Pirmasens Kunst am Bau: Ein buntes Nest für die Landgraf-Ludwig-Realschule
Ein Nest. Ganz ohne Naturmaterialien. Aus zehn Eisenstangen. Grün. Blau. Gelb. Rot. Bunte Eisenstangen. Ohne Berührungspunkte. Ohne Bezug zueinander. Zumindest scheinbar. Durch raffinierte Licht- und Schattenspiele ergeben sie ein Bild. Ein Gesamtkunstwerk. Kunst am Bau, nennt sich das. Zu bewundern im Eingangsbereich der generalsanierten Landgraf-Ludwig-Realschule plus. Geschaffen und erdacht von der Künstlerin Katja Theinkom.
Die war am Dienstag von ihrem Wohnort Mainz in die Südwestpfalz gereist, um der Schulgemeinschaft im Beisein von Bürgermeister Michael Maas das neue Kunstwerk offiziell zu übergeben, aber auch um das Abstrakte greifbar zu machen, auf Fragen der Schülerinnen und Schüler einzugehen und ihre Rückmeldungen aufzunehmen.
Ende März war die in Aachen geborene Künstlerin als Siegerin aus dem Kunst-am-Bau-Wettbewerb hervorgegangen. Sie hatte sich damit gegen 70 andere professionelle Künstler durchgesetzt. Der Wettbewerb ist mit 40.600 Euro dotiert. Angesichts der 17 Millionen Euro, die in die fünfjährige Generalsanierung flossen ein vergleichsweise überschaubarer Betrag.
Entstanden ist mit diesem Geld, da waren sich am Dienstag alle einig, ein Kunstwerk, das die Schule bereichert. Bürgermeister Maas bezeichnete es als eine „geniale Idee“, ein Werk zu schaffen, das bei einem Netz Anleihe nimmt. Gerade für eine Schule sei das passend: „Die jungen Küken werden hier groß und verlassen das Nest.“
Werk immer wieder neu entdecken
Die Künstlerin selbst forderte die Schülerinnen und Schüler dazu auf, das Werk aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und dabei neu zu entdecken: „Es soll Spaß machen, es immer wieder neu anzuschauen.“ Die Angesprochenen gaben der Künstlerin rundum positives Feedback zur Arbeit und wollten unter anderem wissen, warum sich Theinkom für die ausgewählten Farben entschieden habe. Die wiederum erklärte, dass sie mit dem Anthrazit an den Wänden und den bunten Stäben an der Decke einen Kontrast schaffen wollte. Die Winkel ihres Werks ergänzten die Architektur der Schule, die vor allem im Altbau geprägt von historischen Rundbögen ist.
Die Schule selbst hatte entschieden, dass die vorgeschriebene Kunst am Bau im Eingangsbereich des Gebäudes installiert werden sollte. Eine weitere Auflage war, dass die dort vorhandenen Spinde sowie eine große Holzbank in das Werk eingebunden wurden. Während die Künstlerin Theinkom der kreative Kopf hinter dem Werk ist, wurde die Installation von der Metallbaufirma SM Metall und dem Malerbetrieb Abraham (beide Wiesbaden) umgesetzt.
Konrektorin Tanja Eisel-Groll zeigte sich begeistert von dem Werk und bezeichnete das Schaffen von Katja Theinkom als „das I-Tüpfelchen“ auf dem ganzen Projekt der Schulsanierung.
