Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Kulinarischer Rundgang: Großes Schlemmen beim Schlabbeflicker-Festival

Der Stand der Petersberger Feuerwehr wurde zum Anlaufpunkt für Burger-Liebhaber.
Der Stand der Petersberger Feuerwehr wurde zum Anlaufpunkt für Burger-Liebhaber.

Das Schlabbeflicker-Festival bedeutet nicht nur Musik und Spaß. Zentnerweise wurden am Wochenende Fleisch, Meeresfrüchte und Teig gegrillt, gebacken und vor allem gegessen. Großgeschrieben wurde die Vielfalt, was den Pirmasensern mundete. Beim Preis wurden die Besucher oft überrascht.

Prasselregen, Blitz und Donner: Die Kulinarik beim Schlabbeflicker-Festival hatte es erst mal schwer in diesem Jahr. Als sich nach dem fulminanten Gewitterregen dann doch noch überraschend feierlustige Pirmasenser auf die Partymeile zwischen Exe, Schloss- und Münzplatz wagten, war die eigentliche Essenszeit lange vorbei. Trotzdem waren offenbar viele Festbesucher hungrig unterwegs. Rolf Schlicher, Leiter des Pirmasenser Stadtmarketings, zum Beispiel hat am Freitagabend richtig Lust gehabt, eine Paella auszuprobieren, die vom Restaurant Bodega angeboten wurde. Doch als er ankam, war die schon alle. „Zwei Pfannen voll hat Rita de las Mercedes Figueredo Veliz verkauft“, erzählt der Liebhaber spanischer Küche begeistert, der sich schließlich eine Currywurst mit Pommes schmecken ließ. „Die war aber lecker“, betonte er.

Dass die Paella so gut angenommen wurde, lag bestimmt auch am Marketing der aus Kuba stammenden Gastronomin, die im Bahnhof ihr Restaurant betreibt und jetzt auf dem Schlossplatz Präsenz gezeigt hat. Immer wieder hat Rita de las Mercedes Figueredo Veliz ihr Essensangebot wie auf einem Markt mit lauter Stimme über den Platz hinweg feilgeboten, während lateinamerikanische Klänge vom Stand her klangen und der Duft der Paella durch die Hauptstraße strömte.

Dampfnudeln heiß begehrt

Kein Problem mit der professionellen Konkurrenz durch die Bodega hatte der traditionell auf dem Schlossplatz zu findende Carnevalverein Pirmasens (CVP). Dessen allzu verführerisches Kuchenangebot war dieses Jahr noch gefragter als sonst, da der Verein es auf dem Platz direkt servierte – und nicht mehr versteckt im Landgrafensaal des Alten Rathauses. Der Knüller beim CVP war allerdings die Dampfnudel. Die war in vielen Händen auf dem Platz zu sehen. „Die hat geschmeckt wie hausgemacht und genauso gut gerochen“, erzählte Isabelle Faul nach dem Verzehr des Klassikers aus der süddeutschen Küche begeistert.

Was Hunderten von Pirmasensern am Wochenende ganz hervorragend mundete, war die Trilogie von Knödeln. Die wurde bei V-Zeit auf dem Exe serviert und einte Semmel-, Spinat- und Hoorische Knödel in einer leckeren Rahmpilzsoße. Auf die Frage nach dem Geschmack wollte ein Gast die Presse sogar von seinem Gericht kosten lassen. In höchsten Tönen lobte Karl Triem das Knödeltrio. „Es schmeckt hervorragend“, urteilte der Senior. Seine Meinung konnte Antje Seidenschnur nur bestätigen. Auch sie hat von dem Gericht geschwärmt, während ihr Mann Stephan den Kartoffeln mit Kräuterquark im Angebot den Vorzug gab.

50er-Jahre-Atmosphäre

Zum Renner wurde der dort erhältliche Wurstsalat mit Pommes in den Konzertpausen, wenn die Besucher zum Stand strömten und es schnell gehen musste. „Der schmeckt aber auch wirklich gut“, meinten Jörg und Christine Klamfass, die sich je einen großen Teller davon schmecken ließen.

Ein echter Hingucker haben die Mädels vom Rottweiler Klub auf dem Exerzierplatz geboten, die im Rockabilly-Outfit, also im US-amerikanischen Kleidungsstil der 1950er Jahre bedienten. In den Gesichtern der Besucher war zu lesen, dass ihnen das Essensangebot mundete. Aber nicht nur die Rotti-Burger und American Hot Dogs waren am Stand von Donna Vukobrat und ihren Helferinnen begehrt, sondern zweifelsfrei auch die 50er-Jahre-Atmosphäre. Dort ging es übrigens nicht ausschließlich fleischlastig zu. Auch Veggie-Burger waren bei dem Verein im Angebot.

Guter Umsatz trotz Gewitter

Voll zufrieden zeigte sich Harald Maurer vom Pirmasenser Tischtennisclub über den Verkauf seiner Flammkuchen. Der früher für die Kasse des Vereins verantwortliche Maurer schwärmte sogar vom Umsatz am Freitagabend, der nach dem Gewittersturzregen noch richtig gut gewesen sei. Fast genauso gut wie im Jahr zuvor bei der Eröffnung sei es gelaufen, betonte er: „Und das war richtig gut.“ Was vielleicht auch am Produkt gelegen haben mag, das nicht nur optisch an das elsässische Original heranreichte.

Nicht fehlen durften natürlich die Klassiker der Dorffestküche. Der Erlenbrunner Sportverein (SV) brutzelte Bratwurst, Schwenker und Co. und konnte sich ebenfalls nicht über den Absatz beklagen. „Wir haben alle Hände voll zu tun“, sagte Susanne Vogt vom SV Erlenbrunn am Samstagnachmittag.

Französisch, italienisch, vegetarisch

Was sich auf der gesamten Partymeile herumgesprochen hat, war die gute Küche der Petersberger Feuerwehr. Deshalb mussten Hungrige, die eine Burgervariation der „Fire Fighters“ – so die Eigenbezeichnung der Burgerbude – haben wollten, einiges an Wartezeit mitbringen. Auch hier galt, dass die Wahl der Zutaten den Erfolg ausmacht. Der French-Burger beispielsweise wurde mit Camembert, Preiselbeeren und Karamell-Birnen verfeinert, während der Italy-Burger mit Rucola, Mozzarella und Parma-Schinken aufwartete. Auch hier wurde mit der Zeit gegangen und leckere Veggie-Varianten angeboten.

Angenehm überrascht haben sich die Gäste von der moderaten Preisgestaltung des kulinarischen Angebots gezeigt. Eine Paella für sieben Euro, ein Stück Kuchen der Karnevalisten für 2,50 Euro und auch die Burger der „Fire Fighter“ für neun Euro: Da könne man nicht meckern, so die Meinung der meisten Befragten, die sich nicht nur über die hervorragende Qualität des Essensangebots gefreut haben, sondern auch über den Einsatz der hiesigen Vereine.

Schlemmerparadies Exe: Für jeden Geschmack war etwas dabei.
Schlemmerparadies Exe: Für jeden Geschmack war etwas dabei.
Anita Jung und Donna Vukobrat vom Rottweiler Klub sorgten für 50er-Jahre-Atmosphäre.
Anita Jung und Donna Vukobrat vom Rottweiler Klub sorgten für 50er-Jahre-Atmosphäre.
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