Pirmasens
Künstlerisches Porträt von Gioacchino Rossini in der Pirmasenser Festhalle
Komponist und Gourmet: Die Kammeroper München inszeniert Musik Gioacchino Rossini und präsentiert am Dienstag einen szenischen Konzertabend in der Pirmasenser Festhalle.
Briefe, Anekdoten und Musik: Auf dieses künstlerische Porträt von Gioacchino Rossini darf sich das Pirmasenser Publikum freuen – und auch auf die kulinarische Pause, die vom Theatersaal ins ferne Italien führt. Die Kammeroper München widmet sich musikalisch und szenisch dem musikalischen Genie und Genießer, der seinerzeit international berühmter als Beethoven war.
Mit 38 Opern war Rossini einer der erfolgreichsten Komponisten seiner Zeit. Die beträchtlichen Geldmengen, die ihm seine großen Erfolge wie „Der Barbier von Sevilla“ oder „Aschenputtel“ einbrachten, investierte der 1792 in Pesaro geborene Italiener in einen luxuriösen Lebensstil. Ein besonderes Augenmerk legte er dabei auf die Küche. Nachdem sich Rossini im Alter von 38 Jahren weitgehend zur Ruhe gesetzt hatte, frönte er seiner wirklichen Leidenschaft – dem Essen und Kochen. Er war offenbar erfolgreich, denn die Pariser Gesellschaft riss sich um Einladungen an seiner Tafel.
Die Sänger der Kammeroper München präsentieren mit einem elfköpfigen Orchester die schönsten Arien, Duette und Terzette aus den Werken des italienischen Komponisten. Regisseur und Texter Dominik Wilgenbus gestaltet den Abend und erzählt mit launigen Zwischentexten, Briefen und Berichten von Zeitzeugen einiges aus und zu Rossinis Leben und Werk.
„Rossini war ein dicker Mann“, eröffnet Sprecher Dominik Wilgenbus den Abend, später zitiert er einen Zeitgenossen, der den Maestro als „lustig aussehenden Mann“ beschrieb, der einen „prallen Wanst“ hätte. Gleich zum Auftakt erklingt die Ouvertüre von „Die diebische Elster“. Es folgen Werke aus den Opern „La Cenerentola“ (Aschenputtel), „Die Italienerin in Algier“, „Cyrus in Babylonien“ und „Der Barbier von Sevilla“.
Ein Wiedersehen gibt es an diesem Abend mit Nabil Shehata. Dem Sohn deutsch-ägyptischer Eltern obliegt als Chefdirigent die Leitung des Konzerts. Zuletzt war der 39-jährige Musiker bei einem Kammerkonzert der Mozartgesellschaft im Januar 2019 in der Festhalle zu hören. Damals verstärkte er als Solobassist das „Piano Quartet“. Auch stand er schon mehrfach in Pirmasens am Pult, darunter als Gastdirigent der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.