Leute aus der Nähe RHEINPFALZ Plus Artikel Leo Naab aus Bundenthal träumt den Traum vom Fußballprofi

Trägt schon mal das Nationaltrikot: Leo Naab.
Trägt schon mal das Nationaltrikot: Leo Naab.

Er ist erst 14 Jahre alt, kickt als Spielmacher im U15-Regionalligateam des 1. FC Kaiserslautern und ist auf dem Sprung in die Nationalmannschaft.

Mitten unter den Top-Talenten des Fußballer-Jahrgangs 2010 von Bayern München, Bayer Leverkusen oder Borussia Dortmund tummelte sich bei den beiden zurückliegenden Lehrgängen des U15-Nationalteams Leo Naab aus Bundenthal. Der 14-Jährige kickt als torgefährlicher Spielmacher in der Regionalliga-U15 des FCK und darf sich Hoffnung machen, im Mai bei den Länderspielen gegen die Niederlande und Belgien dabei zu sein.

Auf dem „Bolzer“

Der Junge ist erst 14 und alles andere als gut zu erreichen. Es ist kurz vor 15 Uhr, da war er kaum zurück vom Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium in Dahn, hatte zu Mittag gegessen und die Hausaufgaben gemacht, da ist er schon wieder weg. „Er hat die Stunde, bevor er zum Training nach Kaiserslautern fährt, noch genutzt, sein Fahrrad geschnappt und kickt mit seinen Kumpels auf ,dem Bolzer’ in Bruchweiler“, erzählt sein Vater Marco voller Verständnis.

Schließlich hat der Sohn die Leidenschaft für den Fußball nicht gestohlen. Papa Naab hat für die SG Bruchweiler in der Verbandsliga und für die Sportfreunde Bundenthal in der Landesliga gespielt. „Seit Leo laufen konnte, war er immer dabei und hat „rumgekickt“. Der heute 40-Jährige jagt noch in der Altherren-Mannschaft dem Ball nach, während sein Sohn Leo längst über das Stadium des „Rumkickens“ hinaus ist und durch seine feine Technik, die Gabe, ein Spiel zu lesen, und eine „eingebaute“ Torgefährlichkeit Eingang in die elektronischen Notizbücher von Scouts aus Bundesliga-Vereinen und der Nationalmannschaft gefunden hat.

Nicht ins Internat

So richtig durchgestartet ist Leo, der über die JSG Wasgau/Bruchweiler zum FK Pirmasens kam, vor zwei Jahren. Da wurde er unter FKP-Trainer Frank Tappe mit 26 Treffern Torschützenkönig der Verbandsliga, der höchstmöglichen Liga für U13-Kicker. Vom FKP-Trainerteam habe er eine Torjägerkanone überreicht bekommen, erinnert er sich gerne an dieses „tolle Jahr“. Schon in diesem Jahr wurde die Trainingsintensität gesteigert. Erst durch die Teilnahme am Perspektivteam des 1. FC Kaiserslautern, dann durch das DFB-Stützpunkt-Training auf dem Kunstrasen des SV Ruhbank.

Es folgte der endgültige Wechsel zu den „kleinen Roten Teufeln“ auf den Fröhnerhof. Die Möglichkeit, ein zweiwöchiges Schulpraktikum zu absolvieren, nutzte Leo, um ins Internat des Lauterer Heinrich-Heine-Gymnasiums zu schnuppern. Beim Schnuppern blieb es auch, denn Leo stellte fest: „Ich fühle mich beim FCK superwohl. Keine Frage. Aber zu Hause mit meinem Bruder Luis, meinen Eltern und Großeltern und meinen Kumpels, das ist was ganz anderes“, hat er sein Zuhause schnell vermisst. Auch die heimische Küche hat Magnetwirkung. Von Mama Ramona liebt er die Lasagne, von Oma und Opa das Rahmschnitzel mit Kroketten.

Gedankenschnell sein

„Unser Ziel ist es schon, in der U15-Regionalliga Meister zu werden. Gegen Tabellenführer FSV Mainz 05 haben wir eine 0:3-Niederlage kassiert. Dabei waren wir ebenbürtig, nur konnten wir unsere Torchancen nicht nutzen.“ Aber es gebe ja noch ein Rückspiel. „Noch ist alles drin“, sagt Leo voller Optimismus.

Er hat in der höchsten Liga für diese Altersklasse als Mittelfeldspieler bisher acht Tore erzielt. „Da ist auch mal ein Freistoß dabei“, nennt er eine seiner Spezialitäten. Wie er sich gegen körperlich überlegene Spieler durchsetzt? „Ich muss versuchen, gedankenschnell aus Drucksituationen herauszukommen. Dann funktioniert das gut“, ist seine Erfahrung. Da wundert es nicht, dass sein Top-Idol der argentinische Super-Star Lionel Messi ist und dass ihn im deutschen Nationalteam die Spielweise eines Florian Wirtz am meisten fasziniert.

„Unbeschwert spielen“

Dass dann im September eine Einladung zum DFB-Lehrgang nach Oberhaching kam, hatte sich quasi „im Schlaf“ angedeutet. „Ich schlafe ab und zu in DFB-Bettwäsche“, muss er bei der Verknüpfung selbst lachen. Aber absolut „geil“ sei dann der zweite Lehrgang auf den DFB-Campus im November in Frankfurt gewesen. „Eine tolle Anlage. Alles drumherum absolut professionell. Die Spieler kamen aus den Nachwuchsleistungszentren der ganzen Republik. Wir wurden in zwei Teams eingeteilt, und ich trug zum ersten Mal das Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft. Da bist du natürlich total stolz und versuchst, deine beste Leistung auf den Platz zu bringen“, erzählt Leo Naab.

Schafft er es, für die beiden Länderspiele im Mai in der Sportschule Duisburg-Wedau gegen die Niederlande und Belgien nominiert zu werden, wäre er der erste Fußball-Nationalspieler, der aus Bundenthal kommt. „Darüber hat er sich garantiert noch keine Gedanken gemacht. Er soll weiterhin unbeschwert Fußball spielen, und dann werden wir sehen, wo die Reise hingeht. Da sind wir schon realistisch unterwegs“, sagt Papa Marco, der am Wochenende auch bei den Spielen von Sohn Luis mit der E-Jugend der JSG Wasgau dabei ist. Dieser freut sich genauso, wenn Papa und Mama dabei sind.

Tolles Finale in Fehrbach

Auch wenn Leo Naab schon am großen Fußball geschnuppert hat, vergisst er nicht, dass er eines seiner unvergesslichen Erlebnisse mit der JSG Wasgau hatte. „Ich hatte mit meinen Kumpels das Kreispokalfinale in Fehrbach erreicht. Wir lagen 0:1 hinten und haben mit zwei Freistoßtoren die Partie noch gedreht. Eins davon habe ich erzielt“, erzählt er strahlend. Aber Gegner Rot-Weiß Pirmasens holte sich mit einem 3:2 kurz vor Schluss doch noch den Sieg. „Egal. Das Spiel hat riesig Spaß gemacht. Das will ich auch so in Erinnerung behalten“, habe dieses Fußball-Erlebnis für ihn allein schon deshalb einen hohen Stellenwert, „weil ich es mit meinen Kumpels aus Bundenthal, Bruchweiler und Rumbach hatte“, erklärt Leo.

„Natürlich träume ich denselben Traum wie alle Jungs, die mit mir beim FCK oder in anderen Top-Clubs unterwegs sind. Ich möchte einmal Fußballprofi werden. Sollte das auf dem Betzenberg sein, wäre das perfekt“, sagt das 14-jährige Top-Talent aus dem Wasgau. Zunächst einmal geht es aber am Samstag in der C-Junioren-Regionalliga mit dem Heimspiel gegen den FC Speyer weiter.

Beim Testspiel der FCK-C-Junioren auf dem Fröhnerhof gegen den Karlsruher SC: Leo Naab (in Rot).
Beim Testspiel der FCK-C-Junioren auf dem Fröhnerhof gegen den Karlsruher SC: Leo Naab (in Rot).
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