Pirmasens Klein und fein
. Dass kleine Vereine feine Leistungen erbringen können, beweist die Sportgymnastik Dahner Felsenland regelmäßig. „Wir haben nur rund 100 Mitglieder“, erzählte Trainerin Doris Keller. Dass die Gruppe mit Lorraine Christmann, Juli Öholm, Lilli Hübsch, Muriel Zobeley, Michele Reimer, Eileen Drieß und Melina Ernst 2015 Deutscher Vizemeister in der Meisterklasse wurde, ist ein kleines Märchen. Knapp schrammten die 17- bis 21-Jährigen an der Goldmedaillen vorbei. „Wenn man sieht, welche großen Städte wir hinter uns gelassen haben ...“, ordnete Keller diesen Erfolg als ganz große Leistung ein. Die Wahl zur Mannschaft des Jahres ist das i-Tüpfelchen auf einem erfolgreichen Jahr. „Wir sind überglücklich“, kommentierte Keller den überraschenden Erfolg. Gestern ließen sie den FK Pirmasens und die Kegler der SG Fortuna Rodalben deutlich hinter sich. Schon als klar war, dass sie mindestens Dritte sind, jubelten die Dahnerinnen. Als der FKP als Zweiter genannt wurde, fielen sich die Gymnastinnen um den Hals. „Das ist auch ein Lohn für unsere Arbeit“, sagte Keller. Rhythmische Sportgymnastik ist aufwendig: vier- bis fünfmal pro Woche ist Training, manchmal bis zu dreieinhalb Stunden lang. „Bis die Trainer zufrieden sind“, ergänzte Keller und lachte. Die Region um Pirmasens ist eine Kegelhochburg. Das zeigen die individuellen Erfolge von Alena Bimber, der U18-Tandemweltmeisterin, die sich bei der RHEINPFALZ-Sportlerwahl nur Speerwerferin Christin Hussong geschlagen geben musste, oder von Mannschaften wie dem ESV Pirmasens II oder Fortuna Rodalben (beide Zweitligameister). Dass die Rodalber als Aufsteiger in der Ersten Bundesliga von Anfang an gegen den Abstieg spielen würden, hatten die Mannen um Andreas Christ schon auf dem Zettel. Dass sie Lehrgeld bezahlten und durch Verletzungen zurückgeworfen wurden, war nicht unbedingt eingeplant. „Ich hoffe, dass wir die Relegation erreichen, sie gewinnen und in der Bundesliga bleiben“, sagte Christ. Der 28-jährige Ex-Nationalspieler ist das Rodalber Aushängeschild und ein Top-Punktelieferant. 15-mal fällte er mehr als 1000 Kegel, einmal sogar mehr als 1100. „Wir wollen schon drinbleiben, aber mit den Mitteln, die wir haben, können wir nicht längerfristig in der Bundesliga bestehen“, räumte er ein. Dass er sich in Rodalben pudelwohl fühle, liege daran, dass der Verein wie eine Familie sei, in der man sehr gut aufgenommen werde. Neben dem Klassenerhalt mit dem Team verfolgt Christ noch ein individuelles Ziel: „Ich will Deutscher Meister werden“, sagte er bestimmt. Geht es nach der Schnittliste in der Liga, dann gehört der Rodalber zu den Besten im Lande. Zu den Besten gehörten Nicolas Dietz und Nico Fremgen 2015. Der Bottenbacher Dietz ist Deutscher Meister der U20 im Stabhochspringen, der Petersberger Fremgen ist Deutscher Juniorenmeister im Steinstoßen und im leichtathletischen Fünfkampf. Fremgen, der zum dritten Mal in Folge Sportler des Jahres wurde, will sich bis Ende des Jahres Gedanken machen, wohin die Reise geht – sportlich und privat. Er könnte nach dem bevorstehenden Abitur in den USA studieren, über die Leichtathletik oder seine neue Leidenschaft American Football würde er ein Stipendium erhalten. Oder „die sichere Variante Bundeswehr“ wählen. Dietz absolviert nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr an seiner alten Schule, dem Hugo-Ball-Gymnasium, steckt noch in der beruflichen Orientierungsphase. Sportlich soll es in diesem Jahr in die Höhe gehen. „5,20, 5,30 Meter, das ist mein Ziel“, sagte er. Hohe Ziele hat auch die Sportlerin des Jahres, Christin Hussong: „die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro“, sagte die Speerwerferin in einer Videobotschaft an die Gäste im Vip-Raum des Stadions Husterhöhe.