Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Kino made in Pirmasens: Ein Mafiafilm für den guten Zweck

Stellen den neuen Film vor: Michael Scherpf, Giovanni Balistreri, Stefan Sefrin und Laila-Su Eichmann (von links).
Stellen den neuen Film vor: Michael Scherpf, Giovanni Balistreri, Stefan Sefrin und Laila-Su Eichmann (von links).

Der neue Film von Regisseur Giovanni Balistreri „Scamacca“ kommt ins Walhalla. Wie die Pirmasenser Lokalproduktion entstand und warum das Tierheim davon profitiert.

„Eine Mischung aus ,Der Pate’ und klassischen Jackie-Chan-Filmen“, so beschreibt Giovanni Balistreri sein neues Filmprojekt mit dem Titel „Scamacca“. Mit dem Film verfolgt der Regisseur ein besonderes Ziel: Ein Großteil der Einnahmen aus den Ticketverkäufen soll dem Tierheim in Pirmasens zugutekommen, um Tiere in Not zu unterstützen. „Ich liebe Tiere, ich habe selbst einen Hund – der spielt sogar eine Rolle im Film“, erzählt Balistreri.

Die Premiere von „Scamacca“ findet am Freitag, 27. Februar, im Walhalla Kino in Pirmasens statt und ist bereits restlos ausverkauft. Kinobetreiber Andreas Groß hat bereits eine zweite Vorstellung für den 4. März angekündigt: „Da sind auch schon die Hälfte der Tickets weg.“ Eine dritte Vorstellung ist ebenfalls denkbar. Bei den Vorführungen soll laut Groß zusätzlich eine Spendenkasse vor Ort aufgestellt werden, um weitere Spenden für das Tierheim zu sammeln.

Pirmasens im Mittelpunkt

In „Scamacca“ übernimmt Balistreri gleich mehrere Rollen: Er ist Regisseur, Drehbuchautor, Hauptdarsteller und Kameramann – Letzteres selbstverständlich nur dann, wenn er nicht selbst vor der Kamera steht. Der gebürtige Pirmasenser mit sizilianischen Wurzeln betreibt seit seinem zwölften Lebensjahr Kampfsport wie Karate und Kung-Fu. Sein großes Vorbild: Bruce Lee. Dessen Filme hätten ihn stark inspiriert, insbesondere für die Kampfszenen in „Scamacca“. Sämtliche Actionszenen führe er selbst aus, betont Balistreri. Stefan Sefrin, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Sefrin und Partner in Pirmasens, ergänzt lachend: „Der Tom Cruise aus Pirmasens.“ Sefrins Firma unterstützt die Filmproduktion, zudem hat er selbst eine Rolle im Film übernommen. „Wir runden den Spendenbetrag immer auf die nächsten 1.000 Euro auf“, sagt Sefrin.

Regisseur Giovanni Balistreri spielt selbst die Hauptrolle.
Regisseur Giovanni Balistreri spielt selbst die Hauptrolle.

Der Film wurde überwiegend in Pirmasens gedreht – sowohl mit lokalen Schauspielern als auch an bekannten Orten der Stadt. Rund 20 Schauspieler und 50 Komparsen wirkten ehrenamtlich mit. Viele Drehorte dürften Pirmasensern vertraut sein. Eine Szene spielt beispielsweise im Dynamikum: „Da hat uns extra jemand um fünf Uhr morgens reingelassen, damit wir drehen können, bevor die normalen Besucher kommen“, berichtet Sefrin. Auch der Carolinensaal dient als Kulisse. Balistreri erzählt, wie er vor den Dreharbeiten über soziale Medien einen Aufruf startete, um Komparsen zu finden: „Da standen plötzlich 70 Leute, die mitmachen wollten“. Selbst Oberbürgermeister Markus Zwick hat eine Nebenrolle, zu der der Regisseur aber noch nicht zu viel verraten will. Nur so viel ist sicher: „Er stirbt nicht im Film.“

„Seit einem Jahr kein Wochenende mehr“

Die Handlung von „Scamacca“ dreht sich um Vincenzo Morosini, den Anführer der sizilianischen Scamacca-Mafia. Für einen Auftrag reist er nach Deutschland, wo er korrupte Polizisten enttarnt, jedoch festgenommen wird. Als unzurechnungsfähig eingestuft, landet er in einer Psychiatrie. Vier Jahre später gelingt ihm die Flucht, woraufhin ein unerbittlicher Rachefeldzug beginnt.

Einige Szenen für den Film wurden im Dynamikum gedreht.
Einige Szenen für den Film wurden im Dynamikum gedreht.

Balistreri arbeitet seit Ende 2024 an „Scamacca“. Das Drehbuch, das 43 Seiten umfasst, stellte er im März 2025 fertig, bevor die Dreharbeiten begannen. Insgesamt waren es 32 Drehtage, die je nach Szene zwischen einer und fünf Stunden dauerten. Hauptberuflich ist Balistreri bei einem Logistikunternehmen in der Region tätig, wodurch sich die Filmproduktion in seine Freizeit verlagerte: „Seit ich an dem Film arbeite, hatte ich kein richtiges Wochenende mehr.“

Im Vergleich zu seinem vorherigen Film „Destroyer“ sei „Scamacca“ realistischer, habe bessere Drehorte und verzichte vollständig auf Computereffekte, erklärt der Regisseur. Und obendrauf kommt der Film diesmal noch einem guten Zweck zugute.

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