JUDO / GOLF RHEINPFALZ Plus Artikel Kerstin Hempel-Huske (Pirmasens): Für Sumo jahrelang um die Welt gereist

1992: Da hieß sie noch Kerstin Huske und war beim TV Pirmasens Mitglied des Bundesliga-Kaders.
1992: Da hieß sie noch Kerstin Huske und war beim TV Pirmasens Mitglied des Bundesliga-Kaders.

Die Pirmasenserin Sophie-Charlott Hempel macht schon länger als Golferin von sich reden. Aber auch die Mutter der 23-jährigen Zweitliga-Spielerin des Ersten Golfclubs Westpfalz in Rieschweiler-Mühlbach war eine sehr gute Sportlerin – allerdings nicht auf dem Rasen, sondern auf der Matte.

In den 1980er-Jahren und auch zu Beginn der 1990er-Jahre gehörte Kerstin Hempel-Huske zu den Top-Judoka in Deutschland. Die Ehefrau des langjährigen Judo-Kampfrichters Andreas Hempel, der sowohl national als auch international und bei Olympischen Spielen im Einsatz war, hat im Laufe ihrer Karriere etliche Titel gewonnen. 1986 wurde sie in der Klasse bis 61 Kilogramm Deutsche Vizemeisterin, war wegen ihrer Vereinswechsel gleich in drei verschiedenen Verbänden (Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz) Landesmeisterin. Bei den German Open 1988 in Berlin erreichte sie den dritten Platz.

Olympia-Traum geplatzt

Dazu nahm sie mit dem TV Pirmasens bereits in Jugendjahren an der deutschen Mannschaftsmeisterschaft teil, später ging sie für den TVP in der Bundesliga auf die Matte. Bei den Erwachsenen gewann sie dann auch den nationalen Titel mit der Mannschaft. Hempel-Huske war zudem Mitglied der deutschen Judo-Nationalmannschaft. Die heute 54-Jährige hätte gerne an den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona teilgenommen, doch es hat nicht ganz gereicht. „Nach der fünften Knie-Operation war 1996 dann Schluss“, erzählt Hempel-Huske.

Aber nicht nur im Judo ist der Name Hempel ein Begriff. Auch im Sumo-Ringen war die heute selbstständige Physiotherapeutin als Funktionärin tätig. So wurde beim TV Pirmasens sogar eine Sumo-Abteilung gegründet, auch ihr Vater Heiner Huske fand an der Sportart Gefallen. „Mein Vater kam damals durch mich zum Sumo. Der damalige Sportdirektor des Judoverbands ist auf mich und ein paar andere aus dem Nationalteam zugekommen“, erklärt die Pirmasenserin, wie es dazu kam. Auch Ehemann Andreas Hempel war in der japanischen Volkssportart aktiv und kümmerte sich um das Schiedsrichterwesen.

„Wir haben damals den deutschen Sumo-Verband gegründet. Wir sind ein paar Jahre durch die Welt gereist und haben auch Weltmeistertitel gewonnen“, erzählt Hempel-Huske. Im Sumo-Ringen war sie Sportdirektorin des deutschen Bundesverbandes, beendete aufgrund geänderter Strukturen im Verband jedoch ihr Engagement.

Jetzt Golf-Physiotherapeutin

„Ich habe dann überlegt, was ich machen könnte“, sagt Hempel-Huske, deren Tochter Sophie-Charlott in den vergangenen Jahren nicht nur in der Bundesliga beim GC Rheinhessen spielte, sondern auch maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Hitscherhof-Golferinnen in die Zweite Bundesliga und an der Zweitliga-Meisterschaft 2021 hatte. „Ich habe dann eine Ausbildung zur Golf-Physiotherapeutin gemacht. Dabei geht es um alles, was im Golfsport mit Athletik zu tun hat“, erklärt Hempel-Huske. In jüngerer Vergangenheit sei sie dann schon beim Golf-Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland als Physiotherapeutin engagiert gewesen.

„Ich war ganz oft in Rheinhessen unterwegs und habe mit den Golfern viel Athletik, aber auch physiotherapeutische Übungen gemacht“, verdeutlicht Hempel-Huske. Nach einem Trainerwechsel beim Landesverband war allerdings dann auch hier Schluss.

Co-Kapitän der EGW-Damen

Im Jahr 2019 fing sie dann beim Ersten Golfclub Westpfalz in Rieschweiler-Mühlbach als Athletiktrainerin an. „Das hat sich einfach so ergeben“, sagt Hempel-Huske. Die Golfer des EGW nutzten ihre Praxis nicht nur für Behandlungen, sondern auch mal als sportliches Ausweichquartier. „Wir haben in der Praxis schon geputtet“, erzählt die Pirmasenserin lachend, die auch gerne selbst zum Golfschläger greift, wenn es die Zeit zulässt. Während des coronabedingten Lockdowns versorgte sie das EGW-Damen-Team mit Übungsvideos.

Und seit 2020 ist sie nicht nur Athletiktrainerin, sondern steht Teamkapitän Andrea Pfersdorf, ebenfalls eine Pirmasenserin, auch als Co-Kapitän zur Seite. „Da helfe ich viel bei der Organisation, zum Beispiel bei der Hotelsuche an den Spieltagen“, fügt Hempel-Huske an, die ihre Tochter regelmäßig zu Golfturnieren begleitet und sich für Sophie-Charlott durchaus eine Profikarriere vorstellen kann. „Da bräuchte es sicher noch ein paar Sponsoren. Aber sie ist jetzt in der Weltrangliste gerankt, das ist ein guter Anfang“, freut sie sich für ihre Tochter, die regelmäßig in ihrer Praxis zu Besuch ist. „Sophie ist mein bester Patient. Da habe ich immer was zu tun bei dem vielen Training“, merkt die Mama schmunzelnd an.

Auch in China im Einsatz: Kerstin Hempel-Huske. Die Pirmasenserin, ehemals Mitglied des deutschen Judo-Nationalkaders, reiste in
Auch in China im Einsatz: Kerstin Hempel-Huske. Die Pirmasenserin, ehemals Mitglied des deutschen Judo-Nationalkaders, reiste in Sachen Sumo um die Welt.
2001: Als Sportdirektorin des deutschen Sumo-Verbandes baute sie die Sportart strukturell mit auf.
2001: Als Sportdirektorin des deutschen Sumo-Verbandes baute sie die Sportart strukturell mit auf.
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