Pirmasens Möbel Zimmermann: In der Innenstadt fest verankert

Vor dem Internet hat Ullrich Zimmermann keine Angst. Wer etwas Neues für sein Zuhause suche, wolle es anfassen, berühren, ausprobieren. Möbel Zimmermann in der Pirmasenser Hauptstraße führt er in der dritten Generation. „Es geht uns gut“, sagt der Kaufmann, der die Fußgängerzone für einen idealen Standort hält.
„Ich war schon als kleiner Junge mit auf Möbelmessen, habe mit den großen Kartons gespielt, wollte nie was anderes machen. Möbel sind etwas Schönes, wer sich neu einrichtet, tut das meist mit Freude“, sagt Ullrich Zimmermann. Am Freitag und Samstag feiert sein Möbelhaus 80. Geburtstag. Ein Jubiläum, das den Geschäftsführer strahlen lässt. „Wir sind sehr zufrieden, die Kunden kommen vorwiegend aus Pirmasens, aber auch aus dem Saarland, Neunkirchen, St. Wendel, Zweibrücken, sogar aus Kaiserslautern“, erzählt der 46-Jährige, der das Geschäft in der dritten Generation führt. Von Vorteil sei, dass man noch mit einem eigenen Lieferservice – „wir besitzen zwei Laster“ – arbeite und drei Schreiner die Möbel aufbauen. Das werde honoriert. Den studierten Betriebswirt hat es anders als den großen Bruder nie aus Pirmasens weggezogen. „Die Stadt hat es nicht leicht gehabt zuletzt, aber sie hat Potenzial, es hat sich viel getan“, meint Zimmermann, der auch ein Fan der Fußgängerzone ist. „Wir haben noch eine relativ hohe Dichte an inhabergeführten Läden, das macht den Reiz aus.“ Deshalb sei er optimistisch, was den Standort angehe. Wobei man auch etwas tun müsse. Um für die Laufkundschaft – „Die Leute bummeln vorbei, holen sich Ideen“ – attraktiv zu bleiben, hat er die Schaufensterfassade erneuert, bestückt sie immer wieder mit anderen Wohnaccessoires, um zum Reinkommen zu animieren. „Wir bauen permanent um“, erzählt Zimmermann. Vor neun Jahren hat er die Fassade dämmen lassen, vor fünf Jahren wurde der Eingangsbereich erneuert, im Jahr 2012 kam dann eine Abteilung mit Massivholzmöbeln im Untergeschoss hinzu. Rund eine Million Euro hat Zimmermann in den vergangenen zehn Jahren investiert, davon 450.000 Euro in eine neue Lagerhalle in der Rheinstraße. Die Möbelbranche sei sehr beratungsintensiv, betont Zimmermann. Das verlange viel Flexibilität, auch Hausbesuche. „Wir betrachten dann vor Ort das Umfeld, vermessen, Küchen werden mittlerweile mit einem Computerprogramm geplant.“ Neu kommen soll eine Erlebnisküche, wo es auch mal Vorführungen geben wird, so wie einst, als bei Zimmermann in der Hauptstraße mit den Einbauküchen auch Kochshows Einzug hielten. Die Anforderungen in der Branche steigen, sagt Zimmermann. „Die Produkte werden aufwendiger und komplizierter, die Typenvielfalt ist enorm.“ Früher gab es die Wohnwand in drei Größen, heute gebe es über 100 Variationsmöglichkeiten, bei Polstermöbeln könne gezielt auf die Ergonomie reagiert werden, auf Körpergröße, Fußhöhe und Rückenunterstützung. Was das Angebot auf der 2500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche angeht, setzt Zimmermann auf die Handelsmarken im Europa Möbel-Verbund, dem 600 Möbelhäuser angeschlossen sind. Mit Lebensgefährtin Rebecca Bandner besucht er regelmäßig die großen Messen in München, Frankfurt und Köln, holt sich beim Kurzurlaub wie kürzlich in Stockholm Anregungen. Gut angenommen werden laut Zimmermann die Accessoires, die er seit einigen Jahren im Angebot hat, Leuchten, Decken, Bilder, Teppichböden, Kissen. „Das bringt Frequenz, die Leute schätzen es, dass sie bei uns Artikel finden, mit denen sie schnell die Atmosphäre in den vier Wänden verändern können.“ Beim Sortiment setzt Zimmermann auf Vielfalt, „von Landhaus bis Lack“. Wie oft sich die Leute neu einrichten? Der Fachmann weiß es nicht. „Ich habe mal gelesen, dass sich alle sieben Jahre der Geschmack ändert.“ Wobei Küchen und Wohnwände langlebiger seien als beispielsweise Polstermöbel. Trends greife er bewusst auf. So führt er in der Schlafzimmerabteilung Boxspringbetten, für viele das Nonplusultra für Schlafkomfort. „Aber wir verkaufen auch noch genauso viele Matratzen mit Lattensystem.“