Pirmasens Man singt nur mit dem Herzen gut
Es gibt das Buch. Es s gab vergangenes Jahr an Weihnachten den schönen neuen Kinofilm. Es gibt morgen, Mittwoch im Saarländischen Staatstheater das Schauspiel für Erwachsene von 2014 noch einmal. Und jetzt kommt auch noch das Musical auf die Bühne: Am Freitag, 19. Februar, 20 Uhr, ist „Der kleine Prinz“ mit Orchester in der Saarbrücker Congresshalle in der Fassung der US-Diva Deborah Sasson.
Antoine Saint-Exupéry erzählte 1943 in seinem Buch die traumhafte Geschichte eines Prinzen, der von einem fernen Stern kommend, auf der Erde den Menschen nur scheinbar einfache Fragen stellt. Immer wieder gibt es Versuche, das Buch für die Bühne zu bearbeiten, meistens als Kindertheater. Dabei zielt das Stück eigentlich mehr auf Erwachsene, die durch die Worte des keinen Prinzen lernen, mitfühlender zu sein. Ein Prinz von einem fernen Stern reist von Planet zu Planet, trifft auf der Erde die unterschiedlichsten Gestalten und stellt Fragen, die zum Nachdenken anregen Als die Opernsängerin Deborah Sasson und der Sänger, Schauspieler, Regisseur und Choreograf Jochen Sautter nach einer Vorstellung ihrer Neuinszenierung des „Phantoms der Oper“, mit der Sasson am 11. Februar in Pirmasens zu sehen ist, vor zwei Jahren bei einem Glas Wein zusammen saßen, hatte jemand eine französische Originalausgabe des „Kleinen Prinzen“ dabei. Schon bald sprachen sie über die Vertonung der Geschichte. Denn sie waren sich gleich einig, dass die Welt des kleinen Prinzen geradezu nach Musik „schreit“. Ein Jahr später griff Sautter die Idee auf und beauftragte Sasson, probeweise mal ein Lied zu komponieren. Das Lied gefiel ihm, der Wunsch nach einem Libretto, nach einer Komposition und einer Inszenierungsform kam auf. So entstand ein Bühnenwerk mit eigenen Texten und Liedern, ein Musical für Erwachsene und Kinder. Sautter übersetzte das Buch aus dem Französischen und lieferte die neuen Texte. Sasson verbrachte ganze Nächte am Klavier und schrieb die Musik. Sie hat sich dabei von Leonard Bernstein beeinflussen lassen, aber auch rockige Klänge, arabische Melodien und Tango eingebaut. „Der kleine Prinz“, sagt Sautter, „bekommt nicht nur eine musikalische Komponente, erzählerische Figuren wie die Rose, die Schlange oder der Fuchs sind geradezu prädestiniert, auch tänzerisch umgesetzt zu werden“. Zwei Jahre haben Sasson und Sautter an dem Musical gearbeitet. Am 12. Dezember 2015 hatte es im Rhein-Main-Theater in Niedernhausen (bei Wiesbaden) seine Uraufführung. Das 16-köpfige Darsteller-Ensemble wird begleitet von zehn Musikern unter der Leitung von Matthias Suschke. Den kleinen Prinzen (Tenor) singt und spielt Moritz Bierbaum. Er ist Mitglied im „Jungen Staatsmusical“ des Staatstheaters Wiesbaden. Der Bass-Bariton Benoit Pitre aus Montreal verkörpert den Piloten – mit echten französischen Akzent. Die weiteren Rollen werden von Musicaldarstellern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gespielt. Matthias Suschke, der schon für den Friedrichstadtpalast in Berlin orchestriert hat, besorgte die Arrangements. Die aufwendigen, interaktiven Videoanimationen mit Bildern zur Reise des Prinzen an verschiedenen Planeten vorbei zur Erde, stammen von dem polnischen Künstler Daniel Stryjecki. (adi) Bei Anruf Karte —Die ersten drei Anrufer, die heute, Dienstag, zwischen 14 und 14.05 Uhr bei der RHEINPFALZ unter Telefon 06332/922159 durchkommen, erhalten je zwei Karten für die Aufführung am Samstag, 19. Februar, 20 Uhr, in der Saarbrücker Congresshalle. —Wer kein Glück hat: Es gibt Karten für 46,95 bis 63,45 Euro im Vorverkauf im Internet bei www.ccsaar.de, www.ticketoonline.de, www.eventim.de und in den Vorverkaufsstellen der Congresshalle.