Pirmasens „Kleine Stimmungsbilder“
In der Veranstaltungsreihe „Kultur im Landkreis“ des Landkreises Südwestpfalz geht es am Sonntag französisch zu. Denn „Les amis de Monsieur Napoleon Coste“ spielen Werke des Gitarristen und Komponisten Napoleon Coste (1805-1883) für Oboe und Gitarre, der als französischer Vertreter der romantischen Musikepoche gilt. Walther Theisohn und Ender Vielma sind von dem Musiker, der nicht nur die Gitarrenliteratur bereichert haben soll, sondern auch die polyphonen Möglichkeiten der Gitarre konsequent weiterentwickelte, so sehr inspiriert, dass sie sogar ihr Duo nach ihm benannt haben. Das Konzert von „Les amis de Monsieur Napoleon Coste“ beginnt am morgigen Sonntag um 18 Uhr im Vinninger Kulturzentrum Alte Kirche. Das Repertoire des Duos umfasst Originalwerke aller Stilepochen, legt jedoch ein besonderes Augenmerk auf Werke des 20. Jahrhunderts. Darüber sprach Christiane Magin mit dem Musiker Walther Theisohn.
Das ist schwierig. Es sind in erster Linie Originalstücke, kleine Stimmungsbilder. Man könnte fast schon von Programmmusik sprechen. Coste beschreibt Landschaften, aber auch besondere Stimmungen. Das bezieht sich allerdings auch auf andere Stücke, die wir spielen wollen – „Manantial“ von Xavier Camino zum Beispiel. Das ist ein mexikanisches Stück und beschreibt im Grunde einen Bach, eine Quelle. „Manantial“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsstücken. Aber zurück zu Coste: Von ihm spielen wir „Marche et Scherzo“ op. 33b. Was reizt Sie an dieser Musik? Das Besondere an Coste ist ganz bestimmt, dass er mit dem französischen Oboenbauer Charles Triébert befreundet war und – vielleicht deswegen – original für Oboe und Gitarre komponiert hat. Das findet man nicht so häufig in der Musikgeschichte. Für Flöte und Gitarre gibt es bestimmt über 1000 Werke. Für Oboe und Gitarre eben nicht. Die beiden Instrumente im Duo sind ein absolutes Nischenprodukt. Die Musik von Coste ist vielfältig. Welche musikalische Stilrichtung wird das Konzert am Sonntag dominieren? Coste wird eigentlich nur einen kleinen Teil des Repertoires ausmachen. Am Sonntag spielen wir beispielsweise auch „Café 1930“ aus der „Histoire du Tango“ Nr. 2 von Astor Piazzolla und haben den deutschen Komponisten Herbert Baumann mit einer Sonatine über finnische Volksweisen auf dem Programm. Der ist zwar nicht so bekannt, hat aber unwahrscheinlich viel für Film und Fernsehen komponiert. Welches sind Ihre persönlichen Favoriten unter den Komponisten? Na, auf jeden Fall Napoleon Coste. Aber weil Kompositionen für Oboe ein Nischenprodukt sind, habe ich nicht wirklich Favoriten. Ich mag halt Originalkompositionen. Für dieses Oeuvre existieren zum Beispiel Werke von Karl Pilss (1902-1979), der Opernchordirektor an der Wiener Staatsoper war. Pilss war einer der wenigen, die überhaupt für Oboe und Gitarre komponiert hat. Sie spielen auch in Frankreich. Wie kam es zum grenzüberschreitenden Musizieren? Ich lebe und arbeite in Zweibrücken. Da ist es naheliegend, dass man Kontakte in der näheren Umgebung hat. Und das ist Frankreich. Wie haben Sie und Ender Vielma musikalisch zueinander gefunden? Ender Vielma ist mein Kollege an der Musikschule in Zweibrücken. Er ist als zweite Lehrkraft für Gitarre zu uns gestoßen. Gegründet habe ich das Duo viel früher, allerdings mit Hagen Grütz, der sich nun zurückgezogen hat. Mit ihm habe ich sehr lange gespielt. Was ist das Besondere an Ihrem Konzert am Sonntag? Gibt es ein Thema? Das Thema kann man am Besten mit Weltmusik zusammenfassen. Das ist spannend. Wir spannen einen musikalischen Bogen von Deutschland über Finnland bis hin nach Südamerika. Das Klassische steht diesmal im Hintergrund. Info Der Eintritt zu dem Konzert kostet acht (ermäßigt vier) vier Euro. Karten können bei Lothar Feldner telefonisch unter 06335/859277 oder per E-Mail info@kulturzentrum-vinningen.de reserviert werden. Eintrittskarten sind auch an der Abendkasse erhältlich.