Pirmasens Kulinarisches Schaufenster

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Zur Tradition geworden ist der deutsch-französische Wochenmarkt auf dem Exerzierplatz, der bei seiner 17. Auflage letzten Samstag zahlreiche Besucher in die Innenstadt lockte. Neben den Stammbeschickern warteten zusätzlich 18 Händler aus der Grenzregion mit einem weitreichenden Angebot auf.

Schon früh herrscht reges Treiben auf dem Markt. Rund um den Exe sind die Stände der Beschicker aufgebaut, zwischendrin schlendert die Kundschaft mit Körben, Taschen und Tüten. Wer behauptet, ein Markt mit frischen und qualitativ hochwertigen Waren, sei nur etwas für Ruheständler, täuscht sich gründlich. Unter dem Publikum sind auch zahlreiche Jüngere, die Qualität regionaler Produkte zu schätzen wissen. „Den deutsch-französischen Wochenmarkt besuchen wir eigentlich immer, auch wenn wir unter der Woche für den sonst üblichen Markt nicht immer Zeit finden“, sagen Markus und Kathrin Herrlich, ein junges Ehepaar aus der Stadt. Besonders interessiert den männlichen Part das Pferdefleisch, das von „Erwin Bergold & Sohn“ aus Wachenheim angeboten wird. Gegessen hat es der 34-jährige noch nicht, möchte es aber probieren. Nachdem die Auslage genau studiert ist, wird der Anfang gemacht. Mit ein paar hundert Gramm Pferdesalami. Ehefrau Kathrin ist eher für Süßes und freut sich ein paar Meter weiter auf den Verkaufsstand von Gabriel Frumholtz aus dem französischen Ormersviller, der bereits zum dritten Mal in Pirmasens zu Gast ist und die junge Frau gleich von seinem Angebot probieren lässt: Mirabellen und Zwetschgen – sowohl noch in ihrer ursprünglichen Form als auch zur Marmelade verarbeitet. „Die Marmelade koche ich wie Oma früher und kriege hier in Pirmasens immer mehr Kundschaft. Beim ersten Mal kamen die Leute und haben probiert, beim zweiten Mal haben sie etwas gekauft und jetzt mache ich ein gutes Geschäft“, freut sich der Franzose, der oft in Deutschland unterwegs ist und den Markt in Pirmasens auch vom Ambiente her „sehr ansprechend“ findet. Ihm schräg gegenüber steht Christa Männel und bietet Schwarzwälder Schinken von Metzger Werner aus Hinterweidenthal an – heute zu günstigeren Preisen als sonst. „Normalerweise kostest ein Kilo Schinken bei uns um die 25 Euro, heute bieten wir es für 16 Euro an“, sagt Männel, die auch auf dem Krämermarkt in Pirmasens zu finden ist, und erklärt die Qualität des Schinkens. Er sei „nur“ drei Monate geräuchert und nicht so stark gesalzen als andere Sorten – eigentlich „der beliebteste Schinken in Deutschland“. Auf dem Markt riecht es nach Kräutern, Käse, frisch gebackenem Brot, nach Fleisch, Schnäpsen und Wein. Zwischendrin nimmt man einen rauchigen Geruch wahr: Frische Forelle in verschiedenen Variationen bietet Christian Schneider von der gleichnamigen Forellenzucht in Katzweiler an. Neben seinem Verkaufsstand hat er einen Räucherofen aufgebaut, in dem die Prachtstücke gerade in der Mache sind. Die Kundschaft greift ordentlich zu. Ebenfalls herber duftet es am Stand von „Les Aromes D′Alsace“. Der Elsässer Serge Seidel hat diverse Knoblauchsorten im Angebot und kennt den Markt von früher. Heute ist er nach einer Pause erstmals wieder dabei und klärt die Kundschaft über die verschiedenen Arten der Gewürz- und Heilpflanze auf.

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