Dahn RHEINPFALZ Plus Artikel Kinderladen Purzelbaum schließt

Seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Kindermode am Start: Viele werden Gudrun Breiner und den Kinderladen Purzelbaum vermissen.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Kindermode am Start: Viele werden Gudrun Breiner und den Kinderladen Purzelbaum vermissen.

Gudrun Breiner schließt ihren Laden für Kindermode in Dahn zum Monatsende. Warum der Stadt ein echter Anziehungspunkt fehlen wird.

Seit 22 Jahren ist Kindermode ihre Leidenschaft. Gudrun Breiner gibt ihr Geschäft in der Marktstraße zum Ende des Monats auf: Sie geht in den Ruhestand. Damit verliert die Stadt Dahn einen Anziehungspunkt. Auch viele Urlauber nutzten die Gelegenheit gerne, um den Enkeln etwas Schönes aus dem Urlaub mitzubringen.

Breiner hat den Beruf der Industriekauffrau gelernt im Büro der Kinderschuhfabrik Navajo. Schon dort hatte sie viel mit dem Verkauf zu tun: Das macht ihr Spaß. Sie blieb der Firma bis zur Elternzeit treu. Als dann die beiden Kinder auf der Welt waren, blieb Breiner zunächst zu Hause, „aber irgendwie wollte ich doch noch was anderes machen“, erzählt sie.

Seit 20 Jahren in der Marktstraße

Damals wurde die zuvor vermietete Wohnung in ihrem Haus frei. Zwei der Zimmer bekamen die Kinder. Der Rest wurde zum Verkaufsraum für Kindermode. In der Bergstraße war der kleine Laden zwar etwas abgelegen, doch ihre Kunden fanden sie trotzdem. 2007 erwarb die Familie ein Haus in der Marktstraße, und Breiner entschied sich, den Standort zu wechseln. „Nach und nach bin ich umgezogen und habe diesen Schritt keinen Tag bereut“, erinnert sie sich.

Das Wissen über Mode eignete sie sich nach und nach an. „Zu Anfang bin ich zu einem Großhändler nach Neuss gefahren, später dann nach Frankfurt. Dort konnte ich die Sachen gleich mitnehmen“, erzählt die Geschäftsfrau. Ihr war es wichtig, die Stoffe anfassen zu können und sich selber von der Qualität zu überzeugen.

Die Arbeit im Laden, in den sie jeden Morgen mit Freude gegangen sei, half ihr auch über eine schwere Zeit hinweg. Die Beschäftigung mit der Ware und vor allem die Gespräche mit den Kunden trösteten sie ein wenig nach dem Unfalltod ihres 18-jährigen Sohnes.

Fest in der Stadt verankert

Breiner ist ein geselliger und mitteilsamer Mensch. Als gebürtige Dahnerin ist sie fest verwurzelt in der Stadt und gemeinsam mit ihrem Mann aktiv beim Karnevalverein Elwetritsche. Entspannung findet sie bei der Gartenarbeit. Für den Ruhestand plant das Ehepaar, mit dem Wohnmobil auf Reisen zu gehen. Eigentlich hätte Breiner noch ein Jahr zu arbeiten. Doch sie will sich ihrem Mann anschließen, der dieses Jahr in den Ruhestand geht.

Breiner hat hautnah erfahren, dass das Leben endlich ist. Deshalb hat sie beschlossen, den Laden aufzugeben und gemeinsam mit ihrem Mann in den neuen Lebensabschnitt zu starten. Sie ist mit der Entscheidung im Reinen. „Es war eine tolle Zeit, ich habe jetzt 45 Jahre gearbeitet, aber jetzt kann ich es auch gut sein lassen und freue mich auf den Ruhestand.“ Mit dem Abverkauf der Ware hat sie im vergangenen Jahr bereits begonnen. „Es wird nicht alles weggehen“, ist sie sicher. Was die Händlerin mit der Restware macht, ist noch nicht entschieden. Eventuell will sie zum Dahner Martinimarkt noch einmal den Laden öffnen, „doch das sind alles ungelegte Eier“, sagt sie schmunzelnd. Fest steht, dass am Abend des 30. Juni Schluss ist.

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