Pirmasens Leserbriefe an die Lokalredaktion:

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Liest man den Artikel, kommt man nicht umhin zu bemerken, dass lokaler Wahlkampf herrscht und sich Herr Fremgen anscheinend gerne profilieren will. Die von ihm angesprochenen Vorschläge im Bezug auf eine IGS (Integrierte Gesamtschule) sind vollkommen realitätsfern und nichts als heiße Luft. Zur Sache: Dass eine IGS der Stadt Pirmasens unter Umständen gut zu Gesicht stehen würde, ist zweifelsfrei, das Argument der abwandernden Schüler von Stadt nach Land ist nicht von der Hand zu weisen. Aber wie um Himmels Willen kommt Herr Fremgen ausgerechnet auf die Landgraf Ludwig Realschule plus, wenn er selbst anmerkt, dass auf lange Sicht nur zwei der drei Gymnasien bestehenbleiben können? Die LLRS+ soll aufgrund sinkender Schülerzahlen ihre Gebäude von vier (Nagelschmiedsberg, Alleestraße, Horeb und Husterhöhe) auf drei reduzieren. Wie sollen dann wieder höhere Schülerzahlen untergebracht werden? Logisch wäre hier vielmehr ein Umbau des Hugo Balls zu einer IGS, die dann im jetzigen Kirchbergschulgebäude genug Platz hätte. Würde die Kirchbergschule eines Tages aufgrund zu geringer Schülerzahlen nicht mehr bestandsfähig sein, gäbe es dann zwar noch eine IGS, aber keine RS+ (Realschule plus) mehr, was der Bildungslandschaft in Pirmasens abträglich wäre. Zusätzlich ist anzumerken, dass die ehemaligen Schulen der jetzigen Landgraf Ludwig Realschule im Rahmen der Schulstrukturreform für eine Umwandlung in eine Realchule plus stimmten und gegen eine Umwandlung in eine IGS. Des weiteren unberücksichtigt bleibt, dass die LLRS+ eine Fachoberschule Metalltechnik bekommen soll, die einen enormen Aufwand an Umbau- und Ausstattungskosten beinhaltet. Diese FOS könnte dann so im Rahmen einer IGS nicht bestehen bleiben und wieder würden öffentliche Gelder verbrannt. Abschließend muss man sich zudem noch fragen, welchen Gefallen er dem ansässigen Kollegium der LLRS+ tut, das dann nach Schulstrukturreform, FOS und schließlich Umwandlung zur IGS die dritte Umstrukturierung innerhalb einer Dekade zu schultern hätte. Gerade als Bezirkspersonalrat der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW sollte Herrn Fremgen das Los der Kollegen und Kolleginnen mehr am Herzen liegen! Bleibt nur darüber zu spekulieren, ob wohl bei der Wahl der LLRS+ als zukünftige IGS eine Rolle spielt, dass seine Frau dort Rektorin ist. Herr Fremgen als Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung & Wissenschaft muss es wissen. Die Stadt Pirmasens hat bei der ADD (zuständige Landesbehörde) schon lange die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) beantragt, allerdings fordert das Land für die Einrichtung dieser in Pirmasens dann neuen Schulart die Schließung eines Gymnasiums. Wenn Frank Fremgen jetzt eine IGS für Pirmasens haben will, muss er vor der Wahl sagen, welches Gymnasium dafür aufgegeben werden soll. Eine IGS anstelle der Realschule wird es nicht geben können, das hat die ADD der Stadt schon lange beschieden. Es sei denn, Herr Fremgen bemüht seine Parteikontakte zum Kultusministerium, die es wohl auch ermöglicht haben, dass die Ehefrau Schulleiterin wird und der Gatte GEW-Bezirks-Vorstand ist. Wer in dieser Kombination nicht einen massiven Interessenskonflikt (Frau Chefin, Mann Gewerkschaftsfunktionär des Personals) sieht, der muss erst seine „rote Parteibrille“ abnehmen, um klar zu sehen, oder Lehrer der betroffenen Schule fragen.

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