmasens. Hier sind wir nach Mitternacht im Best Western Hotel angekommen“, erzählte FT-Trainer Jürgen Ahmen und fügte hinzu: „Was der Jörg hier in Pirmasens aufzieht, ist ja ein Wahnsinnsprojekt! Wir kommen gerne wieder.“

TURNIER IN ZAHLEN

Achtelfinale: Türkgücu München - 1. FC Kaiserslautern 0.1, Wormatia Worms - Dynamo Kiew 0:1, 1. FC Köln - SV Mainz-Gonsenheim 3:1, Schalke 04 - SV Hegnach 7:0, FC Hennef - FK Pirmasens 1:0, Borussia Mönchengladbach - FT Gern München 6:0, Waldeck Obermenzig - Wattenscheid 09 0:2, 1. FC Kaiserslautern U16 - FC Nöttingen 0:4

Viertelfinale: 1. FC Kaiserslautern - Dynamo Kiew 2:3, 1. FC Köln FC Schalke 04 2:5, FC Hennef - Borussia Mönchengladbach 3:1 (1:1) nach Neunmeterschießen, SG Wattenscheid - FC Nöttingen 4:2 (1:1) n. N.

Halbfinale: Dynamo Kiew - FC Schalke 04 1:2, FC Hennef - SG Wattenscheid 2:3

Spiel um Platz drei: Dynamo Kiew - FC Hennef 5:4 (0:0) nach Neunmeterschießen

Endspiel: FC Schalke 04 - SG Wattenscheid 09 3:0.

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